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Soziales Netzwerk Kartellamt wirft Facebook Daten-Missbrauch vor

Neuer Ärger für Facebook in Deutschland: Das Bundeskartellamt wirft dem sozialen Netzwerk bei der Verwertung von Nutzerdaten missbräuchliches Handeln vor. Nun droht auch aus Frankreich Ärger für den Konzern.
19.12.2017 Update: 19.12.2017 - 13:52 Uhr Kommentieren

„Missbrauch von Nutzerdaten“ – So vergrault man seine Freunde

Berlin Es mag dem ein oder anderen Facebook-Nutzer schon einmal merkwürdig vorgekommen sein: Da suchte man gerade noch im Netz nach Weihnachtsgeschenken, und plötzlich erscheint im persönlichen Newsfeed die passende Werbeanzeige. Denn nicht nur Nutzerdaten innerhalb des Netzwerks werden gesammelt, sondern auch auf Apps und Webseiten von Dritten und mittels hauseigenen Diensten wie WhatsApp und Instagram.

Kurz vor Weihnachten hat das Bundeskartellamt Facebook nun eine vorläufige rechtliche Einschätzung wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung übersandt. Die Behörde bemängelt, dass eine Nutzung des Netzwerks nur dann möglich sei, wenn unbegrenzt jegliche Art von Daten aus Drittquellen gesammelt und mit dem jeweiligen Facebook-Konto verknüpft würden. In einer Stellungnahme des Konzerns weist Yvonne Cunnane, Datenschutzchefin bei Facebook Irland, die Vorwürfe einer marktbeherrschenden Stellung zurück. Sie spricht von einem „ungenauen Bild“, dass die Behörde von Facebook zeichne. Auch in Frankreich droht derweil Ärger: Die Datenschutzbehörde CNIL stellt dem Konzern sogar ein Ulitmatum.

Whatsapp, Instagram, Facebook - der Dreisatz der modernen Kommunikation: Mark Zuckerberg hat es verstanden. seine Dienste zum wichtigen Teil in der Kommunikation der Verbraucher zu machen. So sieht es auch das Bundeskartellamt. Doch nicht nur die Datenzusammenführung innerhalb der Dienste kritisiert die Behörde.

Es geht auch um die Nutzung anderer Dienste außerhalb von Facebook: So würden Daten von Webseiten und Apps schon mit deren Aufruf beziehungsweise Installation an Facebook fließen, wenn sie eine der Schnittstellen eingebunden haben. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, nimmt in der entsprechenden Pressemitteilung Stellung: „Wir sehen vor allem die Datensammlung außerhalb des sozialen Netzwerks von Facebook und ihre Zusammenführung mit dem Facebook-Konto als problematisch an.“ Mithilfe von Schnittstellen flößen auch dann Daten an Facebook und würden dort gesammelt und verwertet, wenn man andere Internetseiten besuche.

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    Dies geschehe sogar schon, wenn man zum Beispiel einen „Gefällt Mir“-Button gar nicht nutze, aber eine entsprechende Seite aufgerufen habe, in die ein solcher Button eingebettet ist, so Mundt: „Dies ist den Nutzern nicht bewusst. Wir sehen nach dem jetzigen Stand der Dinge auch nicht, dass zu diesem Verhalten von Facebook, dem Daten-Tracking und der Zusammenführung mit dem Facebook-Konto, eine wirksame Einwilligung der Nutzer vorliegt. Das Ausmaß und die Ausgestaltung der Datensammlung verstößt gegen zwingende europäische Datenschutzwertungen.“

    Nach der vorläufigen Auffassung des Bundeskartellamtes muss Facebook als marktbeherrschendes Unternehmen bei dem Betrieb seines Geschäftsmodells berücksichtigen, dass die Facebook-Nutzer nicht auf andere soziale Netzwerke ausweichen können. Die Teilnahme am Facebook-Netzwerk setzt eine Registrierung und eine uneingeschränkte Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen zwingend voraus. Der Nutzer wird vor die Wahl gestellt, entweder das „Gesamtpaket“ zu akzeptieren oder auf die Nutzung des Dienstes zu verzichten.

    Facebook kontert die Vorwürfe
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