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Stefan Raab und Pro Sieben Der rätselhafte Raab-Effekt

Stefan Raab tritt zurück – doch die Aktionäre sind nur kurz geschockt. Denn Pro Sieben ist längst nicht mehr allein auf ihn angewiesen. Wen wir bald häufiger im TV sehen – und warum uns ein wenig Raab erhalten bleibt.
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Börse bedauert Raab-Rückzug

DüsseldorfDa war er plötzlich: der Raab-Effekt. Am Donnerstagmorgen gab die Aktie des TV-Konzerns Pro Sieben Sat.1 vorbörslich um bis zu fünf Prozent nach. In der Nacht war bekanntgeworden, dass der Entertainer Stefan Raab, der mit seinen diversen Shows („TV Total“, „Schlag den Raab“, „Bundesvision Song Contest“ etc.) zahlreiche Sendeplätze bei Pro Sieben belegt, nur noch bis Ende des Jahres vor der Kamera stehen wird.

Schon vor Jahren hieß es, sollte der Metzgersohn mit abgebrochenem Jurastudium eines Tages den Sender verlassen, würde die Aktie der gesamten Sendergruppe darunter leiden. Genau diese Befürchtung schien sich nun bewahrheitet zu haben.

Tatsächlich hat Raab Pro Sieben geprägt wie kein anderer TV-Star. 1999 kam er zu dem Sender, nachdem er bereits erfolgreich für den Musikkanal Viva und als Musiker („Hier kommt die Maus“, „Böörti Vogts“) gearbeitet hatte. Für Pro Sieben moderierte er das von ihm selbst entwickelte „TV Total“. Die Show lief zunächst nur wöchentlich und ist seit 2001 sogar viermal die Woche zu sehen.

Daneben beglückte Raab Pro Sieben mit unzähligen weiteren Formaten wie der „Wok-Weltmeisterschaft“, dem „TV Total Turmspringen“, verschiedenen Stockcar-Rennen, einer Reihe von Poker-Nächten, einem Eisfußball-Pokal und der Autoball-Europameisterschaft. Zudem fand er Zeit für die ARD, die deshalb mit Pro Sieben kooperieren musste, mit Lena Meyer-Landrut eine Sängerin aufzubauen, die prompt den Eurovision Song Contest gewann.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere entsandte Pro Sieben Sat.1 vor der Bundestagswahl 2013 den Entertainer gar als ihren Vertreter in das Kanzlerduell zwischen Angela Merkel und Per Steinbrück. Zuletzt jedoch bekam die Erfolgskarriere des Stefan Raab ein paar Dellen.

Pro Sieben hat längst neue Jungstars

Das waren die Quotenhits der Entertainment-Kanone
TV Total
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Die Kernmarke: Mit „TV Total“ ging er erstmals im März 1999 bei Pro Sieben auf Sendung - und lockte mit seinem Mix aus Klamauk, TV-Schmankerln und Promis jeden Montagabend regelmäßig etwa vier Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Später wurde das Format ausgebaut und lief viermal wöchentlich. Bislang moderierte er seine Sendung 2180 Mal. Im Laufe der Jahre entwickelte er etliche Ideen und Showformate. So zum Beispiel...

(Foto: dpa)
Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen
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Im November 2012 wollte es der Visionär des deutschen Privatfernsehens mal wieder wissen. Raab stieg ins Polit-Talk-Geschäft ein. In seinem Format „Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“ konfrontierte der Moderator fünf Talkgäste aus der Politik mit dem Votum der Zuschauer.

(Foto: dpa)
TV-Duell
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Zudem moderierte er im September 2013 gemeinsam mit Anne Will, Maybrit Illner und Peter Klöppel (von links) das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und dem SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück.

(Foto: dpa)
TV Total Stock Car Crash Challenge
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In der Arena auf Schalke, dort, wo normalerweise Fußballer ihre Stollen in den Rasen hauen, gab sich Raab mehrfach die Ehre bei der „TV Total Stock Car Crash Challenge“. Dabei gaben sich verschiedene Teams viel Mühe beim Verschrotten von Autos.

(Foto: obs)
Box-WM
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Profiboxerin Regina Halmich schickte Raab im Jahr 2001 fernsehtauglich auf die Bretter und puschte neben seinem Gesicht auch seine Quote. Da schmerzten die Schläge wohl nicht wirklich. Zudem hatte Raab längst auch andere Pläne, die voll aufgingen...

(Foto: ap)
Wok-WM
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Es folgten Ausflüge in skurrile Sportevents: Das Eisbahnrennen mit Wok fand bereits in mehrfacher Auflage statt. Raab gelang es immer wieder, Promis dazu zu bringen, sich in einer asiatischen Essensschale den Eiskanal herabzustürzen, oder auch vom Sprungturm ins Schwimmbecken – stets gegen einen entsprechenden Obolus.

(Foto: ap)
TV Total in mehreren Varianten
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Weitere Showformate hießen „TV Total Quizboxen“, „Das TV Total Turmspringen“ und „Der große TV Total Parallelslalom“.

(Foto: dpa)

Die Quoten fast aller seiner Formate entwickelten sich rückläufig. Immer deutlicher wurde, dass aus dem Star, der einst junge Zielgruppen erfolgreich an Pro Sieben band, ein Herr in den besten Jahren geworden war. Zwar trat er in seiner Show „Schlag den Raab“ durchaus erfolgreich auch in athletisch anspruchsvollen Disziplinen gegen Kandidaten an, die seine Kinder hätten sein können. Dennoch wird das Multitalent dieses Jahr 49 Jahre alt.

Der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ist er nahezu entwachsen. Längst hat der Sender reagiert: Seine neuen Jungstars heißen Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Mit Shows wie „Circus Halligalli“ und „Das Duell um die Welt“ haben sie bei jungen Zielgruppen Raab längst den Rang abgelaufen.

Joko Winterscheidt (l.) und Klaas Heufer-Umlauf haben in der werberelevanten Zielgruppe Raab längst den Rang abgelaufen Quelle: obs
Joko & Klaas

Joko Winterscheidt (l.) und Klaas Heufer-Umlauf haben in der werberelevanten Zielgruppe Raab längst den Rang abgelaufen

(Foto: obs)

Der Noch-Moderator dürfte sich nach seinem Rücktritt aufs Produzieren verlegen. Er hält 5,63 Prozent der Anteile der Produktionsfirma Brainpool. Mit „Schlag den Star“ hat er bereits einen Ableger von „Schlag den Raab“ entwickelt, der auch ohne ihn gut läuft. Zudem hat er mit den Moderatoren Matthias Opdenhövel und Steven Gätjen sowie seinem Dauerpraktikanten Elton gleich mehrere Nachwuchsstars entdeckt. Auch hinter der Kamera kann Raab für Pro Sieben wichtig sein.

War das der Grund, dass sich die Pro Sieben Sat.1-Aktie im Verlauf des Tages deutlich erholte? Mit einem Minus von nur einem halben Prozent hielt sie sich zuletzt gar besser als der M-Dax, in dem sie notiert ist. Der gab wegen der Griechenland-Krise um 1,4 Prozent nach. So viel zum Raab-Effekt...

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