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Soziales Netzwerk Sicherheitschef verlässt Facebook im Streit

Alex Stamos soll seit Monaten bei der Facebook-Spitze angeeckt sein. Der Grund: Seine Kritik am Umgang mit einer mutmaßlichen russischen Desinformationskampagne.
Update: 20.03.2018 - 01:27 Uhr Kommentieren

Datenaffäre erschüttert Facebook – Welche Folgen hat der Skandal?

Bangalore/Berlin Der Sicherheitschef von Facebook verlässt laut einem Medienbericht den Konzern nach einem Streit über den Umgang mit einer mutmaßlichen russischen Desinformationskampagne.

Alex Stamos habe sich innerhalb des weltgrößten sozialen Onlinenetzwerks dafür starkgemacht, die Vorgänge zu untersuchen und öffentlich zu machen, berichtete die „New York Times“ am Montag unter Berufung auf frühere und gegenwärtige Mitarbeiter.

Damit sei er allerdings oft bei der Konzernspitze angeeckt, unter anderem bei Sheryl Sandberg, die für das operative Geschäft zuständig ist. Nachdem seine Aufgaben im Dezember anderen zugeteilt worden seien, habe Stamos beschlossen, Facebook zu verlassen. Das Management habe jedoch befürchtet, dass sein Ausscheiden einen schlechten Eindruck machen könnte und ihn dazu bewegt, bis August zu bleiben.

Eine Facebook-Sprecherin ging auch nicht auf die Frage nach einem Abschied Samos' ein. Stattdessen verwies sie auf einen Tweet des Managers, laut dem er bei Facebook voll im Dienst stehe. Seine Aufgabe habe sich nicht geändert, schrieb er.

Facebook war nach der Präsidentschaftswahl 2016 vorgeworfen worden, nicht genug gegen mutmaßliche russische Wahlbeeinflussung unternommen zu haben. Kongressabgeordnete hatten eine stärkere Regulierung des Konzerns ins Gespräch gebracht. Diese Forderung wurden nun erneut laut, nachdem die britische Firma Cambridge Analytica in die Kritik geraten war.

Das Unternehmen soll vom Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump angeheuert worden sein, um Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern ohne deren Wissen abzugreifen und ihnen auf sie zugeschnittene politische Botschaften präsentiert haben. Auf diese Weise soll Cambridge Analytica Einfluss auf deren Wahlverhalten genommen haben.

Die Aktien des Unternehmens haben sich am Montag auf die größte Talfahrt seit mehr als fünf Jahren begeben. Sie gaben um sieben Prozent nach und wischten damit über 35 Milliarden Dollar des Marktwertes vom Börsenparkett.

  • rtr
  • ap
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