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Sturmgewehr G36 Heckler & Koch verklagt Handelsblatt

Die Rüstungsfirma Heckler & Koch versucht mit allen Mitteln kritische Berichterstattung zu verhindern. Im Fall des Handelsblatts muss jetzt der Bundesgerichtshof entscheiden.
07.05.2015 - 15:36 Uhr 6 Kommentare
Der Stammsitz des Rüstungskonzerns in Oberndorf in Baden-Württemberg. Quelle: dpa
Heckler & Koch

Der Stammsitz des Rüstungskonzerns in Oberndorf in Baden-Württemberg.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Heckler & Koch, der Hersteller des G36, versucht seit Jahren, kritische Berichterstattung des Handelsblatts über das Standardgewehr der Bundeswehr gerichtlich verbieten zu lassen. Dabei geht das Unternehmen gegen eine im Jahr 2012 auf „handelsblatt.com“ erschienene Meldung vor, in der das Handelsblatt unter der Überschrift „Bundeswehr kaufte Tausende untaugliche Waffen“ über Kritik an dem Sturmgewehr berichtet hatte. Dabei ging es schon damals unter anderem um einen Bericht der Rüstungsabteilung des Verteidigungsministeriums zu der Frage der Treffsicherheit des Gewehrs im heißgeschossenen Zustand. Das Verfahren liegt inzwischen den Richtern des Bundesgerichtshofs vor.

Der Waffenhersteller konnte sich in erster Instanz nicht durchsetzen, weil das Landgericht Köln in der Aussage „Bundeswehr kaufte Tausende untaugliche Waffen“ in Bezug auf das G36 eine zulässige Meinungsäußerung sah. Das Oberlandesgericht Köln verbot dagegen im vergangenen Jahr mit einer Entscheidung (Aktenzeichen 15 U 10/14) eine entsprechende Berichterstattung.

Die Begründung lautete, der Artikel erwecke beim Leser den Eindruck, die Gewehre seien im rechtlichen Sinne „mangelhaft“ geliefert worden, was allerdings vom Handelsblatt nicht behauptet worden war. Über diese Frage muss nun der Bundesgerichtshof entscheiden, den die Handelsblatt GmbH nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Köln angerufen hat.

Bemerkenswert ist dieser jahrelange Rechtsstreit auch deshalb, weil Heckler & Koch im Laufe des Verfahrens immer wieder offizielle Stellungnahmen des Verteidigungsministeriums vorgelegt hatte, die bestätigten, dass das Gewehr im heißgeschossenen Zustand „keine Auffälligkeiten zeige“. Inzwischen hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die fragliche Version des Gewehrs selbst ausgemustert.

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    Das sind die Alternativen zum G36
    Sturmgewehr G36
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    Das G36 hat bei der Bundeswehr keine Zukunft mehr. Das hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen klargestellt. Eine Untersuchung im Auftrag der Ministerin hatte ergeben, dass die Treffgenauigkeit des G36 bei hohen Temperaturen und im heißgeschossenen Zustand massiv leidet. Die Bundeswehr hat seit den 90er-Jahren knapp 180.000 Exemplare des Sturmgewehrs beschafft.

    (Foto: dpa)
    Sturmgewehr G3
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    Das G36 hatte das G3 abgelöst, das über Jahrzehnte Standardwaffe der Bundeswehr war. Auch dieses Modell stammte vom Hersteller Heckler & Koch. Bis heute zählt das G3 zu den weltweit verbreitesten Waffen.

    (Foto: dpa)
    Heckler & Koch in Oberndorf
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    Auch der Nachfolger des G36 dürfte von dem Hersteller aus Baden-Württemberg kommen. Denkbar wären etwa die Modelle HK416 oder HK417.

    (Foto: dpa)
    SA80
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    Großbritannien hat die SA80-Serie in den 80er-Jahren als Standardwaffen eingeführt. Produziert wurde sie zunächst von der Armee selbst, später von BAE Systems. Doch auch dieses Sturmgewehr erwies sich als untauglich für den Wüsteneinsatz. Pikant: Das britische Verteidigungsministerium hat Heckler & Koch mit der Modernisierung des SA80 beauftragt.

