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Strategiewechsel So will die Software AG ihre Wachstumsschwäche überwinden

Der IT-Konzern ist in den vergangenen Jahren kaum gewachsen. Eine neue Strategie soll helfen, die eigenen Produkte besser zu verkaufen.
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Der Konzern Software AG will sich auf seine Stärken bei der digitalen Transformation fokussieren. Quelle: Image Source/Getty Images
Hardware-Leiter

Der Konzern Software AG will sich auf seine Stärken bei der digitalen Transformation fokussieren.

(Foto: Image Source/Getty Images)

DüsseldorfDer Zeitpunkt war gut gewählt. Am Donnerstag legte die Software AG Geschäftszahlen für 2018 vor. Die sahen solide aus, aber nicht mehr. Und so musste Sanjay Brahmawar, seit August Vorstandschef, nicht lange argumentieren, warum er eine neue Strategie vorstellte: Das Unternehmen habe „starke Produkte, ein außergewöhnliches Team und eine solide Finanzlage“ – aber es schöpfe das Marktpotenzial nicht aus.

Das soll das Projekt Helix ändern: Unter diesem Namen richtet Brahmawar die Software AG neu aus. Der Konzern soll sich auf seine Stärken bei der digitalen Transformation fokussieren, mehr auf die Kunden hören, den Vertrieb stärken. „Wir planen eine Abkehr von der Vergangenheit“, sagte der Manager. Deutlicher hätte er sich von seinem Vorgänger Karl-Heinz Streibich kaum distanzieren können.

Die Software AG ist eines der ältesten noch bestehenden IT-Unternehmen der Welt, vor 50 Jahren machten sich die Gründer mit einem Datenbanksystem für Großrechner selbstständig. Dieses Geschäft ist bis heute sehr profitabel, schrumpft aber langfristig.

Deswegen hat der Konzern mit den Profiten über die Jahre die Sparte Digital Business Platform (DBP) aufgebaut, die Technologie für Prozessanalyse, Systemintegration und die Auswertung großer Datenmengen anbietet.

Solche Lösungen sind gefragt: Im Zuge der digitalen Transformation müssen Unternehmen beispielsweise verschiedene Systeme miteinander verknüpfen. Trotzdem gelingt es der Software AG nicht, nachhaltig zu wachsen. 2018 schrumpfte der Umsatz um zwei Prozent auf 866 Millionen Euro.

Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg immerhin um vier Prozent auf 232 Millionen Euro. Auch wenn Währungseffekte das Geschäft erschwerten: Das ist zu wenig für einen Wachstumsmarkt.

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Sanjay Brahmawar sind die Probleme bewusst. Nach seinem Amtsantritt im August sprach er mit zahlreichen Kunden, Partnern und Mitarbeitern, um sich ein Bild zu machen. Seine Analyse: Das Portfolio ist zu breit, das Marketing nicht gezielt, der Vertrieb nicht aggressiv genug. „Alle Hindernisse sind intern.“ In den nächsten Jahren will er sie beseitigen.

So hat der Manager aus Belgien neue Wachstumsmärkte identifiziert. Zum Beispiel die Softwareintegration, mit der Firmen Systeme aufeinander abstimmen – angesichts von Cloud-Computing und der Vernetzung von Objekten wird diese Aufgabe immer wichtiger. Auf zwölf Milliarden Euro taxiert er den Markt.

Auch das Internet der Dinge soll künftig eine zentrale Rolle spielen. 2017 übernahm die Software AG das Start-up Cumulocity, mit dessen Plattform Firmen Geräte aller Art vernetzen können, von Schaufelradbaggern über Produktionsmaschinen bis zu Recyclingcontainern. 2018 verdoppelte sich der Umsatz der Sparte auf rund 30 Millionen Euro, 2019 soll das Wachstum ähnlich hoch sein.

Die Software AG will ihre Produkte überdies besser verkaufen. Der Vorstand stärkt den Vertrieb, 125 neue Mitarbeiter sollen anfangen. In Nordamerika, aber auch in Deutschland erhofft sich Brahmawar dadurch einen deutlichen Effekt. Zudem will er mehr Spezialisten zu den Kunden schicken, die sich mit den Technologien genau auskennen.

Die Neuausrichtung lässt sich auch an Personalien festmachen: Sanjay Brahmawar hat bis auf Finanzchef Arnd Zinnhardt die Führungsriege ausgetauscht. So hat Bernd Gross, Gründer von Cumulocity, die Aufgabe als Technikchef übernommen.

Die Neuausrichtung kommt die Software AG zunächst teuer zu stehen, Investitionen in Höhe von 50 Millionen Euro sind geplant. 20 bis 30 Millionen Euro finanziert der Konzern aus dem Cashflow, der restliche Betrag wird über eine Neuausrichtung von Forschung und Entwicklung aufgebracht. Zudem sind Übernahmen mit einem Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro denkbar.

Die Anleger reagierten am Donnerstag skeptisch, die Aktie ging mit einem Kurs von knapp 32 Euro aus dem Handel, ein Minus von gut fünf Prozent. Das vierte Quartal sei ordentlich verlaufen, schreibt die Analystin Stacy Pollard von JP Morgan. Der Ausblick sei aber durchwachsen, auch wegen der teuren Investitionen.

Sanjay Brahmawar hat keinen Zweifel, dass diese Strategie richtig ist. Nun muss er noch die Aktionäre und Analysten von Projekt Helix überzeugen. Am Dienstag wird er die nächste Gelegenheit haben: auf dem Kapitalmarkttag in London.

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