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Sven Murmann Nur noch Bücher

Sven Murmann verlässt die Familienholding und konzentriert sich ganz auf seinen Hamburger Verlag. Bislang war der Hamburger Verlag ein Draufzahlgeschäft; für den reichen Bücherliebhaber hat das Geldverdienen auch nicht erste Priorität. Nun peilt Murmann aber die Gewinnzone an - und schaut nach Übernahmeobjekten.
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Sven Murmann konzentriert sich nach dem Abschied von der Familienholding auf das Buchgeschäft. Quelle: Jozef Kubica für Handelsblatt

Sven Murmann konzentriert sich nach dem Abschied von der Familienholding auf das Buchgeschäft.

HAMBURG. Nicht nur das Sein ist wichtig, sondern auch der Schein. Das weiß Sven Murmann, Sohn des ehemaligen Arbeitgeberpräsidenten Klaus Murmann. Deshalb hat er für seinen Verlag eine prominente Adresse gewählt: Elbchaussee 1, der Beginn der Hamburger Nobelmeile, die in den Millionärsvorort Blankenese führt.

Vor sechs Jahren gründete der promovierte Philosoph den Verlag, der sich das Motto gesetzt hat: "Wirtschaft und Gesellschaft weiter denken". Doch erst jetzt kommt der 42-Jährige dazu, sich hundertprozentig darum zu kümmern. Noch sind nicht alle Bücher und Unterlagen in seinem großzügigen Büro im zweiten Stock hoch über der Elbe eingeräumt.

Sein bisheriges Büro als Geschäftsführer der Sauer-Holding hat Murmann gerade geräumt. Denn die Zeiten der Hamburger Holding, die eine Vielzahl von Unternehmensbeteiligungen hält, sind abgeschlossen. Sven Murmann und seine vier Geschwister haben sich entschieden, ihr Erbe vom feinen Hamburger Vermögensverwalter Spudy & Co. managen zu lassen.

"Die Experimentierzeit ist vorbei"

Zuvor hatte die Familie ihre Beteiligung an dem in den USA börsennotierten Anlagebauer Sauer-Danfoss verkauft. Der dänische Mitgesellschafter Danfoss kontrolliert nun die internationale Firma. Die Murmann-Kinder hatten an dem komplexen Portfoliomanagement kein Interesse. Eine Schwester ist Pastorin in Hamburg, eine andere Kunsthändlerin.

Eigentlich bräuchte der Multimillionär nicht mehr zu arbeiten. Doch das ist für den begeisterten Fußballspieler und gelegentlichen Segler unvorstellbar. Im Gegenteil: Der leidenschaftliche Büchermensch stürzt sich ohne die Belastung als Chef der Familienholding mit noch mehr Passion in das Verlagsgeschäft.

Bislang war der Hamburger Verlag aber ein Draufzahlgeschäft. Wie hoch die Verluste ausgefallen sind, will Murmann nicht verraten. Nur so viel: "In diesem Jahr werden wir die Gewinnzone erreichen." 100 000 Bücher will er 2010 verkaufen. Brancheninsider schätzen den Umsatz seines Verlags auf rund eine Million Euro.

Das ist nicht gerade viel in einer Branche, die jährlich fast zehn Milliarden Euro umsetzt. Doch das stört Sven Murmann nicht. Für den stets in Anzug und Krawatte korrekt gekleideten Bücherliebhaber hat das Geldverdienen nicht die erste Priorität.

Ihm geht es darum, mit seinen Büchern gesellschaftliche Debatten anzustoßen. "Die Experimentierzeit ist vorbei. Wir haben unsere Linie gefunden", sagt er über das Verlagsprogramm. So plant er beispielsweise mit dem Wirtschaftswissenschaftler Michael Hüther einen Band zur ordnungs- und wirtschaftspolitischen Lage in Deutschland.

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