Softwarekonzern SAP peilt Marge von über 30 Prozent bis 2020 an

Die Neuausrichtung des Konzerns belastete lange die Marge. SAP will sie nun innerhalb von zwei Jahren steigern.
Update: 07.03.2018 - 11:10 Uhr Kommentieren
SAP peilt Marge von über 30 Prozent bis 2020 an Quelle: Reuters
SAP

Die Neuausrichtung auf die Cloud erforderte hohe Investitionen.

(Foto: Reuters)

BerlinDer Softwarekonzern SAP will wieder profitabler werden. Innerhalb von zwei Jahren solle die operative Marge über die Marke von 30 Prozent springen, kündigte Finanzchef Luka Mucic am Dienstagabend auf dem Kapitalmarkttag in New York an. Ziel sei es, 2020 bei etwa 30,7 Prozent zu liegen. Im laufenden Jahr wolle sich SAP von zuletzt 28,9 Prozent auf 29,8 Prozent steigern.

An der Börse kamen die Pläne des Dax-Konzerns gut an. Die Aktie legte am Mittwochvormittag in einem negativen Marktumfeld 0,8 Prozent zu. Die Analysten von Baader Helvea prognostizierten, dass die Marge mittelfristig auch rund 35 Prozent erreichen könne, da die Hochzeit der Investitionen hinter SAP liege.

Die Neuausrichtung auf die Cloud erforderte von dem weltweit tätigen Walldorfer Konzern hohe Investitionen in die Entwicklung von neuer Software, die Transformation von Daten auf externe Server und die Belegschaft. Dies belastete über viele Quartale die Marge. Die Talsohle sei im vergangenen Jahr durchschritten worden, sagte Mucic.

Nach 2020 sei geplant, die Marge weiter zu verbessern. Zur Steigerung der Profitabilität sollen laut Mucic unter anderem Straffungen bei Marketing und Vertrieb sowie der Einsatz von maschinellem Lernen beispielsweise bei Online-Chats beitragen.

Laut Produktvorstand Bernd Leukert wechseln immer mehr Kunden zu übers Internet frei zugänglichen Cloud-Anbietern wie Microsoft, Google oder Amazon. SAP arbeite mit allen großen Cloud-Dienstleistern zusammen: „Wir wollen Freunde der Besten sein: Der Googles, der Amazons, der Azures (Microsoft)”, sagte Leukert.

Im Zuge der Datenverlagerung hat SAP in den vergangenen Jahren bereits zehn Rechenzentren geschlossen und beschleunigt diese Entwicklung nun. Bis Ende 2019 sollen weitere 18 vom Netz gehen. Zuletzt hatte SAP 45 Rechenzentren in Betrieb. Leukert kündigte zudem eine weitere Integration der bereits getätigten Cloud-Akquisitionen auf eine gemeinsame Plattform bis Jahresende an. Dies werde auch Kosten sparen. SAP ist im Cloud-Geschäft vor allem mit Zukäufen gewachsen. Erst kürzlich erwarb der Konzern die aufs Kundenmanagement spezialisierte US-Softwarefirma Callidus, um dem Erzrivalen Salesforce mehr Konkurrenz zu machen.

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