Streit mit EU-Wettbewerbshütern Google steuert auf erste Strafe zu

Die Konkurrenz wirft Google vor, seine Vormachtstellung bei Suchmaschinen zu missbrauchen. Die EU-Wettbewerbshüter ermitteln, der Konzern weist jedes Fehlverhalten zurück. Nun droht dem Unternehmen eine erste Strafe.
Mit seinem mobilen Betriebssystem dominiert Google den Markt – die EU-Kommission wirft dem Konzern vor, diese Macht zu missbrauchen. Quelle: AFP
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Mit seinem mobilen Betriebssystem dominiert Google den Markt – die EU-Kommission wirft dem Konzern vor, diese Macht zu missbrauchen.

(Foto: AFP)

BrüsselIm Streit mit den EU-Wettbewerbsbehörden steuert Google nach Angaben von mit der Sache vertrauten Personen noch in diesem Jahr auf eine erste Strafe zu. Nach drei gescheiterten Versuchen zur Verständigung seit 2010 habe der US-Konzern nicht vor, ohne ein Einlenken der EU erneut eine Einigung anzustreben, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von den Personen.

Jedoch sei unwahrscheinlich, dass sich die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager auf ein Abkommen einlasse, das nicht ein Fehlverhalten der Amerikaner oder eine Geldstrafe beinhalte. Hintergrund ist der Vorwurf, dass die Alphabet-Tochter ihre Vormachtstellung bei Suchmaschinen missbraucht, um ihre eigenen Angebote zu bevorzugen. Der Konzern hat jedes Fehlverhalten zurückgewiesen. Google und die EU-Kommission lehnten Stellungnahmen ab.

Das ist das neue Google-ABC
A wie Alphabet
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Google strukturiert massiv um und schlüpft unter das Dach eines neuen Mutterkonzerns. Der Name der Gesellschaft lautet Alphabet. Durch den Schritt sollen die vielen unterschiedlichen Sparten von Google unabhängiger werden.

B wie Brin und Page
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Die Google-Gründer Larry Page (rechts) und Sergey Brin besetzen auch bei Alphabet die Schaltstellen: Page bleibt CEO, Brin Präsident der Holidng.

C wie Calico
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Die Gesundheitsfirma soll vor allem das Altern erforschen – um es eventuell bremsen zu lernen.

F wie Fiber
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In den USA bietet der Konzern unter diesem Namen in rund einem halben Dutzend Städten ultra-schnelle Internet-Zugänge über Glasfaser-Anschlüsse an.

G wie Google
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Unter dem angestammten Namen des Konzerns bleiben als Alphabet-Tochter weiter die Internet-Suchmaschine, das Werbe-Geschäft sowie Youtube und Android gebündelt.

L wie Life Sciences
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Ursprünglich ein Teil des Geheimlabors Google X. In den Labors werden Innovationen im Gesundheitsbereich entwickelt, so etwa eine smarte Kontaktlinse, die Glukose in der Tränenflüssigkeit misst.

N wie Nest
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Google kaufte den Anbieter von vernetzten Thermostaten (im Bild) und Rauchmeldern Anfang 2014 für mehr als drei Milliarden Dollar. Nest-Mitgründer Tony Fadell, der einst bei Apple die iPod-Player mitentwickelte, trägt inzwischen auch die Verantwortung für die im ersten Anlauf gefloppte Datenbrille Google Glass.

Einige Rivalen unterstellen Google, aus geschäftlichen Gründen keine Lösung zu suchen. „Aus rein profitorientierter Sicht ist es besser, die Wettbewerbsklage hinauszuzögern und so lange wie möglich die Praktiken fortzuführen, um dann am Ende eine Strafe zu zahlen, die kleiner ausfallen wird als die Gewinne, die durch das fortgesetzte Verhalten eingestrichen werden“, sagte der Jurist Thomas Vinje, der viele Google-Konkurrenten berät. Der Juraprofessor Ioannis Kokkoris von der Queen Mary University verwies auf das Risiko, das eine Konfrontation mit der EU-Kommission mit sich bringe. Er verwies auf den Streit von Microsoft mit der Kommission, bei dem der Softwarekonzern am Ende mehr als 2,2 Milliarden Euro Strafe zahlen musste. „Man zieht in eine lange Schlacht, in eine teuere Schlacht“, sagte Kokkoris.

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