Telekom-Ausrüster Nokia spürt Gegenwind in China

Nokia hat im abgelaufenen Quartal trotz weniger Umsatz den operativen Gewinn deutlich gesteigert. Für das laufende Jahr rechnet der finnische Netzwerkausrüster allerdings mit Gegenwind – vor allem auf einem Markt.
Der Telekom-Ausrüster hat im vierten Quartal den operativen Gewinn deutlich gesteigert. Quelle: dpa
Nokia

Der Telekom-Ausrüster hat im vierten Quartal den operativen Gewinn deutlich gesteigert.

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HelsinkiDie Konjunkturabkühlung in China bereitet dem Telekom-Ausrüster Nokia Sorgen. Der finnische Konzern rechne mit Gegenwind, da sich die Nachfrage in der Volksrepublik und auch auf einigen anderen Märkten abschwäche, erklärte der einstige Handy-Weltmarktführer am Donnerstag. Vor allem das erste Quartal werde schwierig werden, da Kunden wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung ihre Investitionen genau prüfen würden.

Daher könne Nokia derzeit auch noch keine Prognose für das laufende Jahr vorlegen. Analysten zeigten sich entsprechend zurückhaltend: „Das ist wie Stochern im Nebel“, sagte Mikael Rautanen vom Inderes Equity Research. Die Aktie gab im frühen Handel 1,7 Prozent nach.

Im Schlussquartal 2015 stieg indes der operative Gewinn um 46 Prozent auf 734 Millionen Euro, wozu auch außergewöhnlich hohe Patent-Zahlungen von Samsung beitrugen. Zudem blieb von jedem Euro Umsatz am Ende auch unerwartet viel in der Kasse hängen: die operative Gewinn-Marge im Netzwerk-Geschäft stieg auf 14,6 Prozent. Der Umsatz sank indes auf Basis konstanter Währungen um drei Prozent auf 3,6 Milliarden Euro.

Das Nokia-Handy kommt zurück
Wieder da
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Das Nokia Lumia 925 Smartphone trug den Markennamen noch: Damit machte Microsoft Schluss. Nun kehrt die Marke zurück. Nokia hat mit dem neu gegründeten Unternehmen HMD eine Lizenzvereinbarung getroffen. Für die kommenden zehn Jahre soll das Unternehmen Tablets und Mobiltelefone herstellen. Dafür ist es bereit, die Rechte von Microsoft zurückzukaufen.

Windows kauft Handy-Geschäft von Nokia
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Microsoft hatte die Handysparte des finnischen Unternehmens 2014 für knapp 9,5 Milliarden Dollar gekauft und verzichtete auf die Marke Nokia. Ein Flop, wie sich später rausstellte: Der erhoffte Zuwachs im Smartphone-Markt blieb aus. Nokia selbst verschwand indes nicht, baute aber keine Handys mehr, sondern setzte auf Netzwerktechnik – zumindest bisher. Dabei hatte das finnische Unternehmen die Entwicklung der Mobiltelefonie geprägt.

Die ersten Mobiltelefone
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„Connecting people“ lautete der Slogan von Nokia. Und in der Tat hat das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten Millionen von Menschen verbunden – früher mit den ersten, koffergroßen Telefonen für unterwegs, zwischendurch mit Bestsellern wie dem 5110, später mit den Lumia-Smartphones.

Mobira Senator
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1982 stellte Nokia sein erstes Mobiltelefon vor, das heute nicht besonders mobil wirkt: Das Modell Mobira Senator ließ sich mit einem Tragegriffs aus dem Auto heben. Zumindest wenn man kräftig zupackte, wog das Gerät doch knapp zehn Kilogramm. Nach wenigen Stunden musste es wieder aufgeladen werden. Damals war es indes eine Sensation.

Mobira Cityman
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Nokia arbeitete daran, seine Telefone zu schrumpfen. Ende der 1980er Jahre brachte das Unternehmen den Mobira Cityman heraus – hier in einer Aufnahme von 2010 in der Hand des damaligen Nokia-Chefs Olli-Pekka Kallasvuo. Dieses 800 Gramm schwere und 10.000 D-Mark teure Gerät hatte nur noch die Ausmaße eines großen Telefonhörers. Berühmtheit erlangte es, als Michail Gorbatschow damit während eines Deutschland-Besuches 1989 in Moskau anrief und sein Büro über die Wiedervereinigungspläne informierte.

MikroMikko
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Wenig bekannt: Nokia entwickelte bereits in den 1980er Jahren Computer, hier ein Gerät der vierten Generation. Anfang der 1990er Jahre verkaufte das Unternehmen die Sparte aber.

Nokia 1011
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Mit der Zeit wurden die Mobiltelefone immer kompakter – so auch das Nokia 1011, das Ende 1992 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Besonderheit: Es war das erste massentaugliche Gerät, das mit dem Mobilfunkstandard GSM lief. In den Speicher passten 99 Telefonnummern.

Zuwächse verbuchte auch der Noch-Konkurrent Alcatel-Lucent, den Nokia gerade für knapp 16 Milliarden Euro übernimmt. Der französische Konzern verdoppelte im vierten Quartal seinen Gewinn nahezu auf 560 Millionen Euro. Vor allem das Geschäft mit Software sei gut gelaufen. Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro.

Nokia hält inzwischen rund 91 Prozent an Alcatel und will die Fusion noch im ersten Quartal abschließen. Damit wollen die Finnen besser im Kampf gegen die Branchen-Giganten Ericsson aus Schweden und Huawei aus China bestehen. In der hart umkämpften Netzwerk-Branche sorgen geringes Wachstum und harter Preiskampf für Druck. Sein kriselndes Handy-Geschäft hatte Nokia 2014 an Microsoft verkauft.

  • rtr
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