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Streaming Netflix überholt Disney als wertvollsten Medienkonzern der Welt

Netflix setzt seinen Höhenflug an der Börse fort. Mit 150 Milliarden Dollar Börsenwert überholt das Streamingportal erstmals den Rivalen Disney.
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Das Streamingportal ist an der Börse mehr wert als Disney. Quelle: dpa
Netflix

Das Streamingportal ist an der Börse mehr wert als Disney.

(Foto: dpa)

HamburgDer Paradigmenwechsel ist perfekt. Für ein Jahrhundert bestimmten die großen Produktionsstudios, MGM, Warner Bros, 21st Century Fox, Columbia oder Paramount Pictures die hohe Kunst des Kinos. Disney durfte sich jahrzehntelang als König von Hollywood fühlen.

Im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ist die alte Hollywood-Ordnung indes ins Wanken gekommen.  In Überschallgeschwindigkeit nähert sich in den vergangenen Jahren ein US-Internet-Unternehmen, das vor zwanzig Jahren als DVD-Versender begann und vor gerade einmal fünf Jahren mit „House of Cards“ mit eigenen Inhalte-Produktionen begann – Netflix.

Der Rest ist moderne Internet- und Mediengeschichte: Binnen gerade einmal einem halben Jahrzehnt hat Netflix an der Wall Street das alte Hollywood überflügelt – inklusive Disney. Das von Walt Disney 1923 gegründete Filmimperium war über Jahrzehnte der wertvollste Medienkonzern der Welt, verpasste aber den Einstieg ins Streaming-Zeitalter.

Die Quittung kam im heutigen Handelsverlauf:  Mit einer Marktkapitalisierung von zwischenzeitlich 151,4 Milliarden Dollar überflügelte Netflix, das zum Start seiner Eigenproduktionen (Original Content) von Time Warner-Chef Bewkes noch als „albanische Armee“ verhöhnt wurde, den langjährigen Platzhirsch Disney.

Der wegweisenden Wachablösung von Old zu New Economy waren dramatische Zuwächse von 80 Prozent seit Jahresbeginn beschert, die die Netflix-Aktie heute auf ein neues Allzeithoch bei zwischenzeitlich über 350 Dollar befördert haben, während sich der Mickey Mouse-Konzern auf der anderen Seite der Medaille befindet: mit einem Minus von 4 Prozent seit Januar in der Liga der Wertvernichter.

Eine mögliche Übernahme von Netflix durch Disney, über die in der Investmentszene im vergangenen Jahr immer wieder spekuliert wurde, erscheint damit immer mehr wie ein Anachronismus: Die „Weltmacht Netflix“ mit einem immer massiveren Content-Output längst das Tempo des neuen Medienzeitalters.

Enorme 1.000 Eigenproduktionen sollen den inzwischen 125 Millionen Abonnenten bis Ende des Jahres bereits nur Verfügung stehen – fast die Hälfte davon ist in den nächsten sieben Monaten zu sehen.

Disney hat unterdessen den Start seines Streaming-Dienstes erst fürs nächste Jahr angekündigt – sehr zum Unverständnis von Netflix. „Ehrlich gesagt, ich verstehe nicht, warum sie so lange brauchen“, bügelte Netflix‘ Content-Chef Ted Sarandos den einst übermächtigen Content-Rivalen vergangene Woche auf einem Mediengipfel in New York ab.

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