Streit um Verschlüsselung Auch WhatsApp ärgert die US-Behörden

Neben dem Streit um das Entsperren eines iPhones rückt nun auch der Dienst WhatsApp ins Visier der US-Ermittler. Laut einem Zeitungsbericht prüft die US-Regierung, ob und wie sie gegen die Facebook-Tochter vorgehen kann.
Update: 14.03.2016 - 08:27 Uhr
US-Behörden scheitern offenbar auch an der Verschlüsselung des Kurzmitteilungsdienstes. Quelle: dpa
WhatsApp

US-Behörden scheitern offenbar auch an der Verschlüsselung des Kurzmitteilungsdienstes.

(Foto: dpa)

WashingtonDie Verschlüsselung beim populären Kurzmitteilungsdienst WhatsApp ist laut einem Zeitungsbericht ins Blickfeld der US-Regierung geraten. In einem Ermittlungsfall seien von einem Richter angeordnete Überwachungsmaßnahmen an der WhatsApp-Verschlüsselung gescheitert, berichtete die „New York Times“ am Wochenende.

Im amerikanischen Justizministerium werde nun über das weitere Vorgehen beraten, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Die US-Regierung steckt bereits in einem Gerichtsstreit mit Apple über das Entsperren von iPhones, der für Schlagzeilen sorgt.

Die Zeitung konnte keine näheren Details zu dem Ermittlungsfall in Erfahrung bringen. Es hieß nur, es sei keine Terrorismus-Ermittlung und es sei unklar, ob die Regierung sich auf einen Streit mit WhatsApp vor Gericht einlassen werde.

Der von Facebook übernommene Messaging-Dienst WhatsApp hat eine Milliarde Nutzer weltweit. Der Service greift seit 2014 zur sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der nur Absender und Empfänger die Nachrichten lesen können. Damit kann WhatsApp den Behörden ähnlich wie Apple sagen, man könne keine Daten herausrücken, auf die man keinen Zugriff habe.

In Brasilien war WhatsApp im Dezember für 14 Stunden landesweit blockiert worden, weil der Dienst in einem Kriminalfall keine Daten herausgab. Dann ersetzte ein Berufungsgericht die Sperrung durch eine Geldstrafe. Anfang März wurde aber deswegen auch ein Facebook-Manager für kurze Zeit festgenommen. Die Justiz will einen Gesprächsverlauf zwischen mutmaßlichen Drogenhändlern einsehen.

Apple triumphiert, VW wird abgestraft
Platz 10: Amazon
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Die Unternehmensberatung Interbrand veröffentlicht jährlich ihr Markenwert-Ranking. Die Bewertung der Unternehmen erfolgt über eine Analyse verschiedener Aspekte, angefangen bei der Finanzkraft über die Bekanntheit der Produkte bis hin zu den Serviceleistungen eines Unternehmens. Die Bewertungsmethode ist ISO-zertifiziert. Eröffnet wird das Ranking im aktuellen Jahr von Amazon. Der Markenwert wird auf 37,9 Milliarden Dollar geschätzt. Im Vergleich zu Vorjahr steigt der Wert um rund 29 Prozent, womit der Online-Versandhändler den Autobauer Mercedes aus den Top-Ten verdrängt hat.

Platz 9: McDonalds
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Der Burgerbrater aus den USA muss leichte Einbußen des Markenwerts hinnehmen. 2015 wird der Markenwert von McDonalds auf 39,8 Milliarden Dollar geschätzt, ein Minus von sechs Prozent. An der Fast-Food-Kette nagt das miese Image ungesundes Essen zu verkaufen. McDonalds bemüht sich zwar um eine gesündere Außenwirkung – zum Beispiel durch den Verkauf von Salaten – doch bislang liefert diese Strategie keine bewegenden Erfolge.

Platz 8: General Electric
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Zwischen General Electric und Siemens tobte lange der Kampf um den französischen Maschinenbaukonzern Alstom. Am Ende hatte GE das glücklichere Händchen. Beim Markenwerte-Ranking hat es dem US-Mischkonzern aber nicht wirklich geholfen. Verglichen mit 2014 sinkt der Markenwert um sieben Prozent auf 42,3 Milliarden Dollar.

