Smartwatch mit Bezahlfunktion Swatch reagiert auf die Apple-Offensive

Die Schweizer Uhrenbranche hat den Smartwatch-Trend lange ignoriert. Doch nun reagiert Hersteller Swatch auf das neue Apple-Modell. Der Konzern will nun selbst eine Uhr mit Bezahlfunktion auf den Markt bringen.
Update: 12.03.2015 - 17:04 Uhr Kommentieren
Der Schweizer Hersteller reagiert auf den Smartwatch-Trend, den Apple kürzlich angeheizt hat. Quelle: AFP
Swatch-Chef Nick Hayek mit der neuen Uhr

Der Schweizer Hersteller reagiert auf den Smartwatch-Trend, den Apple kürzlich angeheizt hat.

(Foto: AFP)

Uhrenhersteller Swatch hat am Donnerstag eine neue Armbanduhr mit Bezahlfunktion angekündigt. Damit reagieren die Schweizer auf aktuelle Marktentwicklungen – immer mehr namenhafte Hersteller haben in der Vergangenheit smarte Uhren gebaut. Erst am Montagabend hat der iPhone-Hersteller Apple seine neue Apple Watch präsentiert.

Auf der Bilanzkonferenz kündigte Swatch an, seine Serie „Swatch Touch“ mit der Bezahluhr erweitern zu wollen. Die neuen Geräte sollen den NFC-Standard nutzen, erklärte Swatch-Chef Nick Hayek. NFC ist ein international anerkannter Übertragungsstandard zum Austausch von Daten per Funk. Um die Bezahldienste anbieten zu können, kooperiert der Uhrenhersteller mit China Union Pay, der einzigen in China zugelassenen Kreditkarten-Organisation, einer Schweizer Bank und einer Kreditkartenfirma. Wer das ist, ist momentan noch nicht bekannt.

Auch die Apple Watch kann zum mobilen Bezahlen von Einkäufen genutzt werden. Sie nutzt dabei den eigenen Standard Apple Pay, der Kunden in Deutschland bislang noch nicht zur Verfügung steht. Darüber hinaus können Kunden der Apple Watch auch Telefonate am Handgelenk entgegennehmen oder SMS-Nachrichten mit der Uhr schreiben. Derartige „smarte“ Funktionen soll die angekündigte Swatch aus der Schweiz nicht bekommen. Ein Minitelefon für das Handgelenk werde Swatch nicht produzieren, so Nick Hayek. Mit Blick auf die Konkurrenz sagte er: „Das können andere machen.“ Die neue Uhr soll 18 Funktionen haben und kann etwa als Schrittzähler eingesetzt werden.

Die Uhr der Schweizer hat zwar nicht so viele Funktionen wie das Pendant von Apple – sie kommt dafür aber auch länger ohne Ladevorgang aus. Während die Uhr aus Cupertino nur bis zu 18 Stunden halten soll, hält die Schweizer Uhr bis zu einem Jahr, versprach Hayek. Die Swatch funktioniert ohne Smartphone, während die Apple Watch für die meisten Funktionen das iPhone benötigt. Die Swatch-Uhr kommt im Sommer auf den Markt und kostet 135 Franken, umgerechnet etwa 127 Euro.

Die Bilder des Apple-Abends
Viele Varianten
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Apple wird seine mit Spannung erwartete Computeruhr am 24. April auf den Markt bringen, kündigte Konzernchef Tim Cook an. Die Preise der drei verschiedenen Ausführungen der Uhr gehen wie erwartet sehr weit auseinander.

Eine Uhr für 11.000 Euro
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Für die teuerste und limitierte „Edition“-Version mit einem Gehäuse aus 18-Karat-Gold wird man mindestens 11.000 Euro oder 10.000 Dollar zahlen müssen. Die Preise für die Edelstahl-Variante beginnen in Europa ab 649 Euro und gehen - je nach Auswahl des Armbands - bis 1249 Euro. Die günstigste „Sport“-Variante in einem Aluminium-Gehäuse gibt es ab 399 Euro für die kleinere Ausführung mit dem 38 Millimeter großen Display. Die größere Version mit 42 Millimetern kostet 50 Euro mehr.

Anruf annehmen mit der Uhr
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Mit der Uhr soll man einen Anruf annehmen können, einen Wagen des Fahrdienstes Uber rufen, die Musik-Wiedergabe kontrollieren und auch eine vernetzte Garagentür aufmachen. „Ich wollte das machen, seit ich fünf Jahre alt war“, sagte Cook zur Möglichkeit, über die Uhr zu telefonieren.

Kevin Lynch
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Die Apple Watch soll unter anderem Kurznachrichten oder Neuigkeiten von Facebook anzeigen, Autos und Hotelzimmer aufschließen sowie über den Dienst Apple Pay zum Bezahlen an den Kassen eingesetzt werden können, wie Apple-Manager Kevin Lynch in diesem Bild zeigt. Außerdem können Fitness-Daten wie die Herzfrequenz gesammelt werden.

18 Stunden Batterielaufzeit
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Die Batterie soll bei gewöhnlicher Nutzung 18 Stunden halten. Damit solle eine Akkuladung von morgens bis abends reichen, sagte Cook. Die Uhr hat keinen eigenen Anschluss zum Internet und muss dafür mit einem iPhone verbunden sein.

Uhrenvergleich
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Besucher der Veranstaltung konnten auch die teure Variante der Uhr bereits testen.

Vor der Präsentation
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Vor dem Event versammelten sich zahlreiche Journalisten vor dem Yerba Buena Center for the Arts Theater in San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien.

Die Schweizer wollen mit ihrer neuen Uhr in einen Markt einsteigen, den viele andere Hersteller, insbesondere die IT-Riesen, schon für sich entdeckt haben. Zwar tastet sich die Schweizer Uhrenindustrie, die jahrelang für ihre gute Qualität geschätzt wurde, so langsam in den Smartwatch-Sektor hinein, lange aber wurde die Konkurrenz der Smartwatches unterschätzt. Elmar Mock, Miterfinder der Plastikuhr „Swatch“, sagte diese Woche: „Alle guten Uhren sind wirklich in Gefahr“. Er sehe – wenn die Schweizer die Entwicklung verpassen würden – eine „Eiszeit“ kommen. Eine solche Eiszeit will Swatch, zu der auch Marken wie Omega oder Tissot gehören, mit seiner neuen Smartwatch vermeiden.

Armbanduhr für 11.000 Euro: Die Apple Watch

  • ali
  • Michael Scheppe
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