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Die Unzufriedenheit der Mitarbeiter bei Facebook wächst.

(Foto: AFP)

Social Media Aufstand bei Facebook? Unzufriedenheit im blauen Imperium wächst

Immer mehr Angestellte in Silicon Valley gehen auf die Straße, wenn sie mit dem Kurs ihres Arbeitgebers nicht einverstanden sind. Auch Facebook steht vor der nächsten Revolte.
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San FranciscoSeit Monaten dreht sich die Facebook-Debatte im Kreis. Ein Fehler des Netzwerks wird bekannt. Die Öffentlichkeit schimpft. Politiker fordern Gesetze. Facebook verspricht Änderung. Dann geht das Ganze wieder von vorn los.

Trotz der Krise um russische Wahlmanipulation, Fake-News und Sicherheitslücken bleibt Facebook vorerst unantastbar. Alternativen gibt es nämlich keine. Die Rivalen kaufte Mark Zuckerberg auf oder stellte sie kalt. Im Konzern trifft er die Entscheidungen. Ihm gehören 60 Prozent der Aktien.

Wenn Facebook etwas gefährlich werden kann, dann ein Aufstand von innen. Und die Unzufriedenheit im blauen Imperium wächst. Laut einer internen Befragung, aus der das „Wall Street Journal“ zitiert, glaubt nur noch die Hälfte von 29.000 Facebook-Angestellten an eine positive Zukunft für ihr Netzwerk. Voriges Jahr waren es noch 82 Prozent.

Die Moral der Mannschaft entscheidet jedoch über den Erfolg in Silicon Valley. Junge Programmiertalente können sich aussuchen, wo sie arbeiten, ob bei Facebook oder dem Konkurrenten gleich um die Ecke. Die Vision ihres Unternehmens zählt.

In jüngster Zeit setzen Programmierer zunehmend mit den Folgen der Technologien aus, die sie entwickeln, und erheben öffentlich ihre Stimme, wenn sie Missstände in ihrer Firma entdecken. Google-Chef Sundar Pichai kündigte Maßnahmen gegen Sexismus, Rassismus und Machtmissbrauch durch Führungskräfte an, nachdem tausende Google-Mitarbeiter demonstrierten.

Das Militärprojekt „Maven“, in dem Google das Pentagon mit künstlicher Intelligenz zur Analyse von Militärvideos und Ausrichtung von Drohnen versorgte, kassierte er ebenfalls.

Die Amazon-Belegschaft fordert öffentlich den Verkaufsstopp der Gesichtserkennungs-Software „Rekognition“ an Polizei und Sicherheitsbehörden.

Bei Facebook bröckelt die Solidarität mit dem Arbeitgeber ebenfalls. Immer mehr Interna finden den Weg in die Medien. Erst zeichnete „Wired“ ein desaströses Bild vom Facebook-Management. Dann enthüllte ein Artikel der New York Times, dass Zuckerberg und Co-Chefin Sheryl Sandberg monatelang eine zynische Doppelstrategie verfolgten.

Während das Duo nach den Vorfällen um Cambridge Analytica mit Entschuldigungen durch die USA und Europa tourte, heuerte es parallel eine Agentur an, um Kritiker in Misskredit zu bringen. Die amerikanische PR-Firma soll dabei auch den Trump-Kritiker George Soros als Hintermann der Facebook-Kritiker dargestellt haben. Der Finanzier und Mäzen wurde schon häufig zum Ziel antisemitischer Verschwörungstheorien.

Facebook trennte sich inzwischen von der Agentur und erklärte den Vorwurf einer antisemitischen Attacke für „verwerflich und falsch“. Für ein Netzwerk, das sich so sehr als Hüter der freien Meinungsäußerung inszeniert, wiegt der Bericht über Kritiker-Manipulation besonders schwer. Die angekratzte Moral in der Facebook-Mannschaft dürfte dies kaum heben.

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