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SXSW 2019
Austin während der SXSW 2018
(Foto:� SXSW Conference & Festivals – Photo by Aaron Rogosin)

SXSW 2019 Wie Austin zum mächtigen Tech-Standort geworden ist

Große Tech-Konzerne beschäftigen tausende Mitarbeiter im texanische Austin. Die Messe „South by Southwest“ hat zur Attraktivität enorm beigetragen. Aber nicht nur.
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  • South by Southwest 2019: Technologie-Messe und Musik-Festival startet
  • Mehr als 75.000 Besucher in Austin erwartet
  • Die Stadt boomt und ist jetzt etablierter Tech-Standort

Vor drei Jahren reiste Brin Chartier ins texanische Austin, um die Technologiemesse South by Southwest (SXSW) zu besuchen. Sie entschied, nicht mehr wegzugehen. Die in Boston geborene 27-Jährige fand einen Job bei einem Start-up und zog im folgenden Jahr um. „Ich hatte mich verliebt“, sagt sie.

Viele Städte versuchen, sich als das nächste Silicon Valley zu präsentieren – also als Ort, an dem sich junge Technologieunternehmen wohlfühlen und wachsen können. Aber Austin hat tatsächlich einen Lauf. Die heimische Wirtschaft, die Bevölkerungszahl und die Zahl renommierter Arbeitgeber ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen.

Brin Chartier gehört zu denen, die nach Austin gekommen sind und sich von der Mischung aus günstigen Preisen, Chancen und Vielfalt angelockt fühlen. „So viele Leute zogen hier hin“, sagt Chartier. „Es war verrückt. Schon nach ein oder zwei Monaten gehörte ich zu den Etablierten.“

Austins Bevölkerung ist von 2010 bis 2017 um 23 Prozent gewachsen und damit schneller als jede andere US-amerikanische Metropolregion. Das Wachstum liegt damit weit über dem landesweiten Durchschnitt von fünf Prozent, wie Zahlen des Datenportals Statista zeigen.

Die Innenstadt soll um 50 Prozent ausgeweitet werden, zeigen Informationen der Wirtschaftsförderung der Region. Darauf deuten Bauvorhaben und Planungen hin. Die Folge: Die Stadt wird teurer und alteingesessene Bewohner werden aus der Stadt getrieben. In anderen Worten: Die Stadt macht auch die weniger gewünschten Entwicklungen durch, die das Silicon Valley auszeichnen.

Was Unternehmen angelockt hat, ist unter anderem ein steuerliches Anreizprogramm, das auch geschaffene Jobs prämiert. Die Technologiebranche ist einer der größten Wachstumstreiber. Und außerdem ist Stadt nicht übermäßig abhängig von einem großen Arbeitgeber.

Das trifft zum Beispiel auf Arlington in Virginia zu. Dort plant Amazon eine zweite Zentrale zu errichten. In Austin haben in den vergangenen Jahren neben Amazon auch Apple, Facebook und Google größere Außenposten eröffnet. Die Großkonzerne haben alle angekündigt, ihre Präsenz noch ausbauen zu wollen.

Amazon hat im Jahr 2017 für 13,7 Milliarden Dollar die in Austin beheimatete Öko-Supermarktkette Whole Foods gekauft und wird die Hälfte eines Hochhauses mieten, das derzeit in der Stadt gebaut wird, wie eine Lokalzeitung vergangenen Monat berichtete. Apples Präsenz in der Stadt ist die größte nach der Zentrale im kalifornischen Cupertino. Der Konzern will eine weitere Milliarde in Austin investieren und einen Campus für 15.000 zusätzliche Mitarbeiter schaffen. Das würde die Zahl der Apple-Mitarbeiter in der Stadt verdoppeln.

Juul, ein stark wachsender Hersteller von E-Zigaretten aus San Francisco, plant ein Büro mit zumindest vier Dutzend Mitarbeitern zu eröffnen. Austin soll dann zur Zentrale für das Amerika-Geschäft außerhalb der USA erklärt werden.

Die Messe treibt das Renommee der Stadt

Die Messe „South by Southwest“ ist die jährliche Show, mit der sich Austin verkauft. Seit dem ersten Musikfestival im Jahr 1987 haben die Veranstalter Filmvorführungen, eine Technologie-Konferenz, Computerspiel-Wettkämpfe und politische Debatten hinzugefügt. In diesem Jahr treten die Präsidentschaftskandidatinnen Elizabeth Warren und Amy Klobuchar auf. Schauspielerin Jodie Foster wird einen Vortrag halten und die Gründer von Instagram lassen sich auf einer Bühne interviewen.

Der quasi-offizielle Slogan der Stadt lautet: „Keep Austin Weird“. (etwa: „Lasst Austin weiter verrückt sein“). In der Tat mutet es verrückt an, dass ein links-liberaler Außenposten im konservativen Kernland ein Technologie-Hub geworden ist. Jeff Haynie, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten Techfirmen in Atlanta und dem Silicon Valley auf den Weg gebracht hat, ist mit seinem jüngsten Start-up Pinpoint Software aus dem kalifornischen Mountain View im vergangenen Jahr nach Austin gezogen. Zu seinen Investoren zählen unter anderem der Messaging-Dienst Slack und Bloomberg Beta, der Investmentzweig des Finanzinformationsdienstes Bloomberg.

Das günstigere Wohnen, ein höherer Lebensstandard, lockerere Vorgaben bei der Unternehmensgründung und der Verzicht auf eine bundesstaatliche Einkommensteuer hätten ihn überzeugt, nach Texas zu kommen. Nach Daten der Kauffman Foundation hat sich der Bundesstaat von Rang 20 auf Rang drei der attraktivsten Regionen für die Unternehmensgründung nach oben gekämpft. Der Zuzug von technologisch versierten Talenten mache das Firmengründen außerhalb des Valleys einfacher denn je, so Haynie.

Der Gründer kommt seit 2009 zur South by Southwest. Er verbringt die kommende Woche auf den Veranstaltungen und lädt Freunde und ehemalige Kollegen aus dem Valley zu sich ein. Mehr als 75.000 Besucher werden in Austin in den kommenden Tagen erwartet. Einige Restaurants nehmen das Geld für die gesamte Jahresmiete in dieser einen Woche ein, so Josh Baer, Gründer eines Start-up-Inkubators in der Innenstadt. „Es ist schwer zu sagen, ob Austin die South By geschaffen hat oder die South By Austin.“

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