Stephan Beyer Gründer von Big-Rep will 3D-Druck industrietauglich machen

Vom Investor zum Gründer: Stephan Beyer will mit Big-Rep Pionierarbeit auf dem Gebiet der 3D-Drucktechnik leisten.
Update: 11.09.2018 - 16:59 Uhr Kommentieren
Der Gründer und ehemalige Investor weiß, worauf es bei der Unternehmensführung ankommt. Quelle:  Shai Levy / BigRep GmbH
Stephan Beyer

Der Gründer und ehemalige Investor weiß, worauf es bei der Unternehmensführung ankommt.

(Foto:  Shai Levy / BigRep GmbH)

DüsseldorfWährend Stephan Beyer, Mitgründer und CEO von Big-Rep, durch die Hallen seiner Firma in Berlin-Kreuzberg läuft, nimmt er fast jeden Gegenstand einmal in die Hand. Knallgrüne Stühle, elfenbeinfarbene Grammophon-Lautsprecher, futuristisch geformte Hocker – all das stammt aus den orangefarbenen, übergroßen 3D-Druckern, die Beyers Unternehmen herstellt und verkauft.

Doch Beyer versteht sich nicht als reiner Maschinenbauer. „Unsere Wertschöpfung fängt viel früher an“, erklärt der Mann mit der hohen Stirn und der markanten Brille und legt den Hocker aus Kunststoff wieder beiseite.

Das Berliner Start-up Big-Rep leistet Pionierarbeit auf dem Gebiet der additiven Fertigung, den meisten besser bekannt als 3D-Druck. Während viele Unternehmen in der Branche bisher vor allem auf kleine Modelle gesetzt haben, die auch für Privatanwender interessant sind, spricht Big-Rep vor allem Industriekunden an. Denn mit einem Bauvolumen von bis zu einem Kubikmeter zählen die Drucker der Berliner zu den größten auf dem Markt.

Doch Beyers Geschäft beginnt schon vor dem eigentlichen Verkauf. „Wir unterstützen unsere Kunden dabei, konkrete Projekte umzusetzen“, sagt er. Seine Philosophie: „Erst kommt der Anwendungsfall, dann der 3D-Drucker.“

Mit diesem Rezept haben Beyer und sein Mitgründer und CIO, René Gurka, schon zahlreiche Firmenkunden aus der Großindustrie angelockt: Etihad, BASF, Ford, Siemens, Airbus. Und, was für ein Start-up vielleicht sogar wichtiger ist, fast ebenso viele Investoren: Die Hamburger Holdinggesellschaft Körber ist ebenso darunter wie der Duisburger Stahlhändler Klöckner. In zwei Finanzierungsrunden hat Big-Rep so rund 25 Millionen Euro eingesammelt – eine dritte Finanzierungsrunde steht bevor.

Die Perspektiven sind vielversprechend: Bis 2020 soll das Geschäft mit 3D-Druckern um jährlich 20 Prozent wachsen, schätzen Analysten. Das Beratungsunternehmen McKinsey prognostiziert bis dahin ein mögliches Marktvolumen von 100 bis 250 Milliarden Euro. Auf verstärktes Interesse dürfte die Technologie demnach vor allem in der Luftfahrt, dem Fahrzeugbau sowie der Medizintechnik- und Konsumgüterindustrie treffen.

Die Zahlen der Analysten kennt freilich auch Beyer, der vor der Gründung von Big-Rep lange Jahre als Venture-Capital-Investor gearbeitet hat. „Um vom weltweiten Marktwachstum zu profitieren, haben wir das Unternehmen von Anfang an global aufgestellt“, erklärt er. Heute betreibt Big-Rep Büros in Berlin, Boston und Singapur.

Dabei leisten die Berliner Pionierarbeit: Erst kürzlich entwickelte einer von Beyers Angestellten einen 3D-gedruckten Fahrradreifen, der ohne Luftschlauch auskommt – und deshalb nicht platzen kann.

Mit solchen Projekten will Beyer nicht etwa als Nächstes den Fahrradmarkt erobern, sondern vor allem zeigen, welche Verbesserungen additive Fertigung schon heute möglich macht. „Künftig wollen wir verstärkten Fokus auf die Entwicklung spezieller Materialien legen, die beispielsweise hochfest oder hitzebeständig sind, sowie auf Automatisierungslösungen“, sagt der Big-Rep-Chef. Klingt nach viel weiterer Pionierarbeit.

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