Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Suchmaschine Google zahlt Verlagen weltweit 1 Milliarde Dollar für journalistische Inhalte

Mit dem neuen Projekt Google News Showcase sollen Verlage am nachrichtlichen Erfolg von Google beteiligt werden. Auch deutsche Verlage profitieren.
01.10.2020 Update: 01.10.2020 - 16:53 Uhr Kommentieren
Das Projekt Google News Showcase startet ab sofort in Deutschland und Brasilien und soll künftig in andere Länder ausgeweitet werden Quelle: Reuters
Google

Das Projekt Google News Showcase startet ab sofort in Deutschland und Brasilien und soll künftig in andere Länder ausgeweitet werden

(Foto: Reuters)

Berlin, Brüssel Der US-Technologieriese Google will Verlagen weltweit in den nächsten drei Jahren mehr als eine Milliarde Dollar für journalistische Inhalte zahlen. Das Projekt Google News Showcase starte zunächst in Deutschland und Brasilien und solle künftig auf andere Länder wie Argentinien, Australien, Großbritannien, Kanada, Belgien, die Niederlande und Indien ausgeweitet werden, teilte Google-Zentraleuropachef Philipp Justus am Donnerstag in einem Blogeintrag mit. Beteiligt sind 20 deutsche Medien, darunter die Magazine „Spiegel“ und „Stern“ und die Zeitungen „WAZ“, „FAZ“, „Zeit“ und „Tagesspiegel“.

Googles Schritt gilt für viele in der Branche als Kehrtwende. Denn der größte Suchmaschinenbetreiber liegt seit längerem im Clinch mit einigen Verlagen. Medienhäuser wie der „Bild"-Herausgeber Axel Springer hatten sich in den vergangenen Jahren vor Gericht um einen finanziellen Gegenwert für die Veröffentlichung von Pressetexten im Internet durch Google gestritten.

Google hat Zahlungen bisher abgelehnt und argumentiert, dass die Verlage letztlich dank Google durch höhere Nutzerzahlen auf ihren Seiten mehr Werbeerlöse erzielen. Diese Verlage hatten zudem vor Gericht einen Rückschlag erlitten, weil das deutsche Leistungsschutzrecht gekippt wurde. Allerdings muss das neue europäische Urheber- und Leistungsschutzrecht in Deutschland bis Mitte 2021 in nationales Recht umgesetzt werden.

Der Bundesverband der Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) sprach von einer „Geldausschüttung an Verlagshäuser nach Gutsherrenart“. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass Google offenbar lieber ein eigenes Angebot lanciert, bei dem es die Teilnahmebedingungen diktieren kann, anstatt Recht und Gesetz in der EU anzuerkennen.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Kritik kam auch vom Europäischen Verlegerrat EPC. „Indem sie ein Produkt auf den Markt bringen, können sie (Google) Bedingungen vorgeben, Gesetze untergraben, die die Bedingungen für faire Verhandlungen schaffen sollen, und gleichzeitig behaupten, dass sie zur Finanzierung der Nachrichtenproduktion beitragen“, sagte EPC-Expertin Angela Mills Wade. Die VG Media, die sich mit Google bereits vor Gericht gestritten hat, monierte, Google versuche „eine transparente und für alle marktteilnehmenden Presseverleger nachvollziehbare Preisbildung für Presseinhalte und die Rechte an diesen zu verhindern“.

    Am Projekt teilnehmende Verlage reagierten durchweg positiv. „Mit News Showcase und der neuen Einbindung redaktioneller Inhalte wie vom Spiegel zeigt Google, dass es ihnen ernst ist mit der Unterstützung von Qualitätsjournalismus in Deutschland“, sagte Stefan Ottlitz, Geschäftsführer des „Spiegel-Verlags“.

    „Tagesspiegel"-Geschäftsführer Farhad Khalil sieht viele Vorteile für die Verlage und betonte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters: „Google ist einer wichtigsten Kanäle, um neue Leser zu gewinnen.“ Ein anderer Manager macht deutlich, dass die Medienhäuser von der Marktmacht des Suchmaschinenbetreibers profitieren könnten. „Wir erreichen viel mehr Menschen, die wir sonst nie erreicht hätten.“

    Bei Google News Showcase werden ausgewählte Artikel der Verlage in sogenannten Story-Panels aufgelistet. Zunächst sind sie in den Google News auf Android-Geräten sichtbar, später folgen Google Discover, Google News auf iOS sowie die normale Google Suche.

    Der US-Konzern kündigte auch an, Artikel aus kostenpflichtigen Angeboten einzelner Verlage zu kaufen, um sie den Lesern kostenlos anbieten zu können. Es gehe insgesamt nicht nur um eine finanzielle Förderung für Verlage, sondern auch um eine neue Form, journalistische Inhalte zugänglich zu machen, erklärte Google. „Es ist Googles bislang weitreichendster Schritt, um die Zukunft des Journalismus zu unterstützen.“

    Mehr: Google kauft erstmals Inhalte bei Zeitungsverlagen ein.

    • rtr
    Startseite
    Mehr zu: Suchmaschine - Google zahlt Verlagen weltweit 1 Milliarde Dollar für journalistische Inhalte
    0 Kommentare zu "Suchmaschine: Google zahlt Verlagen weltweit 1 Milliarde Dollar für journalistische Inhalte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%