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Software AG SAP-Rivale mit guten Zahlen

Alt, aber oho: Bei der Software AG läuft das angestammte Geschäft mit Datenbanken besser als gedacht. Der Spezialist für Firmensoftware hebt die Prognose an – viel Arbeit wartet aber im Zukunftsgeschäft mit Datenanalyse.
Update: 14.07.2016 - 14:52 Uhr
Daumen hoch: Die Software AG hat den Ausblick fürs laufende Jahr angehoben. Die „Projektpipeline“ sei gut gefüllt, sagt Vorstandschef Karl-Heinz Streibich. Quelle: dpa
Software-AG-Chef Streibich

Daumen hoch: Die Software AG hat den Ausblick fürs laufende Jahr angehoben. Die „Projektpipeline“ sei gut gefüllt, sagt Vorstandschef Karl-Heinz Streibich.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Software AG will anderen Unternehmen helfen, die Digitalisierung zu bewältigen. Doch selbst profitiert der Darmstädter Konzern gerade davon, dass der Umbruch nicht ganz so schnell vonstatten geht wie gedacht: Da das alte Datenbankgeschäft nur relativ langsam schrumpft und sich das neue Geschäft mit Big Data und Business Intelligence zumindest solide entwickelt, fallen die Zahlen besser aus als erwartet. Die Nummer zwei hinter SAP hebt den Ausblick fürs gesamte Geschäftsjahr an, die operative Marge soll 30,5 bis 31,5 Prozent betragen. 0,5 Prozentpunkte mehr als bisher.

Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 409,6 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 42 Prozent auf 88,7 Millionen Euro. „Es ist uns gelungen, die hohen Margen in den einzelnen Geschäftsbereichen zu halten oder sogar auszubauen“, erklärte Finanzvorstand Arnd Zinnhardt am Donnerstag. „Diese Kennzahlen machen mich zuversichtlich für die weitere geschäftliche Entwicklung der Software AG.“ Die Anleger reagierten erfreut, der Aktienkurs kletterte um bis zu neun Prozent.

Die Software AG ist derzeit im Umbruch. Das bisherige Kerngeschäft mit Datenbanken (Adabas & Natural, A&N) ist sehr profitabel, schrumpft aber langfristig. Daher baut der Spezialist für Firmensoftware neue Geschäftsfelder auf. Etwa für Systemintegration, Big Data und Business Intelligence, also die systematische Analyse von Daten. Diese sind als Digital Business Platform (DBP) zusammengefasst.

Diese deutschen Technologie-Marken sind zukunftssicher
Made in Germany
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Das Image der deutschen Ingenieure hat durch den Dieselskandal gelitten. Doch etliche Technologie-Marken genießen weiterhin einen exzellenten Ruf - und gelten als besonders zukunftsfähig. Das zeigt die Studie „Made in Germany 4.0“ der Markenberatung Brandtrust. Die Berater haben dafür rund 70 Top-Manager, sowie 3.300 Kunden und Einkäufer befragt.

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Kriterien
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Bewertet wurden 33 deutsche Marken nach zehn Kriterien: Der Fähigkeit, höhere Preise durchzusetzen, der Adaptionsfähigkeit. der Anfälligkeit für Trends. der gesellschaftlichen Relevanz. der Unverzichtbarkeit für die Kunden, dem Markenerlebnis, der Fähigkeit, die Kunden zu Markenbotschaftern zu machen, dem Stolz der Mitarbeiter, der Fähigkeit, den Absatz kontinuierlich auszubauen - und der Bekanntheit. Die Überraschung: deutsche Premiumautobauer wie Audi, BMW, Porsche und Mercedes landen dabei nur im Mittelfeld. "Deutsche Automobilhersteller sind zu langsam darin, die etablierten Marken mit neuen Geschäftsmodellen aufzuladen", erklärt Studienautor Jürgen Gietl.

