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Streamingdienst Kanadisches Parlament rügt Netflix wegen Nutzung echter Katastrophenbilder

Für einige Filme nutzte Netflix Aufnahmen eines Eisenbahnunglücks. Dafür entschuldigt sich das Unternehmen – will die Szenen aber nicht entfernen.
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Netflix: Kritik aus Kanada wegen Nutzung echter Katastrophenbilder Quelle: AFP
Zugunglück von Lac-Mégantic im Juli 2013

Das kanadische Parlament votierte am Mittwoch für einen Antrag, laut dem Netflix die Bewohner der Ortschaft entschädigen soll.

(Foto: AFP)

Ottawa Die Nutzung echter Kameraaufnahmen von einem schweren Eisenbahnunglück in Kanada in Netflix-Produktionen hat die Politik auf den Plan gerufen. Das kanadische Parlament votierte am Mittwoch für einen Antrag, laut dem der Streaming-Dienst die Bewohner der Ortschaft Lac-Mégantic in der Provinz Québec entschädigen sollte.

Im Jahr 2013 war ein mit Rohöl beladener Zug eine Anhöhe zu dem Dorf hinabgerollt, entgleist und in einem riesigen Feuerball explodiert. 47 Menschen wurden getötet.

Das Votum im kanadischen Parlament ist zwar nicht bindend, kommt aber scharfer Kritik an der Verwendung des Filmmaterials von der Explosion gleich, das in dem postapokalyptischen Horrorthriller „Bird Box – Schließe deine Augen“ und in der Serie „Travelers – Die Reisenden“ zu sehen ist.

Die Parlamentsmitglieder stimmten dafür, von Netflix die Beseitigung aller Bilder der Tragödie von Lac-Mégantic zu verlangen. Doch hat der Streaming-Dienst sich entschuldigt, aber abgelehnt. Das Filmmaterial stammt aus einer Lizenzvereinbarung mit dem Archivbild-Dienst Pond 5.

Eine Reaktion auf das Parlamentsvotum gab Netflix nicht ab, sondern verwies nur auf einen Brief, den das Unternehmen vergangene Woche an die Kulturministerin von Québec geschickt hatte. Netflix „versteht, dass viele Frust und Trauer beim Anblick der Bilder von diesem tragischen Ereignis verspüren“, schrieb Corie Wright vom Streaming-Dienst. Doch könne man keine Änderungen an „fertigen Inhalten“ vornehmen.

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