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SXSW 2019

SXSW 2019 „Technologie hat uns stärker gemacht als je zuvor“ – Priscilla Chan will mit Milliarden Dollar die Welt retten

Mark Zuckerbergs Frau Chan erklärt in Austin, wie sie die Welt verbessern will. Dafür will sie fast das komplette Vermögen des Ehepaares nutzen.
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„Technologie ist keine Wunderwaffe, aber sie sollte ein Werkzeug sein“

AustinPriscilla Chan ist Milliardärin, Kinderärztin, Mutter, die Ehefrau von Facebook-Chef Mark Zuckerberg – und seit kurzem Anwärterin für ein neues Amt: Die neue Weltverbesserin aus dem Silicon Valley. „Technologie ist keine Wunderwaffe. Wenn wir sie aber mit Bedacht einsetzen, können wir selbst die komplexen Probleme der Welt lösen“, sagt Chan.

Es ist einer ihrer ersten großen Auftritte als Chefin der Chan-Zuckerberg-Initiative (CZI). Und Chan hat sich dazu den Ort ausgewählt, der maximale Aufmerksamkeit garantiert: Das Tech- und Kreativfestival SXSW in Austin. „Ich bin zum ersten Mal hier. Ich weiß, dass alle coolen Kids hierherkommen“, sagt sie zur Begrüßung. Das war es dann aber auch schon mit den Albereien.

Das Ehepaar Zuckerberg-Chan gründete die CZI 2015 nach der Geburt ihrer Tochter Max. 99 Prozent ihres Vermögens, versprachen sie, sollen in die Initiative fließen. Die Ziele der CZI klingen dabei wie aus dem Regelbuch für Silicon-Valley-Großdenker: Mit Hilfe von Technologie will die wohltätige Organisation Schulen in den USA besser und das Strafsystem fairer machen. Alle Krankheiten der Welt sollen mithilfe von Big Data im Laufe einer Generation besiegt werden.

„Das gelingt nur, wenn Wissenschaftler, Technologen und die Menschen, die von diesen Problemen betroffen sind, radikal zusammenarbeiten“, sagt Chan auf der Bühne vor vollem Saal. „Technologie hat uns stärker gemacht als je zuvor. Nun kommt es auf uns an, wie wir sie nutzen“.

Es ist nur wenige Tage her, da hat ihr Mann Facebook nach zwei Jahren voller Datenskandale einen radikalen Umbau verordnet. Aus dem weltweit größten offenen Marktplatz der Meinungen soll ein Netzwerk für private und verschlüsselte Nachrichten werden. Da erscheint der Aufruf seiner Frau nach mehr Vernetzung wie ein Grund zum Streit beim Abendessen für das Paar. Wo Zuckerberg runterfährt, dreht seine Frau jetzt auf. Es ist nicht zu seinem Schaden.

Kennengelernt haben sich die beiden schon als Studenten, sie standen auf einer Party gemeinsam in der Schlange für die Toilette an. „Priscilla ist ein Mensch, der sich immens um ihre Mitmenschen kümmert“, hat Zuckerberg über seine Frau mal in einer CNN-Dokumentation gesagt. Und Chan, die immer behauptete, nicht gerne im Mittelpunkt zu stehen, scheint bereit, die Rolle der Kümmerin nun auch als öffentliche Frontfrau zu übernehmen.

Chan erzählt hier Szenen aus ihrem Leben, jene, wie sie als junge Lehrerin Probleme hatte, wegen eines hyperaktiven Kindes den Bedürfnissen aller Kinder in der Klasse gerecht zu werden. Die CZI hat nun eine Lernplattform entwickelt, die Lehrern datenunterstützt helfen soll, die Fortschritte ihrer Schüler individuell verfolgen und besser zu unterstützen.

Die Milliardärin erzählt von einer Frau, die sie kennengelernt hat, die immer wieder wegen Kleinigkeiten ins Gefängnis kam. Einmal im Raster der Polizei, gibt es kein Entkommen mehr. „Eine Vorstrafe kann ganze Generationen zurückhalten“, sagt Chan. Die CZI will nun mit Software helfen, dass Behörden weniger voreingenommene Urteile aussprechen. Chan hat Medizin studiert und später als Kinderärztin gearbeitet. Am Masterplan für die Entschlüsselung der Weltkrankheiten arbeitet die CZI mit Elite-Universitäten wie Berkeley und Stanford zusammen.

Chans Eltern kamen als Boat-People aus Vietnam in den USA an. Die Familie hatte nie viel Geld, aber schon Chans Lehrer sagte voraus, sie werde es bis nach Harvard schaffen. So kam es auch. „Nicht in einer Million Jahren hätte ich gedacht, dass ich jemals hier sein würde“, sagt Chan auf der Bühne. „Ich hatte Glück. Ich will zurückgeben, damit andere es auch ohne Glück schaffen können“, sagt sie. Es ist eine große, eine gewagte Rolle, für die sich Chan hier warmzulaufen scheint.

Seit Facebook-Top-Managerin Sheryl Sandberg wegen der Facebook-Skandale in der Kritik steht, fehlt dem Valley eine weibliche Tech-Ikone. Die CZI sei keine PR-Aktion, um von Facebook abzulenken, sagt Chan. Dafür hätte sie sich einfachere Vorhaben vornehmen können. Der Austin-Auftritt schadet aber auch nicht.

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