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Tech-Konzern aus China Lenovos Zukunft sind die Datencenter

Lenovo ist der Gigant der PC-Branche. Doch Konzernchef Yang Yuanqing will den chinesischen Elektronikkonzern ganz auf Supercomputer und Datencenter ausrichten. Die Geschichte einer radikalen Transformation.
24.06.2017 - 16:00 Uhr Kommentieren
„Wir müssen die Nummer eins in den neuen Märkten werden.“ Quelle: AP
Yang Yuanqing

„Wir müssen die Nummer eins in den neuen Märkten werden.“

(Foto: AP)

New York „Bendy“ war der Hingucker auf der „Transform“-Veranstaltung von Lenovo: Ein Laptop-Konzept mit einem biegsamen Bildschirm, dessen unterer geschwungener Teil das klassische Klapp-Scharnier ersetzt. Das Display reicht einfach nahtlos bis an die Tastatur. Doch so futuristisch das aussieht: Es ist nicht die Zukunft für den chinesischen PC-Riesen.

„Es interessiert mich nicht, ob wir im klassischen PC-Markt die Nummer eins oder zwei sind“, sagt Konzernchef Yang Yuanqing rundheraus. „Das hat keine Zukunft. Wir müssen die Nummer eins in den neuen Märkten werden.“ Damit meint er Datencenter, Supercomputer und mobiles Internet.

Das futuristische Laptop ist nicht die Zukunft des chinesischen PC-Riesen. Quelle: Lenovo
Lenovo „Bendy“

Das futuristische Laptop ist nicht die Zukunft des chinesischen PC-Riesen.

(Foto: Lenovo)

Präsentiert wurde in New York der dringend notwendige Relaunch der Datencenter-Sparte, seit Lenovo vor drei Jahren zur Überraschung vieler Experten die Sparte für Standard-Server von IBM übernommen hat. Standard-Server auf PC-Basis (x86) galten als margenschwach und ohne Zukunft, seit immer mehr Firmen-Server in den Clouds von Amazon und Microsoft verschwinden. IBM wollte die Server-Produktion unter allen Umständen loswerden und Lenovo nahm sie.

Jetzt zeigt Yang den Konkurrenten Hewlett Packard Enterprise (HPE) und Dell Emc, dass sie einen neuen ernstzunehmenden Gegner haben. Noch ist Lenovo in einem engen Zweikampf mit Cisco um den dritten Platz bei x86-Servern gefangen. Doch das soll sich rasch ändern. Die Zahl der angebotenen Server-Versionen wurde von 25 auf 14 reduziert. Rund 100 Server pro Stunde laufen von den Bändern, individuell konfiguriert. Dazu kommen sieben neue Großspeicher-Systeme und fünf Netzwerkkomponenten.

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    Kirk Skaugen ist der Mann, der Lenovo in die neue Zeit führen soll. Skaugen hat im vergangenen Jahr noch bei Intel die Client Computing Group geführt und kennt das Server-Geschäft wie seine Westentasche. „Wir haben vieles gut, aber auch schwere Fehler gemacht“. Jetzt sei Lenovo ein neues Unternehmen. Zum Beispiel wurden die Verkaufsteams getrennt. Ein Server-Verkäufer muss keine Smartphones oder Laptops mehr verkaufen und umgekehrt. Das hat nicht funktioniert. Außerdem werden jetzt die Boni nach Gewinnmarge der Abschlüsse honoriert.

    In sieben Entwicklungszentren wird an Data-Center-Software gearbeitet. Und das wichtigste: „Wir werden diese 65-Prozent-Bruttomarge-Industrie aggressiv angehen“, warnt Skaugen die etablierte Konkurrenz wie Dell oder HPE. Mit „20 bis 30 Prozent“ könne man auch leben. Lenovos größter Vorteil laut Skaugen: „Wir haben keine Altsysteme, auf die wir Rücksicht nehmen müssen.“ Vorstandschef Yang betrachtet die Datencenter-Sparte als den Profitbringer, der die Laptops ersetzen wird. „In zwei bis drei Jahren wird Datacenter unsere profitstärkste Sparte sein.“

    Der Trend für PCs und Laptops zeigt nach unten
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