Streaming-Portal Netflix will deutsche Serie ins Programm nehmen

Nur China ist noch ein großer weißer Fleck auf der Weltkarte von Netflix. Doch Reed Hastings – Chef des Online-Videodienstes – hofft, dass in absehbarer Zeit ändern zu können. Für Deutschland sind die Pläne konkreter.
Update: 18.01.2016 - 10:43 Uhr
Der Netflix-Chef will eine deutsche Serie ins Programm nehmen. Quelle: dpa
Reed Hastings

Der Netflix-Chef will eine deutsche Serie ins Programm nehmen.

(Foto: dpa)

MünchenDer Online-Videodienst Netflix will noch in diesem Jahr eine erste eigene TV-Serie aus Deutschland ins Programm nehmen. „Wir sehen uns nach einer Sendung um, haben aber noch nicht das Richtige gefunden“, sagte Netflix-Chef Reed Hastings der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Internet-Konferenz DLD in München. Ob Krimi oder Komödie – Netflix sei aktuell für alle Genres offen. Netflix setzt im Wettbewerb der Video-Dienste verstärkt auf exklusive eigene Inhalte, statt wie anfangs Rechte für fremde Sendungen zu kaufen.

Hastings hatte vor kurzem den Streaming-Dienst in 130 weiteren Ländern an den Start gebracht. Damit hat Netflix jetzt praktisch eine globale Reichweite, als einziger wichtiger Markt fehlt China. Damit sollen auch mehr Filme und Serien überall auf der Welt produziert werden. „Früher ging es darum, Hollywood-Produktionen in die Welt zu bringen. Jetzt werden wir in verschiedenen Ländern drehen – und dann global senden“, sagte Hastings. In Europa filmt Netflix bisher die Krimi-Serie „Marseille“ in Frankreich..

Wann Netflix auch in China verfügbar sein werde, könne man derzeit nicht sagen, erklärte Hastings. „Vielleicht dieses Jahr, vielleicht nächstes, vielleicht übernächstes.“ Man rede mit den richtigen Leuten und übe sich in Geduld. Dass Apple und Disney mit ihren Videodiensten starten konnten, stimme ihn aber zuversichtlich.

Netflix ist darauf aus, sich von Produktionsfirmen weltweite Rechte für die Ausstrahlung von Filmen und Serien zu sichern und greift dafür auch tiefer in die Tasche als traditionelle TV-Sender. „Wir müssen mehr Geld bieten. Wenn wir nur genauso viel bieten, werden sie keine Deals mit uns machen.“ Allein für dieses Jahr sind fünf Milliarden Dollar für Einkauf und Produktion von Sendungen vorgesehen – mit der Zeit dürfte der Betrag weiter steigen.

Diese Fernsehserien werden am häufigsten geklaut
Sherlock
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Die ursprünglich von Sir Arthur Conan Doyle geschriebenen Detektivgeschichten versetzen die Autoren Steven Moffat und Mark Gatiss in der BBC-Serie „Sherlock“ in einen modernen Kontext. Sie lassen Sherlock Holmes, gemeinsam mit seinem Assistenten Dr. Watson, im heutigen London ermitteln. Die Reihe hat treue Anhänger, doch einige Serienjunkies sehen es nicht ein, für das Krimivergnügen zu bezahlen. Allein für die Serie „Sherlock“ schätzen Insider den wirtschaftlichen Schaden auf rund 173,7 Millionen US-Dollar. Wer illegal die Serien herunterlädt, ist darüber hinaus zunehmend an höherer Qualität interessiert, wie „torrentfreak.com“ mitteilt. Die Experten der Spezialwebseite haben die am häufigsten geklauten Fernsehserien ermittelt. Die meisten illegalen Downloads seien allerdings immer noch in geringer Qualität von 480p – was einer Videokassette entspricht. Dennoch steige die Zahl der Serienanhänger, die unerlaubt Folgen im Internet herunterladen. Fachleute erwarten eine weitere Zunahme. Bei einigen Serien gebe es „torrentfreak.com“ zufolge derzeit schon mehr „Piraten“ als traditionelle Zuschauer.

