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SXSW 2019

Gender Pay Gap 9,7 Millionen Dollar Nachzahlung – Google soll Männern zu wenig gezahlt haben

Nach einer internen Studie des Konzerns wurden viele männliche Mitarbeiter schlechter bezahlt als ihre weiblichen Kollegen. Kritiker halten die Ergebnisse jedoch für verzerrt.
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Gerechte Bezahlung ist ein Reizthema bei dem Internetriesen. Quelle: AFP
Google-Büro in London

Gerechte Bezahlung ist ein Reizthema bei dem Internetriesen.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDer Internetriese Google prüft regelmäßig, ob Frauen oder Angehörige von Minderheiten bei ihm angemessen bezahlt werden. Bei der jüngsten Studie zu dem Thema kam der Konzern zu einem überraschenden Ergebnis. Demnach werden Männer schlechter bezahlt als Frauen.

Wie die „New York Times“ berichtet, zahlte Google daher 10.677 Mitarbeitern zusätzlich insgesamt 9,7 Millionen Dollar für das vergangene Jahr. Davon seien Männer, die rund 60 Prozent der Belegschaft ausmachen, überproportional betroffen. Die Studie wird jährlich durchgeführt und erfasst etwa 91 Prozent der weltweiten Mitarbeiter. In diesem Jahr wurden erstmals Neueinsteiger miterfasst.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet steht wegen des „Gender Pay Gap“ immer wieder in der Kritik. Es gibt bereits mehrere Sammelklagen von Frauen, die sich beim Gehalt gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligt sahen. Das US-Arbeitsministerium prüft, ob es im Konzern eine systematische Unterbezahlung von Frauen gibt.

Zudem kam es im vergangenen Herbst zu Protesten gegen den Umgang des Konzerns mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Google-Manager.

Im aktuellen Fall beklagen laut „New York Times“ Kritiker, dass die komplexe Berechnung der Gehälter die tatsächliche Lage verzerrt. Ein Algorithmus werte zunächst Leistungsdaten, Arbeitsort und Aufgabengebiet aus. Dann können Vorgesetzte subjektive Einschätzungen wie Motivation und den Vergleich mit Kollegen einfließen lassen und diese entsprechend entlohnen.

Die vermeintliche Benachteiligung von Männern könnte darauf zurückzuführen sein, dass Frauen zwar bei den subjektiven Faktoren besser eingeschätzt werden, aber von vornherein in eine niedrigere Gehaltsstufe eingeordnet wurden. So verdienen sie zwar scheinbar besser als gleichrangige männliche Kollegen, sind aber nicht ihrer Qualifikation entsprechend eingestuft.

Die „New York Times“ nennt den Fall der früheren Google-Entwicklerin Kelly Ellis, die sich einer Sammelklage gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber angeschlossen hat. Sie sei 2010 trotz ihrer vierjährigen Berufserfahrung als „Level 3“-Mitarbeiterin eingestellt worden, dem Niveau für College-Absolventen. Wenige Wochen später sei ein Mann mit ähnlicher Qualifikation als „Level 4“ rekrutiert worden.

Google versprach, sich des Problems anzunehmen. „Weil Einstufung, Leistungsbeurteilung und Beförderungen das Gehalt beeinflussen, werden wir in diesem Jahr eine umfassende Prüfung dieser Prozesse vornehmen“, schreibt die zuständige Google-Managerin Lauren Barbato in einem Blogpost. „Wir wollen sicherstellen, dass das Ergebnis fair und gerecht für alle Mitarbeiter ist.“

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