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Apple, Google, Amazon

Die US-Techwerte beflügeln die US-Börsen.

(Foto: Screenshot)

Tech-Werte Warum die Rekordbewertungen von Apple & Co. keine Blase wie zu Dotcom-Zeiten sind

Nach dem Facebook-Absturz vergangene Woche befürchteten Anleger den Ausverkauf der Tech-Blase. Der jüngste Börsenrekord von Apple zeigt, die Ängste sind nicht begründet.
03.08.2018 - 00:50 Uhr Kommentieren

New York Dem US-Konzern Apple gelingt als erstes Unternehmen weltweit an den Börsen die Bewertung von einer Billion Dollar. Damit ist das kalifornische Unternehmen so viel wert wie die 15 größten Dax-Unternehmen zusammen. Und schon fragen sich die Investoren, wer als nächstes die Billionen-Marke knackt.

Wird es Amazon, das am Mittwoch mehr als 890 Milliarden an der Börse wert war, oder doch die Google-Mutter Alphabet mit derzeit mehr als 850 Milliarden Dollar? Auch der Traditionskonzern unter den Tech-Firmen namens Microsoft kommt schon auf schwindelerregende 825 Milliarden Dollar.

Den Wertsteigerungen der Technologiefirmen scheinen kaum mehr Grenzen gesetzt. Und das, obwohl es nach dem Kurseinbruch von Facebook vor Kurzem noch so ausgesehen hatte, als hätte die Götterdämmerung des Silicon Valleys begonnen.

Die Kassandras unter den Marktbeobachtern sahen schon Parallelen zur Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende. Vom „Ausverkauf der Tech-Branche“ war die Rede. Anleger zogen Milliarden aus Tech-fokussierten Fonds ab. Allein beim Nasdaq-orientierten Fonds Invesco QQQ Trust flossen nach dem Facebook-Debakel innerhalb von fünf Tagen Milliarden Dollar ab. Das entsprach rund sieben Prozent der Mittel.

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    Aber von einer Blase wie der, die Anfang des Jahrtausends geplatzt ist, sind wir heute weit entfernt. Denn hinter den Unternehmen stecken nicht nur Klicks und Zukunftshoffnungen wie damals, sondern echte Umsätze und vor allem satte Gewinne.

    Selbst mit seiner Bewertung von mehr als einer Billion Dollar kommt Apple nur auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 19. Diese Kennzahl – kurz KGV genannt – berechnet sich, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn pro Aktie teilt. Sie sagt aus, wie teuer eine Aktie im Vergleich zu dem ist, was das Unternehmen verdient.

    Zum Vergleich: Adidas war am Mittwoch mit der Kennzahl 22 höher bewertet, und auch Coca-Cola kam auf 29. Dagegen ist Apple also noch ein richtiges Schnäppchen.

    11,5 Milliarden Dollar Gewinn hat Apple innerhalb von drei Monaten verdient. Dabei weiß das Unternehmen schon heute nicht, wohin mit dem Geld. Deshalb hat Apple in der Vergangenheit bereits massiv Aktien zurückgekauft.

    Der hohe Aktienkurs hilft dem Unternehmen nicht wirklich weiter. Ein hoher Kurs würde etwa helfen, wenn ein Unternehmen neues Kapital am Markt aufnehmen muss. Aber das ist bei Apple nicht der Fall. Auch bei Übernahmen kann ein hoher Kurs von Vorteil sein, gerade dann, wenn man per Aktientausch bezahlt. Aber Apple wächst vor allem organisch und große Übernahmen sind derzeit nicht abzusehen.

    Ja, aber die anderen!, mag man nur einwerfen. Ja, Alphabet ist mit einem KGV von mehr als 50 hoch bewertet. Aber auch die Google-Mutter hat die Erwartungen der Analysten weit übertroffen. Das Gleiche gilt für Microsoft, das sogar auf ein KGV von mehr als 70 kommt.

    Ja, Amazon ist tatsächlich mit einem KGV von 290 sehr hoch bewertet. Aber bisher hat das Unternehmen immer wieder gezeigt, dass es in der Zukunft liefern kann. Investoren haben jahrelang die Aktien gekauft, wohl wissend, dass Amazon-Chef Jeff Bezos sein Geld lieber in neue Geschäftsfelder steckte, als möglichst viel Gewinn zu machen und die Investoren mit Dividenden zu überschüttern.

    Und Facebook? Facebook hat vergangene Woche an einem Tag 120 Milliarden Dollar an der Börse verbrannt, als es langsamere Wachstumsraten und höhere Ausgaben in Aussicht gestellt hatte. Aber dafür ist es heute mit einem KGV von 29 durchaus fair bewertet.

    Sogar die Milliardenstrafen der EU können den Technologie-Größen nichts anhaben. Google wurde jüngst zu einer Strafe von fünf Milliarden Dollar verurteilt und konnte trotzdem unterm Strich 3,2 Milliarden Dollar Gewinn ausweisen.
    Auch die Steuerrückzahlungen von Apple an die EU von 16 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr erscheinen auf einmal niedrig, wenn man den Quartalsgewinn von elf Milliarden vor Augen hat.

    Bei Netflix kann man argumentieren, dass das Unternehmen mit einem KGV von mehr als 220 wirklich sehr hoch bewertet ist. Da sind tatsächlich viele Hoffnungen eingepreist. Aber auch das noch recht junge Streaming-Unternehmen schreibt schon heute reale Gewinne.

    Generell müssen wir einfach zur Kenntnis nehmen, dass die Software- und Technologieunternehmen die Zukunftskonzerne sind und bleiben. Und daran werden kurzfristige Kurseinbrüche nichts ändern.

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