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Sponsoren für Sinfonien Musikliebhaber sollen der Branche Schwung geben

Die Musikverlagsbranche hat heute vor allem mit Raubkopierern zu kämpfen. Nun sollen ungewöhnliche Geschäftsmodelle beim Überleben helfen, wie beispielsweise "Auftragsarbeiten" - ganz nach dem Vorbild der Klassiker.
24.04.2011 - 09:11 Uhr Kommentieren
Klaviertastatur: Die Unternehmerin Dagmar Sikorski ist auf der Suche nach Musiksponsoren. Quelle: dpa

Klaviertastatur: Die Unternehmerin Dagmar Sikorski ist auf der Suche nach Musiksponsoren.

(Foto: dpa)

Hamburg Musikverlegerin Dagmar Sikorski nimmt sich die Klassiker zum Vorbild. Beethoven und Mozart waren auf Sponsoren angewiesen. Sonaten, ganze Sinfonien wären ohne das Geld betuchter Musikliebhaber nie komponiert worden. Das Geschäftsmodell müsste auch in der Neuzeit funktionieren, glaubt die Hamburger Unternehmerin. Aber in abgewandelter Form: Der Finanzier gibt nicht nur sein ganz persönliches Werk in Auftrag. Es wird zudem seinen Namen tragen.

Ob nun „Klavierkonzert für Volker Schmidt“ komponiert von Lera Auerbach besser klingt als „Kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart, darüber lässt sich streiten. Fest steht: Die Branche braucht neue Ideen, um in der digitalen Welt überleben zu können. Verlage wie Sikorski verwerten die Rechte zur Aufführung von Musik – im Radio wie auf der Bühne. Ihr größter Feind: illegale Kopierer.

Partnerin für Sikorskis „Auftragsarbeiten“ soll die Komponistin und Pianistin Lera Auerbach sein. Die 37-jährige Russin zählt zu den meistgespielten Autorinnen der jüngeren Generation. Die Auerbach-Werke „mit freundlicher Unterstützung von....“ sollen dem Hamburger Musikverlag nun neuen Schwung geben. Geld verdient die 54-jährige Unternehmerin bislang mit der Vermarktung von Kompositionen.

Gut verdrahtet in der Musikbranche

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    Ob Hans Albers „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ durch den Äther krächzt oder die Sinfonie Nr.2 „An den Oktober“ des Komponisten Dmitri Schostakowitsch im Konzerthaus erklingt – die Rechte hält der mittelständische Verlag. Neben Unterhaltungs- und klassischer Musik stehen auch Liedermacher wie Rolf Zuckowski unter Vertrag.

    Musikverlegerin Sikorski, verheiratet mit RWE-Vorstandschef Jürgen Grossmann, führt mit ihrem Neffen Axel das 1935 gegründete Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern. Sie ist Präsidentin des Deutschen Musikverleger-Verbands, Aufsichtsrätin der Verwertungsgesellschaft Gema – und ausgesprochen gut in der Musiklobby verdrahtet.

    Rund 1500 Musikverlage gibt es in Deutschland. Keiner gleicht dem anderen: Globale Plattenkonzerne wie Universal Music machen einerseits Milliardengeschäfte, Wohnzimmerverlage für Zithermusik bedienen hingegen ausgewählte Kundschaft für kleines Geld. „Wir sind zum Glück in der Marktnische der zeitgenössischen Musik unterwegs,“ sagt Sikorski. „Das macht uns unabhängiger von Trends, und es ist ein Feld, dem sich größere Verlage nicht widmen.“

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