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Start-up wagt den ersten Zukauf Warum Shore ein Einhorn werden will

Shore ist eines der am schnellsten wachsenden IT-Start-ups in Deutschland und verdreifacht jedes Jahr den Umsatz. Nun steht für die junge Firma aus München der nächste Schritt an: Die erste Übernahme.
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Terminplanung, Kundenkontakt, Personallisten: Die Software von Shore soll Handwerkern, Friseuren und Ärzten das Leben leichter machen. Quelle: dpa
Betriebssystem für Friseure

Terminplanung, Kundenkontakt, Personallisten: Die Software von Shore soll Handwerkern, Friseuren und Ärzten das Leben leichter machen.

(Foto: dpa)

MünchenDer Software-Spezialist Shore hat Chancen, zu einem der wenigen „Einhörner“ in Deutschland zu werden. „Unicorns“ werden auf englisch Start-ups genannt, die mehr als eine Milliarde Dollar wert sind. Das Münchener Unternehmen, das eine Art digitales Betriebssystem für lokale Dienstleister wie Friseure und Ärzte anbietet, verdreifacht den Umsatz jedes Jahr und hat renommierte Investoren an Bord. Mit der Übernahme eines anderen Start-ups macht Shore nun den nächsten Schritt.

Dazu kauft Shore absence.io. Das deutlich kleinere Start-up hat seinen Sitz ebenfalls in München und soll schon bald in die Shore-Zentrale in der Nähe des Löwenbräukellers am Stiglmaierplatz umziehen. „Das ist unsere erste klassische Akquisition“, sagte Shore-Gründer Philip Magoulas dem Handelsblatt. Doch er gibt sich zuverlässig: „Das ist vor allem eine Informatikergruppe und schnell für uns zu integrieren.“

Shore gehört zu den am schnellsten wachsenden Digitalstart-ups in Deutschland. In mehreren Finanzierungsrunden wurden 25 Millionen Euro eingesammelt, zu den Investoren gehören die Funke-Mediengruppe, Senovo, Metro, Otto und die Zalando-Gründer. Im vergangenen Jahr wurde der Umsatz auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag verdreifacht. Shore will dieses Tempo beibehalten. „Wir gehen nicht vom Gaspedal, wir sehen keine Grenzen für das Wachstum“, sagt Magoulas.

Mit der Software von Shore können zum Beispiel Dienstpläne erstellt und der Betrieb organisiert werden. So können Kunden etwa beim Friseur online einen Termin machen. Der Dienstleister wiederum kann seinen Kunden eine Nachricht schicken, ob es nicht mal wieder Zeit für einen Haarschnitt ist, und mit der Software den Personaleinsatz planen.

Mit absence.io kommt nun ein Software-Spezialist für das sogenannte Abwesenheits-Management bei kleinen und mittelständischen Unternehmen hinzu. Mit einem Tool können Urlaube oder Krankheitstage geplant oder dokumentiert werden. Zu den Kunden gehören unter anderem Check24 und der Maschinenbauverband VDMA.

Shore verspricht sich verschiedene Synergien. Zum einen wächst die Kundenbasis: Den Nutzern von absence.io können nun auch Shore-Funktionen verkauft werden und umgekehrt. Zum anderen können beide Produkte auch kombiniert werden. Absence.io könne „bei der Gewinnung von neuen Kunden das Einstiegsprodukt zum Kennenlernen“ sein, drückt es Magoulas aus.

Shore wurde 2012 gegründet und hat inzwischen mehr als 200 Mitarbeiter. Magoulas hatte früher bei Boston Consulting gearbeitet und gehörte zu den ersten zehn Mitarbeitern von Zalando. Sein Partner Alexander Henn war Seriengründer und hatte unter anderem Boerseninvestor.de, den Onlineshop Libute.de und den Inkubator Xantera AG gegründet. Er kann sich aber vorstellen, bei Shore sesshaft zu werden. „Das ist das erste große Thema, an das ich langfristig glaube.“

Durch absence.io soll die Dynamik nun noch verstärkt werden. Shore hatte die Software selbst im eigenen Haus im Einsatz. Auf einer App auf dem Handy können die Beschäftigten damit zum Beispiel sehen, ob ein Kollege gerade im Urlaub oder im Dienst ist. „Alle Mitarbeiter waren glücklich“, sagt Magoulas. Das kleine Start-up hat vor allem kleine und mittelständische Kunden. Viele von ihnen führten die Urlaubslisten bislang in einer Excel-Tabelle, auf die nicht alle Mitarbeiter Zugriff haben. „Shore ist deutlich größer und wir können von der Vertriebskraft profitieren“, ist absence.io-Gründer Nikbin Rohany überzeugt. Er will als Geschäftsführer an Bord bleiben.

Für Shore soll es nicht die letzte Akquisition bleiben. „Wir halten die Augen weiter offen“, sagt Magoulas.

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1 Kommentar zu "Start-up wagt den ersten Zukauf: Warum Shore ein Einhorn werden will"

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  • Wenn selbst ein wilder Serienunternehmer gezähmt werden kann, dann muss ein einhorn werden!

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