Quelle: „Digital Media Unmonetized Demand and Peer-to-Peer File Sharing Report“ der Tru Optik Data Corp /Statistisches Bundesamt
Quelle: „torrentfreak.com“

Modern Family
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Die Comedy-Serie „Modern Family“ lief in den USA das erste Mal am 23. September 2009 bei ABC. Sie beschäftigt sich mit den Familien von Jay Pritchett, seines Sohns Mitchell Pritchett und seiner Tochter Claire Dunphy. Weil auch diese Serie sehr beliebt ist, laden sie Fans unerlaubt aus dem Internet herunter. Experten haben ermittelt, dass sich der wirtschaftliche Schaden für „Modern Family“ auf 183,6 Millionen Euro beläuft.

Arrow
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Die Actionserie „Arrow“ handelt von Oliver Queen (gespielt von Stephen Amell), einem Milliardär und Großindustriellen, der seine Heimatstadt Starling City von Verbrechern befreien will. Deshalb nimmt er die Geheimidentität Arrow an und führt ein geheimes Doppelleben. Die Erstausstrahlung in den Vereinigten Staaten erfolgte 2012 beim Sender The CW und in Deutschland 2013 auf Vox. Wirtschaftlicher Schaden: 244,5 Millionen US-Dollar.

Orange is the New Black
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Die Webserie „Orange is the New Black“ von Jenji Kohan wird seit Juli 2013 von Netflix per Streaming veröffentlicht. Sie basiert auf dem Buch „Orange Is the New Black: My Year in a Women's Prison“ von Piper Kerman. In Deutschland ist die Serie seit dem 16. September 2014 ebenfalls über Netflix abrufbar. Wirtschaftlicher Schaden: 396,8 Millionen US-Dollar.

House of Cards
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Francis „Frank“ Underwood alias Kevin Spacey ist der kongeniale Hauptdarsteller der US-amerikanischen Fernsehserie „House of Cards“, die seit Februar 2013 in den USA von Netflix per Streaming veröffentlicht wird. Der Politthriller entstand als erweiterte US-Adaption der gleichnamigen BBC-Serie, die wiederum auf dem Roman „Ein Kartenhaus“ basiert. Wirtschaftlicher Schaden: 238,8 Millionen US-Dollar.

Suits
6 von 10

In der Anwaltsserie „Suits“ spielen Patrick J. Adams, Rick Hoffman und Gabriel Macht (von links) die Hauptrollen. Die Erstausstrahlung war am 23. Juni 2011 beim US-Kabelsender USA Network und die deutschsprachige Erstausstrahlung am 7. Januar 2013 bei Vox. Aufgrund illegaler Downloads summiert sich der wirtschaftliche Schaden für die Serie auf rund 192,3 Millionen US-Dollar.

Breaking Bad
7 von 10

Wie aus einem gewöhnlichen Bürger ein Schwerkrimineller wird, zeigt die US-Serie „Breaking Bad“. Die Premiere war am 20. Januar 2008. Hauptdarsteller ist Bryan Cranston, der für seine schauspielerische Leistung in der Rolle des Chemielehrers Walter White drei Emmys erhielt. Der wirtschaftliche Schaden soll Experten zufolge bei rund 4283,9 Millionen US-Dollar liegen.

An der VR-Technik, bei der der Zuschauer mit Hilfe von 3D-Brillen in virtuelle Welten eintauchen kann, habe Netflix aktuell kein Interesse. „Das ist interessant für Konsolen-Spiele, aber es ist kein Markt für uns“, sagte Hastings. Dagegen experimentiert das Online-Netzwerk Facebook, das den VR-Pionier Oculus gekauft hat, in einem Studio bereits auch mit Kurzfilmen für die Technologie.

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  • dpa
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