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Start-up Lapixa So will Gründer Serge Licht Fotodieben Einhalt gebieten

Das Berliner Start-up Lapixa bezeichnet sich selbst als Robin Hood der Fotografen. Die Software des Legaltechs mahnt Fotodiebe ab – zuletzt die AfD.
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Gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern vereinfacht er den Abmahnprozess für Fotografen und andere Bildinhaber.
Serge Licht

Gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern vereinfacht er den Abmahnprozess für Fotografen und andere Bildinhaber.

BerlinWer einmal Post von einer Abmahnkanzlei erhält, hat kein besonders positives Bild von der Branche. Das Berliner Start-up Lapixa will damit aufräumen und bezeichnet sich selbst als „digitalen Robin Hood“ für Fotografen. Diese können auf einer Plattform ihre Bilder hochladen. Ein Algorithmus sucht, wer diese widerrechtlich im Internet benutzt. Der Service ist kostenlos, erst bei einer Abmahnung verdient Lapixa Geld. Das Besondere: Es werden nur gewerbliche Anbieter abgemahnt – so wie jüngst auch die AfD.

Gründer ist der 28-jährige Serge Licht, der die Idee für das Legaltech von Investor Markus Malti umsetzte. Malti ist als Chef von WeQ, Spezialist für Mobile Advertising, kein Unbekannter in der Berliner Start-up-Szene. Er brachte mit Geschäftspartner Sven Lubeck, der 25 Firmen gründete, neben Kapital viel Erfahrung ein.

Serge Licht hat einen Abschluss von der London School of Economics und Berufserfahrung im Investmentbanking. Doch ihn reizte 2016 das Gründen. Mittlerweile sorgt Lapixa mit teils spektakulären Abmahnungen für Schlagzeilen – nicht zuletzt gegen die AfD Goslar. Auf deren Homepage schlug der Algorithmus bei einer Abbildung des Brandenburger Tors an. „Wir hatten Fälle gegen viele Parteien. Aber gerade bei der AfD war es interessant, weil sie sich immer als Überpartei darstellt, die die Rechte von Bürgern schützt. Dann klauen sie am Ende aber selbst“, so Licht.

Die AfD zahlte schließlich 425 Euro. Besonders unwillig dagegen waren Kirchenverbände, wenngleich die gesetzliche Lage klar ist. Unklar ist allerdings die Bemessung der Abmahngebühren, die zwischen 150 und 20.000 Euro schwanken. „Zumeist ist man bei Lapixa mit überzogenen Forderungen konfrontiert. Dagegen sollte man sich wehren“, sagt etwa Carl Christian Müller, Fachanwalt für Urheberrecht.

Serge Licht entgegnet: „Die Abmahnung mit den deutlich höheren Kosten erfolgt erst dann, wenn unsere Schreiben, in denen wir die Abmahnkosten ankündigen, ignoriert wurden.“ Letztendlich treiben die Rechtsanwaltsgebühren die Summe in die Höhe, da sich diese am Streitwert bemessen. Der ist bei Unterlassungsansprüchen schnell im fünfstelligen Bereich. Ein Gerichtsverfahren ist daher vor allem für den Angeklagten teuer und meist aussichtslos.

Viele Unternehmen, die Fotos geklaut haben, wissen das und zahlen. 2017 machte Lapixa einen niedrigen siebenstelligen Umsatz, der Gewinn lag im hohen sechsstelligen Bereich. 2018 gab es laut Licht ein signifikantes Wachstum. Indiz ist auch der Einstieg des Softwareinvestors Rudolf van Megen im Sommer. Damals hatte Lapixa eine Bewertung im hohen einstelligen Millionenbereich.

Hatte die Software anfangs noch Kinderkrankheiten, hat sich die Treffergenauigkeit massiv erhöht. Selbst Wasserzeichen oder Ausschnitte sind kein Problem mehr. „Mit Lapixa erhalte ich ein ganzes Stück Kontrolle über die Verbreitung meiner Bilder wieder“, lobt zum Beispiel Fotograf Johannes Knuth, einer von knapp 4.500 Nutzern. In sechs Monaten soll sich deren Zahl verdoppeln. Dafür werden auch die Geschäfte in den USA intensiviert. Dort konnte Licht namhafte Fotografen wie Calvin Hollywood gewinnen.

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1 Kommentar zu "Start-up Lapixa: So will Gründer Serge Licht Fotodieben Einhalt gebieten"

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  • Nach eigenen Angaben in seinen Videos hat Calvin Hollywood sogar einreise verbot in den USA, das berichtete er mal in einem seiner Videos! Zumindest bezeichnete er sich in dem Video als Unerwünschte Person in den USA! Das alles hatte wohl mit einem Missverständnis zutun.