Platz 7: Samsung
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Im Kampf gegen Apple um die Smartphone-Krone scheint Samsung ein wenig die Luft auszugehen. Zwar verkaufen die Südkoreaner weltweit die meisten Smartphones, doch hinsichtlich des Markenwertes kann Samsung den Kaliforniern nicht das Wasser reichen. Samsung baut zwar von den technischen Aspekten gesehen bereits bessere Handys als Apple, doch noch immer besitzt das südkoreanische Unternehmen nicht die Strahlkraft, wie der „i-Konzern“. Bezeichnend dafür ist das Markenwert-Ranking. So konnte Samsung im laufenden Jahr seinen Markenwert nicht verbessern. Er stagniert bei 45,3 Milliarden Dollar.

Platz 6: Toyota
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Der VW-Skandal könnte eine Chance für Toyota werden. Der weltweit größte Autobauer, der Anfang des Jahres bereits den Atem der herangaloppierenden Wolfsburger gespürt hat, kann nun den Abstand wieder vergrößern – vor allem in den USA. Wo Toyota ohnehin weit mehr Autos verkauft als VW, stellt der deutsche Konkurrent nun kaum noch eine Konkurrenz dar. Die aktuellen Entwicklungen spiegeln sich auch im Ranking wider. Während VW deutlich an Wert verliert, kann Toyota rund 16 Prozent zulegen auf 49,0 Milliarden Dollar.

Platz 5: IBM
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IBM befindet sich seit dem Verkauf des Computergeschäfts noch immer in einer Findungsphase. Der Konzern bietet Cloud-Lösungen an und berät IT-Unternehmen. Weltweit beschäftigt IBM knapp 380.000 Mitarbeiter. Der Markenwert sinkt um zehn Prozent auf 65,1 Milliarden Dollar.

Platz 4: Microsoft
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Mit Windows 8.1 wollte Microsoft den großen Wurf auf den Markt bringen. Ein Betriebssystem, das sowohl für Desktop- als auch für Tabletanwendungen genutzt werden sollte. Doch der Coup ging nach hinten los. Mit Windows 10 will der Softwarekonzern nun alles besser machen – und das scheint zu gelingen. Das Betriebssystem wirkt ausgereifter als die Version 8.1 und was viele Nutzer besonders erleichtert; Windows 10 hat wieder einen Start-Button. Der Markenwert steigt im laufenden Jahr daher um elf Prozent auf 67,7 Milliarden Dollar.

Bei klassischer Telekom-Infrastruktur zum Beispiel für Telefon-Anrufe ist für Behörden gesetzlich ein Arsenal von Abhörmaßnahmen vorgesehen, in den USA sind Online-Dienste wie WhatsApp sind davon bisher ausgenommen. Im US-Senat wird aber über ein neues Gesetz dazu nachgedacht.

Apple wurde von einer Richterin angeordnet, dem FBI beim Entsperren eines iPhones zu helfen. Der Konzern kontert, die Verschlüsselung einmal auszuhebeln, würde weniger Sicherheit für alle bedeuten. Apple-Chef Tim Cook will den Streit notfalls bis zum Obersten Gerichtshof der USA durchfechten. Der Streit verstärkte die Spannungen zwischen dem Silicon Valley und der US-Regierung. Tech-Schwergewichte wie Google, Facebook oder Microsoft stellten sich auf die Seite von Apple.

Zugleich gibt es in der Industrie auch erhebliche Sorgen, der öffentlich ausgetragene Streit könne am Ende zu Gesetzen mit harten Auflagen für alle Internet-Unternehmen führen, sagte ein ranghoher Branchen-Insider der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Technologie-Messe Cebit in Hannover.

Auch US-Präsident Barack Obama warnte die Unternehmen, dass ein kompromissloser Kurs am Ende das Gegenteil bewirken könne. „Wenn etwas wirklich schlimmes geschieht, dreht sich die politische Situation, Dinge passieren überstürzt und Sachen gehen durch den Kongress in gefährlicher und undurchdachter Form“, sagte er am Freitag bei einem Auftritt auf der Digital-Konferenz South by Southwest in Texas. „Die Lösung ist wohl eine so stark wie mögliche Verschlüsselung mit einer maximal sicheren Entschlüsselung, auf die eine kleinstmögliche Zahl von Menschen bei wenigen, wichtigen Anlässen Zugriff hat.“

  • dpa
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