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Platz 10 - Festo - 66,4 Punkte
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Den Auftakt in die besten Zehn macht der schwäbische Automatisierungstechniker Festo. Weltweit hat das Unternehmen 17.800 Mitarbeiter und verfügt offenbar über ein großes Vertrauen bei Topmanagern, Einkäufern und Kunden. Nicht nur das "Bionic Kangaroo", das Festo auf der Hannover Messe 2014 präsentierte, dürfte damit in den kommenden Jahren große Sprünge machen.

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Platz 9 - Siemens - 67,7 Punkte
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Der bestplatzierte Dax-Konzern im Ranking kommt aus München. Etwas überraschend, da Siemens turbulente Jahre hinter sich hat. Doch bei den Geschäftskunden schneidet Siemens weiterhin gut ab. "Siemens hat als erstes Technologieunternehmen überhaupt seine Marke systematisch entwickelt. Eine über so viele Jahre so stark aufgebaute Marke machen ein paar Managerverfehlungen so schnell nicht kaputt", erklärt Studienautor Gietl.

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Platz 8 - B.Braun - 68,4 Punkte
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Der Medizintechnikherstellers B. Braun aus Melsungen scheint für seine Kunden unverzichtbar und erreicht hier Spitzenwerte. Dass die Hessen ihre Premiumpreise auch bei hohem Volumen durchsetzen können, spricht nach Ansicht der Studienautoren für ein zukunftssicheres Geschäft.

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Platz 7 - Bosch - 68,5 Punkte
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Wenn Bosch einen neuen Forschungscampus eröffnet, dann kommt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch. Die Schwaben scheinen nach Ansicht der Brandtrust-Studie offenbar gut vorbereitet auf die Zukunft - vor allem weil der Zulieferer in etlichen Hochtechnologiebereichen führend ist.

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Platz 6 - Kuka - 69 Punkte
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Roboter von Kuka sind nicht nur für Volkswagen nahezu unverzichtbar. Die Augsburger sind in etlichen Technologiesparten vertreten und gelten nach Ansicht der befragten Kunden und Einkäufer darum als besonders zukunftsfähige Marke.

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Die Software AG profitierte davon, dass sich sein angestammtes Datenbankgeschäft Adabas & Natural besser entwickelte als prognostiziert: Gerade im ersten Quartal konnte das Unternehmen zahlreiche Lizenzen verkaufen, der Umsatz stieg im selben Zeitraum um sieben Prozent. Daher soll die Sparte mit einem Minus von zwei bis sechs Prozent weniger schrumpfen als bislang gedacht. Das Segment sei „bemerkenswert stabil“, erklärte die DZ Bank in einer Notiz an ihre Kunden.

Zum anderen machen sich die Einsparungen im Vertrieb bemerkbar. „Die Software AG tritt bei den Vertriebsaufwendungen in der Wachstumssparte DBP heftig auf die Bremse“, sagte Mirko Maier, Analyst der LBBW, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Konzern hat unter anderem die Prozesse optimiert und sich von Mitarbeitern getrennt, die die Ziele nicht erfüllt haben.

Trotz der unerwartet guten Zahlen sehen Experten Verbesserungsbedarf: In der Sparte Digital Business Plattform lag das Umsatzplus im ersten Halbjahr mit fünf Prozent am unteren Ende der Spanne – zu wenig für ein Wachstumsgeschäft. „Ein Technologieunternehmen wird nicht nur an den Kosten bemessen, sondern auch an der Wachstumsstory“, betont LBBW-Analyst Maier.

Immerhin besteht Hoffnung auf eine bessere Entwicklung im zweiten Halbjahr. Der Konzern verweist auf eine „starke Projektpipeline“ und etliche Großaufträge. Zudem bleibt der Konzern bei seiner Prognose von fünf bis zehn Prozent Plus für das Segment. „Das lässt darauf hoffen, dass es im zweiten Halbjahr mehr Dynamik gibt“, sagt LBBW-Analyst Maier.

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