Soziale Netzwerke Snapchat könnte Facebook mit Amazon-Funktion düpieren

Snapchat steht nach Facebooks jüngster Instagram-Offensive unter Druck: Nun spekulieren US-Medien über eine Kooperation mit Amazon.
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Snapchat könnte mit Amazon-Funktion Facebook Konkurrenz machen Quelle: dpa
Snapchat vs. Instagram

Die beiden sozialen Netzwerke buhlen um die Gunst junger Menschen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSnapchat und Facebook kämpfen im Internet seit Jahren um eine für Werbekunden ganz besondere Zielgruppe: Junge Menschen. Lange sah es dabei so aus, als ob Snapchat mit seiner Plattform der sich selbst löschenden Bilder das Rennen machen würde. Doch Facebook konterte. Seitdem verschieben sich die Kräfte wieder.

Nun scheint Snap noch einmal zu versuchen aus dem Schatten des großen Konkurrenten herauszutreten: Wie der gut informierte Tech-Blog „Techcrunch“ berichtet, soll Snapchat an einer Kamera-Funktion arbeiten, die direkt zu Amazon-Produkten führen soll. Das will „Techcrunch“ in Snapchats verborgenen Code gelesen haben.

In der Praxis würde das so funktionieren: Hält ein Snapchat-Nutzer seine Kamera auf ein Produkt oder einen Barcode, landet es anschließend ohne Umwege in seinem Amazon-Warenkorb.

Snapchat-Gründer Evan Spiegel will damit verhindern, dass seine Plattform in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Denn es läuft nicht rund bei der Video- und Fotoschnippsel-App von Spiegel, die einst angetreten war, Facebook vom Thron des größten sozialen Netzwerks zu stoßen – und es sieht fast so aus, als könnte Spiegel die Entscheidung bereuen, seinen Dienst nicht an Facebook-Chef Mark Zuckerberg zu verkaufen.

Seitdem versucht Facebook alles, um keine Nutzer an die App mit dem Gespenst zu verlieren. Der jüngste Schachzug: Die Einführung von Instagram TV, einer Plattform für Videos, die dem Snapchat-Produkt Discover ziemlich ähnlich sieht.

Der harte Wettbewerb zwischen den beiden Plattformen hinterlässt Spuren in der Bilanz von Snapchat: Der Umsatz im ersten Quartal 2018 erreichte mit 230 Millionen Dollar nicht die erhofften 245 Millionen Dollar, die Analysten erwartet hatten. Der Zuwachs war im Vorjahresvergleich zwar 54 Prozent höher, gegenüber dem direkten Vorquartal gab es aber ein Minus von 19 Prozent.

Auch bei der Nutzerzahl sah es nicht besser aus: Sie lag bei 191 Millionen, 194 Millionen war das Ziel der Analysten. Für das laufende Quartal wird eine weitere „spürbare Verlangsamung“ des Umsatzwachstums erwartet, räumte das Unternehmen ein. Mehrere Führungskräfte haben Snap mittlerweile verlassen, und sieben Prozent der Angestellten mussten gehen.

Verhielt sich Spiegel kurz nach Börsengang und schlechten Zahlen mitunter arrogant, ist nun die große Demut eingekehrt. Denn die Aktie hat die einstigen Höchstwerte von über 20 US-Dollar lange hinter sich gelassen.

Die Snap-Amazon-Funktion könnte nun die Wende einleiten: Wenn sich Facebook weiter im Unterhaltungsbereich breit macht, könnte der Schwenk zum Shopping tatsächlich neue Nutzer auf die Plattform locken.

Schließlich setzt sie nicht nur auf den Impulseinkauf, sondern würde geschickt die digitale mit der analogen Welt miteinander verknüpfen. Snapchat als Shopping-App wäre ein Alleinstellungsmerkmal – zumindest solange Facebook nicht ähnliches einführt.

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