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Streit mit Peking eskaliert Google China beendet Zensur

Google wagt in China die Machtprobe: Der US-Internetkonzern macht im Streit mit der chinesischen Regierung seine Drohung wahr und bietet für China eine Suchmaschine ohne Zensur an: Statt der chinesischen wird die Hongkonger Suche angezeigt. Ein Schritt mit möglicherweise brisanten Folgen, nicht nur für das Unternehmen selbst.
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Chinesische Google-Zentrale in Peking. Die Abteilungen Technik und Verkauf sollen hier bleiben. Quelle: ap

Chinesische Google-Zentrale in Peking. Die Abteilungen Technik und Verkauf sollen hier bleiben.

(Foto: ap)

HB NEW YORK/PEKING. Wer die Seite google.cn besucht, wird nun auf die Version für Hongkong umgeleitet, in deren Ergebnissen politisch heikle Treffer nicht herausgefiltert werden. Nachdem China unüberhörbar mit Konsequenzen gedroht hat, falls der US-Riese die Zensur-Regeln missachten sollte, muss Google damit rechnen, aus dem lukrativen chinesischen Markt mit 384 Mio. Nutzern verbannt zu werden.

Der US-Konzern hatte im Januar nach einem breit angelegten Hacker- Angriff angekündigt, Pekings Zensur-Anforderungen nicht mehr befolgen zu wollen und notfalls auch einen Rückzug aus China in Kauf zu nehmen.

Die kommunistischen Regierung verlangt von westlichen Internet-Unternehmen, dass sie zum Beispiel Informationen über Tibet oder die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 herausfiltern. Die chinesische Regierung hatte unmissverständlich gewarnt, dass Google mit Konsequenzen rechnen müsse, falls der Konzern auf die Zensur verzichtet.

Lesen Sie dazu auch im Blog: Google stoppt Zensur in China

Sollte die Regierung in Peking den Zugang zur Suchmaschine in Hongkong blockieren, könnte auch ein Teil der Mitarbeiter im Verkauf abgezogen werden, sagte Google-Justitiar David Drummond am Montag. Die Revolte gegen die Zensur dürfte das Wachstum des Internetunternehmens auf dem lukrativen chinesischen Markt gefährden, und über Filter könnten die Behörden Verbindungen vom Festland zum in Hongkong ansässigen Google-Dienst unterbinden.

In den vergangenen Tagen hatte die chinesische Regierung noch einmal Härte in dem Streit demonstriert. Der Internetkonzern müsse sich an die Gesetze halten oder die Konsequenzen ziehen, erklärte das Ministerium für Industrie und Informationstechnik. Google selbst erklärte Mitte des Monats ist einem Zeitungsbericht zufolge, man sei zu "99,9 Prozent" zum Rückzug aus China entschlossen.

Google-Manager David Drummond betonte in einem Blog-Eintrag am Montag, das Unternehmen hoffe, dass Chinas Regierung den Schritt respektieren werde. "Obwohl wir uns bewusst sind, dass sie den Zugang zu unseren Diensten jederzeit blockieren kann." Die Regierung habe in Gesprächen unmissverständlich klargemacht, dass über eine Aufgabe der Zensur-Regel nicht verhandelt werde.

Sie reagierte denn auch empört auf Googles Schritt. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte einen Regierungsbeamten mit den Worten, Google habe "sein schriftliches Versprechen gebrochen". Der Stopp der Zensur der Suchbeiträge sei "total falsch". Die Regierung bezeichnete Googles Entscheidung für einen Rückzug aus der Volksrepublik als isolierten Fall. Sie werde den US-Konzern nach Recht und Gesetz behandeln, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums. Die Entscheidung werde die Beziehungen zwischen China und den USA nicht belasten, solange sie nicht von anderen zu politischen Zwecken ausgenutzt werde.

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2 Kommentare zu "Streit mit Peking eskaliert: Google China beendet Zensur"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ui.. hat sich nun wohl doch geändert... bravo google!

  • Wer die Suchergebnisse des begriffes Tian'anmen in der bilder-Suche zwischen google.de und google.com.hk vergleicht, wird sehen dass immer noch genau wie vorher zensiert wird.

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