    M-16
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    Das aus den USA stammende M-16 zählt ebenfalls zu den weltweit meistgenutzen Sturmgewehren. Die Waffe wird von Colt's Manufacturing und in Lizenz auch in Belgien von FN Herstal gefertigt und gehört in vielen Nato-Staaten, aber auch in Asien und in Israel (Bild) zum Standard.

    (Foto: Reuters)
    Steyr AUG
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    Aus Österreich stammt das Steyr AUG, das seit den 80er-Jahren genutzt wird. Hersteller ist die Firma Steyr Mannlicher. Auch hier gibt es eine große Vielfalt an Modellen.

    (Foto: AFP)
    Kalaschnikow AK-74
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    Wohl kaum eine Option für die Bundeswehr wäre ein Sturmgewehr aus russischer Produktion. Die Kalaschnikow AK-74 ist Nachfolger des legendären AK-47, gilt aber als veraltet.

    (Foto: dpa)
    • HB
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    6 Kommentare zu "Sturmgewehr G36: Heckler & Koch verklagt Handelsblatt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • da wir alle in der "bunten", "friedlichen" und "offenen" Welt mit "Willkommenskultur" leben wurde doch hoffentlich absichtlich ein Waffe bestellt die "daneben" schießt.....

    • Mann, hat die Bundeswehr doch tatsächlich einfach nur die falsche Version bestellt. Die G36 Version, die daneben schießt eben. So einfach ist das!
      Für ein paar Euro mehr gab's als Extra "Treffgenauigkeit" dazu!
      Hmm, ich frag mich nur, wofür H&K eine Version eines Gewehrs baut, mit der man dann nix trifft.
      Tut mir leid, was für ein Schmarrn...

    • Die Frage ist, was versteht man unter einer „kritischen Berichterstattung“? Eine bloße Wiedergabe von Sch...Haus-Parolen kann es auf jeden Fall nicht sein.

      Es mag durchaus sein, dass das G36 Ungenauigkeiten bei heiß geschossenem Rohr aufweist, jedoch muss berichtet werden, ab wie viel Schuss Dauer- oder Einzelfeuer dieser Zustand auftritt.

      Der nächste Punkt wäre, stimmt die Leistung des G36 mit den von der Bundeswehr geforderten Daten – Pflichtenheft – überein? Ist Übereinstimmung vorhanden, kann, von wem auch immer, nicht die Firma H & K schlecht geredet werden, denn dann wurde geliefert was man bestellt hatte.
      Übrigens, ich bin kein Mitarbeiter von H & K.

    • Liebes HB, sorry aber ihr habt von Waffen keinerlei Ahnung!!
      Das G36 wurde vor Jahren entsprechend Lastenheft vom Bundesamt für Beschaffung, Bundeswehr u. H&K erfolgreich "freigeschossen". Die Ergebnisse wurden dokumentiert u. ratifiziert. Damit gilt das Lastenheft einer Waffe als erfüllt.
      Drücke H&R im Prozeß die Daumen, damit endlich einmal unwahre Berichterstattung bestraft wird.

    • Außerdem wurde auch mehrfach darauf hingewiesen, dass die Berichterstattung tatsächlich nicht der Wahrheit entspricht, weil die Schuld hierfür bei der Bundesregierung, besser gesagt beim Verteidigungsministerium zu suchen ist und nicht bei Heckler & Koch. Wenn der Staat meint an der falschen Stelle sparen zu müssen, dann muss er nun auch mit den Konsequenzen rechnen und nicht die Schuld beim Waffenhersteller suchen, der bereits mehrfach darauf hingewiesen hat, dass die Bundesregierung genau das bestellt hat, was sie bekommen hat. Sie hätte auch eine andere Version des G36 bekommen können, aber das war der Regierung zu teuer. Und jetzt versucht man Heckler & Koch die Schuld in die Schuhe zu schieben.

      @Handelsblatt-Redaktion: Diesen Schuh müssen sie sich nun leider anziehen, wenn sie dermaßen den Mainstream kopieren ohne die Tatsachen gründlicher als ihre Kollegen zu recherchieren.

    • Das kommt davon wenn man unkritisch etwas kopiert und weiterverbreitet. Aber wer kann schon so viele Praktikanten überwachen ?

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