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SXSW 2019

SXSW 2019 Instagram-Gründer positionieren sich gegen Zerschlagung von Tech-Konzernen

Die Aufspaltung von Tech-Giganten ist das große Thema bei der SXSW. Krieger und Systrom haben Instagram 2012 an Facebook verkauft und kontern: „Schiere Größe ist kein Verbrechen.“
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Instagram-Gründer Kevin Systrom wehrt sich gegen die Idee, große Tech-Konzerne zu zerschlagen. Quelle: Getty Images
Kevin Systrom

Instagram-Gründer Kevin Systrom wehrt sich gegen die Idee, große Tech-Konzerne zu zerschlagen.

(Foto: Getty Images)

AustinDie Frage, die viele Besucher der einstündigen Diskussion wahrscheinlich am meisten interessiert, stellt der Moderator den Instagram-Gründern Mike Krieger und Kevin Systrom erst in den letzten Minuten: „What’s next“? Denn die Frage, was die beiden als nächstes tun, ist seit knapp sechs Monaten unbeantwortet.

Im September vergangenen Jahres verließen Krieger und Systrom überraschend das 2010 von ihnen in San Francisco gegründete soziale Netzwerk. US-Medien berichteten über Konflikte zwischen dem Gründerduo und Facebook-CEO Mark Zuckerberg. Angeblich seien die beiden frustriert gewesen, dass Zuckerberg ihnen immer öfter strategische Vorgaben machen wollte. Dabei hatte er den Gründern noch weitreichende Autonomie zugesichert, als er Instagram 2012 für rund eine Milliarde Dollar übernahm.

Für Zuckerberg war der Abgang des Gründerduos ein schwerer Rückschlag: Denn während sein Unternehmen zunehmend in die Kritik geriet, kamen von Instagram weitgehend positive Nachrichten: „Instagram wird für Facebook das nächste Facebook“, schrieb die „New York Times“ damals.

Bei der SXSW hatten Krieger und Systrom nun den ersten Auftritt seit ihrem Ausstieg. Entsprechend groß war das Interesse. Über drei Stockwerke verteilt standen die SXSW-Besucher Schlange, Hunderte kamen nicht mehr in den Saal, der rasend schnell bis auf den letzten Platz besetzt war.

Würden sie etwas Kritisches über Facebook sagen? Über ihr Verhältnis zu Mark Zuckerberg? Nichts dergleichen. Sowohl Krieger wie auch Systrom fanden eine Stunde lang nur freundliche Worte über ihren früheren Chef Zuckerberg.

Lediglich die sinkende Autonomie in der „FB Inc“ thematisierte Systrom kurz. Doch die sei wiederum eine Folge des stürmischen Wachstums von Instagram. Immerhin sei das Netzwerk am Ende so groß gewesen, dass es relevant für Facebook wurde. Fazit der Botschaft: Klar, dass der Chef dann mitreden wolle.

Wesentlich deutlicher äußerten sich die beiden dann aber zu einer der wichtigsten Debatten der SXSW: Die US-Senatorin und potenzielle Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren hatte eine Aufspaltung der größten Technologiekonzerne ins Gespräch gebracht. Beide positionierten sich klar dagegen.

Er fürchte, dass Aufrufe, Technologiekonzerne aufzuspalten, vor allem die wachsende Anti-Tech-Stimmung bedienen würden, aber keine Probleme löse, sagte Systrom. Für ihn ist klar: „Schiere Größe ist kein Verbrechen“. Unternehmen aufzuspalten sei ein sehr spezifischer Ansatz, ein spezifisches Problem. „Wenn man ökonomische Probleme lösen will, gibt es Möglichkeiten dafür. Wenn man russische Einmischung verhindern will, gibt es ebenfalls Wege, das zu tun. Aber Unternehmen aufzuspalten, löst all diese spezifischen Probleme nicht“, sagt Systrom.

Krieger sieht das ähnlich. Er regt an, das Problem noch genauer zu beschreiben. Denn wenn Amazon eigene Produkte auf der Plattform verkauft und Händlern Konkurrenz macht, sei das etwas anderes, „als wenn Facebook Instagram besitzt.“

Die beiden wissen, wovon sie sprechen. Schon zu Schulzeiten schrieben sie erste Computerprogramme. Systrom wuchs in Middlesex County im US-Bundesstaat Massachusetts auf, Krieger wuchs in Brasilien auf und kam später zum Studium in die USA. An der Stanford University lernte er Systrom kennen.

Die Frage „What’s next“? steht somit weiter im Raum. Wie ihre Zukunft aussieht, wissen beide offenbar selbst noch nicht genau. Krieger und Systrom scheinen verschiedene Möglichkeiten auszuloten. Sicher war am Ende deshalb nur eines: Instagram war nicht ihr letztes Unternehmen.

Wenn man ein neues Unternehmen gründet, nutzte man dafür immer Trend-Wellen, sagt Systrom. So wie er den Foto-Trend auf dem Smartphone gesehen und genutzt hat. Damals waren kamerafähige Smartphones das neue große Ding. Nun suchen die beiden nach der nächsten Welle. Aus welcher Richtung die kommen könnte, ließen sie sich allerdings nicht entlocken.

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