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Streamingdienste Disney Plus will Netflix Konkurrenz machen – und enttäuscht die Nutzer

In den umkämpften Markt der Streamingplattformen steigt nun auch der Mickey-Mouse-Konzern ein. Doch kurz nach dem Starttermin gibt es technische Probleme.
12.11.2019 Update: 12.11.2019 - 18:41 Uhr Kommentieren
Disney will Netflix Konkurrenz machen – und enttäuscht Nutzer Quelle: AFP/Getty Images
Disney Plus

Der Streamingdienst von Disney will sich, neben Netflix und Amazon Prime Video, im Markt etablieren.

(Foto: AFP/Getty Images)

Düsseldorf Der Twitter-Account von Robert Iger, CEO des Unterhaltungskonzerns Disney, kennt fast nur ein Thema: den Start des neuen Streamingdienstes Disney Plus, der am Dienstag in den USA und im Frühjahr 2020 in einigen europäischen Ländern startet, darunter Deutschland. Aushängeschild ist die eigens produzierte Star-Wars-Serie „The Mandalorian“.

Der Kampf im globalen Streamingmarkt ist in vollem Gange. Direkt zu Beginn leistet sich Disney Plus nun einen Patzer: Ein Nutzeransturm hat dem Streamingdienst technische Probleme beschert. Einige Kunden beklagten sich am Dienstag über Schwierigkeiten beim Einloggen oder beim Zugriff auf einzelne Inhalte oder Funktionen.

In den lukrativen Markt ist auch iPhone-Hersteller Apple eingestiegen und bietet seit November eine Plattform an. Die Neulinge wollen den beiden Branchenführern Netflix und Amazon Prime Video einen Teil des Marktes abwerben. Der Kampf dreht sich vor allem um die besten Inhalte.

„Die Konzerne versuchen, eigene Plattformen anzubieten und setzen dabei auf die Produktion eigener Inhalte“, sagt Jörg Meyer, Chief Content Officer von Zattoo, einer Streaming-Plattform zur Übertragung von Fernsehprogrammen. „Disney ist ein Paradebeispiel dafür.“

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    Der US-amerikanische Unterhaltungskonzern ist weit mehr als Mickey Mouse – das Animationsstudio Pixar, der Comic-Verlag Marvel und die Star-Wars-Produktionsfirma Lucasfilm gehören dazu. Zudem hat Disney Teile des Medienunternehmens 21st Century Fox gekauft und sich die Rechte an Produktionen wie den Simpsons oder der Avatar-Filmreihe einverleibt. „Disney hat das breiteste Spektrum an eigenen Inhalten“, sagt Zattoo-Manager Meyer.

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    Der Medienexperte sieht aber unterschiedliche Positionierungen: Disney setze in erster Linie auf Familienunterhaltung, während Streaming-Pionier Netflix für aufwendig produzierte Serien stehe. Mit dem Start von Disney Plus verschwinden Inhalte des Mickey-Mouse-Konzerns von der Netflix-Plattform. Experten sehen die wichtigste Kampfzone im Streamingmarkt zwischen diesen beiden Playern.

    Allerdings verfügt der eine von beiden über einen Zeitvorteil: „Netflix hat gute Chancen, sich in dem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt zu behaupten. Das Unternehmen hat einen jahrelangen Vorsprung und ist international bereits breit aufgestellt“, meint Zattoo-Manager Meyer. Netflix zählt nach eigenen Angaben 158 Millionen Mitglieder in 190 Ländern. Die Marke ist etabliert und hat sogar auf Fernbedienungen von TV-Geräten einen Netflix-Button. Diesen Vorsprung gilt es für Wettbewerber auszugleichen.

    Apple und Amazon sind die beiden anderen großen Anbieter im internationalen Streamingmarkt. Die beiden Tech-Konzerne kommen nicht originär aus der Unterhaltungsbranche, sondern verkaufen vor allem Produkte wie Smartphones und Bücher.

    Doch bei den Ausgaben für die Inhalte – die eigentliche Währung im Streamingkampf – spart keines der Unternehmen. Netflix soll in diesem Jahr laut Branchenschätzungen 15 Milliarden Dollar für eigene Produktionen ausgeben. Amazon und Apple sollen beide jeweils sechs Milliarden Dollar investieren. Bei Disney sind es den Schätzungen zufolge etwa 2,5 Milliarden Dollar.

    Hinzu kommen Ausgaben, die der Konzern für Pixar, Marvel und Fox bezahlt. „Für viele Unternehmen wird es künftig mehr Geld kosten“, meint Zattoo-Manager Meyer. Schließlich gilt es, eine verwöhnte Kundschaft bei Laune zu halten. „Je zersplitteter der Streamingmarkt wird, desto unzufriedener werden die Konsumenten“, meint er. Mehr als zwei oder drei Abos werden sich die meisten nicht leisten wollen.

    Der Ruf nach einer einheitlichen Plattform wird laut. Das Beratungsunternehmen Deloitte hat jüngst 2 000 Konsumenten in Deutschland befragt: „35 Prozent der Befragten sind an einem gebündelten Contentangebot interessiert, rund die Hälfte davon würde im Gegenzug ein oder mehrere bestehende Abonnements kündigen“, heißt es in der Studie.

    In Deutschland ist der kostenpflichtige Streamingmarkt klar verteilt: Nach Abo-Zahlen liegen Amazon Prime Video und Netflix mit einem Anteil von 47 Prozent und 36 Prozent weit vor der Konkurrenz. Das ergab kürzlich eine Studie der Beratungsfirma Goldmedia.

    Auch die beiden TV-Konzerne RTL Group und Pro Sieben Sat 1 mischen mit jeweils eigenen Plattformen mit. „Der deutsche Streamingmarkt ist hochattraktiv und wächst stark“, sagt Henning Nieslony, zuständiger Manager für „TV Now“. Das Streamingangebot der RTL Group investiere jährlich eine Milliarde Euro in diese Inhalte. Das sei „mehr, als jeder globale Anbieter im deutschen Markt ausgibt“, betonte der RTL-Manager.

    „Disney Plus ist ein neuer Player mit einem umfangreichen Portfolio“, sagte Nieslony. „Das ist mit Sicherheit ein Vorteil gegenüber anderen globalen Wettbewerbern.“

    Mehr: Den Siegeszug der Streaming-Portale sieht Moritz Bleibtreu kritisch. Es würden viele Nischen bedient, doch Höhepunkte fehlten. Der Schauspieler warnt vor einer Abwertung seines Berufes.

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