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Tech-Brance „Gawker“-Streit spaltet das Valley

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Ein neues Kräfteverhältnis entsteht

„Wir brauchen keine Lektionen oder Ethik von einem Milliardär, der mit uns noch ein Hühnchen zu rupfen hat“, konterte die Tech-Journalistin Kara Swisher, die mit ihrem Blog „Recode“ zu den kritischen Stimmen im Silicon Valley gehört und unter anderem bei Yahoo für ihre guten Quellen bei dem Internet-Konzern unbeliebt ist. Internet-Investor Khosla bekam in den vergangenen Jahren selbst seine Tracht Prügel in den Medien: Er kaufte ein Ufer-Grundstück in Kalifornien und sperrte dann den Zugang zu einem beliebten Strand. Seitdem streitet er mit den Behörden des Staates. „Gawker“ titulierte ihn dafür als „Milliardär und wahren egoistischen Bastard“.

Die US-Medien sind neben der im ersten Zusatzartikel zur Verfassung zugesicherten Pressefreiheit auch durch Urteile wie „New York Times“ gegen Sullivan von 1964 weiträumig vor Klagen von Personen des öffentlichen Lebens geschützt. Doch während die Internet-Firmen immer reicher werden und die Medien-Unternehmen an Boden verlieren, entsteht ein neues Kräfteverhältnis. „Der erste Zusatzartikel droht zum Opfer der digitalen Revolution zu werden“, schrieb der Rechtsexperte Thomas Rubin in einem Gastbeitrag bei „Recode“.

Er forderte vor allem Facebook auf, entschiedener für die Meinungsfreiheit einzutreten. Das weltgrößte Online-Netzwerk geriet zuletzt – nach einem Bericht im „Gawker“-Blog „Gizmodo“ – in den Verdacht, Nachrichten über Konservative in seinen Nachrichten-Trends unterdrückt zu haben. Eine interne Untersuchung fand kein systematisches Vorgehen – aber der Spielraum für Entscheidungen einzelner Mitarbeiter wurde gekappt. Thiel, der den umstrittenen republikanischen Präsidentschaftsanwärter Donald Trump unterstützt, der seinerseits die Presse zügeln will, sitzt übrigens als früher Investor im Facebook-Verwaltungsrat.

Der Fall „Gawker“ spaltet die Tech-Welt in zwei Lager. Ein anderer Milliardär, Ebay-Gründer Pierre Omidyar, will Unterstützer-Briefe von Medienunternehmen für „Gawker“ organisieren. Man müsse „selbst widerwärtige Presse“ schützen, argumentierte er wenig schmeichelhaft für „Gawker“. Und auch der ebenfalls milliardenschwere Amazon-Gründer Jeff Bezos, der vor zweieinhalb Jahren für 250 Millionen Dollar die journalistische Institution „Washington Post“ kaufte, zeigte wenig Sympathie für Thiels Vorgehensweise. Als Person des öffentlichen Lebens müsse man sich dicke Haut zulegen, denn man könne unangenehme Berichte über einen nicht stoppen, sagte er bei einer „Recode“-Konferenz in der Nacht zum Mittwoch. Die amerikanische Gesellschaft gründete sich auch darauf, dass Leute „hässliche Dinge“ sagen dürften.

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  • dpa
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