Softwarehersteller erhöht Umsatzprognose Der „Blockbuster“ schiebt den SAP-Umsatz an

Der Softwarekonzern SAP steigert seinen Umsatz um zehn Prozent. Vor allem das Flaggschiff S4/Hana macht Bill McDermott Freude. „Das ist ein Blockbuster“, frohlockt der Vorstandschef – und erhöht die Umsatzprognose.
Update: 20.07.2017 - 13:24 Uhr 1 Kommentar
Der SAP-Chef hat die Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht erhöht. Quelle: AFP
Bill McDermott

Der SAP-Chef hat die Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht erhöht.

(Foto: AFP)

Walldorf/FrankfurtEuropas größter Softwarehersteller SAP ist nach einem starken Umsatzplus im zweiten Quartal etwas optimistischer. Weil der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 5,78 Milliarden Euro überraschend stark anzog, traut sich der Dax-Konzern nun auch auf Jahressicht etwas mehr zu, wie SAP am Donnerstag mitteilte.

Wegen anhaltend hoher Nachfrage nach dem Flaggschiffprodukt S4/Hana hob der Marktführer für Firmensoftware seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr um 100 Millionen Euro auf 23,3 bis 23,7 Milliarden Euro an. Das Softwarepaket baue seine marktführende Position rasch aus und erobere neue Branchen, erklärte Vorstandschef Bill McDermott. „Das ist ein Blockbuster“, sagte er.

Das um Sondereinflüsse und Währungseffekte bereinigte Betriebsergebnis kletterte um drei Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. Analysten hatten nach Umfragen von Reuters und Vara Research mit 1,59 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich sank der Gewinn um 18 Prozent auf 666 Millionen Euro. Weil der SAP-Aktienkurs stark gestiegen ist, kostet die aktienbasierte Vergütung von Managern und Beschäftigten den Konzern mehr Geld. Zudem beschäftigt SAP deutlich mehr Mitarbeiter als vor einem Jahr. Zuletzt waren es gut 87.100 – nach knapp 80.000 Mitte 2016.

Den Aktionären will der Softwarekonzern in diesem Jahr bis zu 500 Millionen Euro über den schon angekündigten Aktienrückkauf zukommen lassen. Das Wachstum sei stark und dem Konzern fließe viel Geld zu, sagte Finanzchef Luka Mucic. SAP hatte mehrfach angedeutet, dass der Schuldenabbau nach der milliardenschweren Concur-Übernahme 2014 vorankommt und der Konzern sich derzeit keine weiteren großen Zukäufe leisten will.

An der Börse verpuffte unterdessen die um 100 Millionen Euro auf 23,3 bis 23,7 Milliarden Euro angehobene Umsatzprognose für 2017. Und auch das Volumen von bis zu 500 Millionen Euro für das schon in Aussicht gestellte Aktienrückkaufprogramm verfing nicht. Die Aktie des Dax-Konzerns, der traditionell den Reigen der Quartalszahlen eröffnet, sank zeitweise um mehr als ein Prozent auf Kurse knapp über 90 Euro.

Der mit mehr als 112 Milliarden Euro Marktkapitalisierung wertvollste Dax-Konzern arbeitet auf Hochtouren an neuen Softwarelösungen für den jüngsten Digitalisierungsschub in der Industrie. Mit künstlicher Intelligenz und dem Auswerten von Massendaten will SAP den Kunden in 25 Branchen Werkzeuge für neue digitale Geschäftsmodelle liefern.

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