Smartphones Google nimmt keine Rücksicht auf Android-Partner

Google stieg als Internet-Firma zögerlich ins Gerätegeschäft ein. Doch jetzt meint Google es ernst, sagt Hardware-Chef Rick Osterloh.
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Google: Keine Rücksicht auf Android-Partner bei Smartphones Quelle: Reuters
Rick Osterloh

Googles Hardware-Chef Rick Osterloh hält es für notwendig, eine eigene Hardware zu entwickeln, um im Geschäft mit Smartphones Fuß zu fassen.

(Foto: Reuters)

Barcelona
Google will sich fest im Geschäft mit Smartphones und anderen Geräten für Verbraucher verankern. Der Internet-Konzern habe in die Entwicklung eigener Hardware unter anderem deshalb einsteigen müssen, weil heute eine enge Integration von Technik und Software unerlässlich sei, sagte der zuständige Google-Manager Rick Osterloh der Deutschen Presse-Agentur auf dem Mobile World Congress in Barcelona. „Wir sind sehr fokussiert darauf, bei Verbraucherelektronik erfolgreich zu sein.“

Neben Smartphones gibt es von Google auch vernetzte Lautsprecher mit seinem digitalen Sprachassistenten an Bord sowie ein Notebook.

Dabei müsse sein Bereich auch keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer Hersteller von Smartphones mit dem Google-System Android nehmen, betonte Osterloh. „Uns geht es darum, Innovationen für Nutzer voranzutreiben und wir werden uns nicht zurückhalten.“

Googles Pixel-Smartphones haben bisher zwar laut Analysten nur einen geringen Marktanteil, der Konzern spielt aber im lukrativeren Segment der teuren Premium-Smartphones. Google ist der führende Entwickler des Android-Betriebssystems, das von vielen Smartphone-Herstellern genutzt wird – und konkurriert zugleich mit ihnen als Anbieter eigener Telefone.

Die Ambitionen im Telefon-Geschäft untermauerte Google jüngst auch mit der Übernahme von rund 2000 Entwicklern des schwächelnden Smartphone-Spezialisten HTC. Sie sollen auch bei Google weiterhin schwerpunktmäßig an Smartphones arbeiten, sagte Osterloh.

Die hauseigene Hardware-Sparte kann dabei von einer tiefen Integration in den Google-Konzern profitieren. „Ich habe keine Einschränkungen bei der Kooperation mit anderen Teilen von Google“, sagte Osterloh. So arbeite man der der Geräteentwicklung eng mit Googles Forschungsabteilung, dem Android-Team sowie den Spezialisten für Navigation und virtuelle oder erweiterte Realität (VR und AR) zusammen, sagte Osterloh. Das sei auch der entscheidende Unterschied zum vorherigem Anlauf von Google im Geschäft mit Verbraucherprodukten: Der übernommene Handy-Hersteller Motorola sei seinerzeit weitgehend separat geblieben. Google stieß Motorola nach rund zwei Jahren wieder ab.

Jetzt wurde auch der vor vier Jahren gekaufte Smart-Home-Spezialist Nest in Osterlohs Hardware-Sparte bei Google integriert, der bisher eine eigenständige Firma unter dem Dach der Google-Mutter Alphabet war. Nest verkauft vernetzte Thermostate für die Heizung, Rauchmelder, Heim-Sicherheitskameras und eine Alarmanlage. Die Marke Nest werde erhalten bleiben, die Nutzerdaten sollen bis auf weiteres wie bisher weitgehend getrennt bleiben.

Das sind die neuen Smartphones
MWC in Barcelona
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Beim Mobile World Congress (26.2.-1.3.) in Barcelona präsentieren die Smartphone-Hersteller alljährlich ihre neuen Modelle - nur Apple glänzt traditionell mit Abwesenheit. Hier ein Überblick über das, was die Branche an Neuheiten zu bieten hat. (Foto: dpa)

Zwei neue Flaggschiffe von Samsung
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Samsung will seine Spitzenposition im hart umkämpften Smartphone-Markt mit zwei neuen Flaggschiff-Modellen untermauern: Galaxy S9 und S9+. Was bei beiden Modellen im Mittelpunkt steht, hatte Samsung schon mit der Einladung zur Pressekonferenz in Barcelona deutlich gemacht: „The Camera, reimagined“ stand darin – auf Deutsch also „Die Kamera, weitergedacht“.

Samsung Galaxy S9
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Die Kameras von Galaxy S9 und S9+ können zwischen zwei Blenden umschalten und sich damit auf hell ausgeleuchtete Szenen wie auch auf dunkle Lichtverhältnisse einstellen. Sie verfügen über eine Zeitlupenfunktion, die 960 Bilder pro Sekunde aufnimmt. Das Galaxy 9+ hat außerdem eine Doppelkamera, deren Bilder das S9 beispielsweise zusammensetzt, um Tiefenschärfe zu simulieren. Das Smartphone macht damit Bilder, die sonst nur mit einer Spiegelreflexkamera möglich wären. (Foto: dpa)

LG V30S
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Auch LG will Käufer mit verbesserter Kameratechnik überzeugen: Dank künstlicher Intelligenz soll das V30S Motive erkennen und entsprechend den passenden Aufnahmemodus einstellen. Das Gerät kann automatisch aus acht verschiedenen Aufnahmemodi wählen, wobei Betrachtungswinkel, die Farbe, Reflexionen, die Beleuchtung und der Sättigungsgrad berücksichtigt werden. (Foto: pr)

Sony-Neuheiten auf dem MWC
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Full-HD-Plus-Auflösung im 18:9-Format: Sony zeigt auf dem Mobile World Congress das Xperia XZ2 (hinten) mit 5,7 Zoll und das XZ2 Compact mit 5- Zoll-Display.

ZTE Blade V9
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Rand war gestern: Mit dem Blade V9 hat auch ZTE ein neues 18:9-Smartphone im Angebot. Das 5,7 Zoll große Display löst mit Full-HD-Plus auf.

Alcatel 5 von TCL
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Weniger ist mehr: Auch TCL bietet beim Alcatel 5 ein annähernd randloses 5,7-Zoll-Display. Allerdings liegt die Auflösung nur auf HD-Niveau.

Als ersten Schritt bei der Integration bekommen Nest-Geräte den Google Assistant installiert. Darüber, welche Geräte künftig unter welcher Marke herausgebracht werden, gebe es noch keine Entscheidung. Aber das vernetzte Zuhause sei ein wichtiger Schwerpunkt für Googles Gerätegeschäft.

Mit Blick auf Bedenken von Menschen, die sich Sorgen machen, ein Google-Gerät wie den Lautsprecher mit Mikrofon im Haus zu haben, betonte Osterloh, der Konzern nehme Datenschutz und -Sicherheit sehr ernst. „Wir haben eine Menge Google-Home-Lautsprecher verkauft, zuletzt im Schnitt mehr als einen pro Sekunde. Das heißt für mich, dass wir bei diesen Menschen ein Vertrauen aufgebaut haben, dass es uns erlaubt, bei ihnen Zuhause zu sein.“

Zugleich sei Google bewusst, dass dieses Vertrauen jeden Tag mit Transparenz neu verdient werden müsse. „Es wird immer Leute geben, die besonderen Wert auf Datenschutz legen und keine Geräte dieser Art im Haus haben wollen“ – wenn sie es sich aber irgendwann anders überlegen sollten, hoffe er, dass sie Google als besonders vertrauenswürdige Marke betrachten.

  • dpa
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