Software AG Das 100-Millionen-Euro-Projekt

Die Software AG positioniert sich als Helfer für die Digitalisierung. Besonders die Vernetzung von Maschinen und Fahrzeugen verspricht lukrative Geschäfte. Bei der Vorlag der Jahreszahlen wird der Konzern nun konkret.
Update: 25.01.2018 - 17:02 Uhr Kommentieren
Während das Geschäft mit Datenbanken zurückgeht, sollen die Vernetzung von Maschinen sowie Software zum Vermieten zusätzliche Erlöse bringen. Quelle: dpa
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Während das Geschäft mit Datenbanken zurückgeht, sollen die Vernetzung von Maschinen sowie Software zum Vermieten zusätzliche Erlöse bringen.

(Foto: dpa)

DarmstadtDank eines starken Schlussquartals hat die Software AG im Jahr 2017 ihren Umsatz gesteigert und ihre Finanzziele erreicht. Die Erlöse stiegen um ein Prozent auf 879 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag berichtete. Das Nettoergebnisging um zwei Prozent auf 177,3 Millionen Euro zurück. Der TecDax-Konzern aus Darmstadt traut sich im laufenden Geschäftsjahreine Gewinnsteigerung zwischen fünf und 15 Prozent zu, nicht zuletzt wegen der Steuerreform in den USA. Große Hoffnung setzt er zudem in das neue Geschäftsfeld mit dem Internet der Dinge.

Trotzdem sank der Aktienkurs am Donnerstag zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent: Einige Anleger hatten mehr Optimismus fürs Jahr 2018 erwartet, andere monierten die Prognose für die Gewinnmarge, deren Bandbreite nur so gerade die durchschnittliche Erwartung der Analysten erreicht. Über zwölf Monate gesehen ist das Papier allerdings weiterhin mehr als 35 Prozent im Plus.

Die Software AG positioniert sich als Helfer für die Digitalisierung. Die Sparte Digital Business Platform (DBP), in der beispielsweise Lösungen für die Datenanalyse und die Integration von IT-Systemen zusammengefasst sind, verzeichnete mit einem Umsatz von 144,7 Millionen Euro das erfolgreichste Quartal der Firmengeschichte. Im gesamten Geschäftsjahr stieg er um drei Prozent auf 455 Millionen Euro.

Die Sparte mit Datenbanken für Großrechner schrumpft seit Jahren, weil Unternehmen auf andere Technologien setzen. 2017 erwirtschaftete sie 224 Millionen Euro, ein Minus von fünf Prozent. Dank einer Bruttomarge von knapp 70 Prozent ist das Geschäft aber weiterhin sehr profitabel und verschafft dem Unternehmen großen finanziellen Spielraum. Die Beratungssparte trug 200 Millionen Euro ein.

Große Erwartungen hat die Software AG an eine neue Sparte, die das Geschäft mit Cloud Computing und dem Internet der Dinge umfasst. Unter letzterem Begriff verstehen Experten die Vernetzung von Maschinen, Fahrzeugen und anderen Geräten. Mit einem Umsatz von 15 Millionen Euro war das neue Geschäftsfeld 2017 noch relativ klein, es soll aber kräftig wachsen.

Für 2018 prognostiziert die Software AG ein Plus von 70 bis 100 Prozent. In den nächsten drei bis fünf Jahren seien ähnliche Zuwächse geplant, sagte Konzernchef Karl-Heinz Streich dem Handelsblatt. „Mit dynamischen Wachstumsraten kann man die 100-Millionen-Euro-Marke schnell erreichen.“ Grundlage der neuen Sparte ist das Start-up Cumulocity, das die Software AG 2017 für rund 49 Millionen übernommen hatte.

Das Internet der Dinge gilt als Zukunftsmarkt. Der Marktforscher IDC prognostiziert, dass der Umsatz in diesem Jahr auf 770 Milliarden Dollar wächst. Die Software AG hat es allerdings mit zahlreichen Konkurrenten zu tun, so investieren auch Konzerne wie Microsoft, IBM  und SAP massiv.

Um das Geschäft auszubauen, ist die Software AG weiterhin zu hohen Investitionen bereit. Übernahmen spielten dabei eine wichtige Rolle, sagte Streibich: „In den letzten zehn Jahren haben wir mehr als eine Milliarde Euro in Akquisitionen investiert und wir sind in der Lage, in den nächsten zehn Jahren noch mehr in M&A-Transaktionen zu investieren.“

  • chk
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