Suhrkamp Verlag erzittert vor Investor

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„Nur an den Gewinnen interessiert“

Aber wird das Gerichtsurteil das Aus für den berühmtesten Belletristik-Verlag Deutschlands bedeuten? Zunächst herrschte Ratlosigkeit. „Barlach hat überhaupt keine Erfahrung als Buchverleger“, sagt ein Vertrauter der Verlegerwitwe. Die Autoren stehen zur bisherigen Mehrheitsgesellschafterin. „Ich habe geradezu eine körperliche Abneigung gegen Leute, die sich einkaufen und vor Gerichten irgendwelche Dinge erstreiten wollen“, sagte Suhrkamp-Autor Andreas Maier dem „Börsenblatt“.

„Der Grundstreit zwischen Familienstiftung und Herrn Barlach liegt darin, dass Herr Barlach nur an den Gewinnen von Suhrkamp interessiert ist und eine möglichst hohe Ausschüttung erreichen will“, sagte Peter Raue, der zusammen mit Unseld-Berkéwicz die Familienstiftung, der 61 Prozent an Suhrkamp gehören, der „Berliner Morgenpost“. Ulla Unseld-Berkéwicz wollte sich zunächst nicht äußern. Hans Barlach war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

„Barlach ist vielschichtig und schillernd. Er ist Kunstsammler, Immobilienentwickler, Verleger und vor allem ein Rebell“, sagt ein Hamburger Insider, der Barlach seit Jahren kennt. Der im schleswig-holsteinischen Ratzeburg geborene Enkel des berühmten Bildhauer Ernst Barlach. Er verwaltet auch den Nachlass des 1938 verstorbenen Großvaters, der als Expressionist weltweit Furore gemacht hat. Der ehemalige Internatsschüler vermarktete frühzeitig das wertvolle Erbe des Großvaters und war jahrelang als Immobilieninvestor in Hamburg und Berlin aktiv.

Mit der Bebauung des Süllbergs im Hamburger Nobelviertel Blankenese sorgte er für Schlagzeilen. 1999 hat er von Gruner + Jahr die Hamburger Morgenpost zusammen mit dem Versandhauserben Frank Otto übernommen. Beide zerstritten sich, Barlach wurde Alleineigentümer und verkaufte später gewinnbringend das Blatt. Barlach sagte dem Handelsblatt am Wochenende, dass er nach einem juristischen Sieg Suhrkamp als Verleger führen wolle. Der Verlag brauche eine höhere Rentabilität, um neue Autoren zu gewinnen. Die lange Liste von vor Jahren erschienen Büchern, die so genannte Backlist, sah er als problematisch an.

 
  • hps
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1 Kommentar zu "Suhrkamp: Investor lässt Verlag erzittern"

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  • barlach will seinen anteil so teuer wie möglich verkaufen, und damit amen

    und die stiftung hat die knatter nicht

    also gibt er den stinker und hoft auf demn weißen ritter,der der ollen beisteht und ihm seinen anteil überteuert abkauft.

    der will nich verlegen,der will aufs kreuz legen.

    un d wenn die chefin geld aus der firma rausklaut is sie halt instiktlos,blöde und von der kulturlocke raue zu apothekenpreisen schlecht beraten

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