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Telekom-Chef Höttges „Die Telekomer wollen führend sein“

Bei der Aktionärsversammlung der Deutschen Telekom in Köln redet Timotheus Höttges nicht nur über Zahlen. Der Konzernchef legt Wert auf eine klare Haltung – und zwar in allem.
31.05.2017 - 13:59 Uhr 1 Kommentar

Gerüchteküche – Das soll mit T-Mobile USA passieren

Köln Timotheus Höttges möchte am Mittwochvormittag über Haltung sprechen. Ihm blicken knapp 2.000 Augenpaare zunächst regungslos entgegen. Es ist Hauptversammlung der Deutschen Telekom in Köln. Er will mit den anwesenden Aktionäre nicht nur über Zahlen sprechen, sondern die Haltung dahinter. „Was uns als Telekom leitet“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende den Gedanken und erklärt später: „Wir wollen das führende Unternehmen für Telekommunikation sein.“ Diesen Satz hat er schon oft gesagt, allerdings sonst verbunden mit der Einschränkung, führend in Europa zu sein. Doch heute fügt er hinzu: „In allem, was wir tun.“ Alles ist viel.

Damit meint der Ex-Finanzchef natürlich auch Bilanzkennziffern: Der Umsatz sei im vergangenen Geschäftsjahr um 5,6 Prozent auf rund 73 Milliarden Euro gestiegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 7,6 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, der Free Cashflow um 8,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

Aber Haltung hat für Höttges auch etwas mit der Einhaltung von Versprechen zu tun – und zwar einem, das die Aktionäre wahrscheinlich am meisten interessiert. Er hat 2015 versprochen, dass die Dividende jedes Jahr steigen soll. So auch in diesem Jahr, von 55 Cent auf 60 Cent pro Aktie.

Aber Timotheus Höttges wäre wahrscheinlich immer noch Finanzchef und nicht Vorstandsvorsitzender, wenn er mit Haltung nicht auch Visionen für die Zukunft meinen würde. Mit Stolz spricht er zunächst vom bereits Erreichten, Preise für das Netz, den Service, Geschäftskunden. Diese seien „Ausdruck der richtigen Haltung.“ Und wieder fügt er den Satz an „Die Telekomer wollen führend sein.“ Das entfalte Kraft.

Mit dieser Kraft will er Deutschland mit schnelleren Bandbreiten versorgen. Die wird die Telekom auch brauchen. Der Konzern hat der Bundesregierung versprochen, dass er 80 Prozent der Haushalte in Deutschland in den kommenden zwei Jahren mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgen wird. Das ist teuer für die Telekom, vergangenes Jahr investierte sie in der Bundesrepublik bereits rund vier Milliarden Euro. Dieses Jahr wird es mindestens genau so viel.

Diese Kraft braucht die Telekom auch im Europa-Geschäft. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) fiel innerhalb eines Jahres um rund die Hälfte auf 717 Millionen Euro, die Marge von 11,3 auf 5,6 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Investitionen um mehr als eine Milliarde auf 2,7 Milliarden Euro.

Das ist der Moment, in dem Höttges nicht generell über Haltung spricht, sondern um die einer Person: Srini Gopalan. Seit Anfang des Jahres ist er neuer Vorstand für Europa. Höttges erklärt, seine Haltung sei: „Auch das Segment Europa muss wieder wachsen.“ Hätte er eine andere Haltung, wäre diese wahrscheinlich schwieriger zu argumentieren. Später wird Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung Wertpapierpapierbesitz ihm eine „Mammutaufgabe“ bescheinigen und ihn darum bitten „Bitte bohren Sie tief und bitte bohren schnell.“

Vom Freud und Leid der T-Aktionäre
Anfang 1995 und 18. November 1996
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Anfang 1995 wird die Deutsche Bundespost Telekom in eine AG umgewandelt. Ron Sommer, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, ist selbstverständlich persönlich dabei, als am 18. November 1996 die DT1-Aktie erstmals an der Börse notiert. 1,9 Millionen Privatanleger erwerben die Aktie zum Erstausgabepreis von 28,50 DM (14,57 Euro). 650.000 von ihnen investieren zum ersten Mal in Aktien. In die Kasse der junge AG spült der Börsengang insgesamt zehn Milliarden Euro. Für Erstzeichner sollte sich die Kursentwicklung der T-Aktie als nervenaufreibendes Nullsummenspiel erweisen. Nur dank der Dividenden steht unter dem Strich letztlich ein mageres Plus.

(Foto: dpa)
28. Juni 1999
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Bei der zweiten Tranche der T-Aktie mussten Anleger schon einen Ausgabepreis von 39,50 Euro berappten. Die sogenannte DT2-Aktie wird mit einem Gesamterlös von 10,8 Milliarden Euro erstnotiert. Die Platzierung richtet sich an Privatanleger aus allen damaligen Euro-Ländern.1,7 Millionen Menschen erwerben die Aktie, davon mehr als 600.000 aus den Euro-Teilnehmerstaaten.

(Foto: dpa)
06. März 2000
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Die T-Aktie erreicht einen Höchstwert von 103,50 Euro.

(Foto: Screenshot)
17. April 2000
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Die Telekom bringt die Tochterfirma T-Online an die Börse. Der Ausgabepreis beträgt 27 Euro.

(Foto: dpa)
19. Juni 2000
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T-Aktie zum Dritten: Weil die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ihren Telekom-Beteiligung von etwa 22 auf 15 Prozent verringert, haben Anleger erneut die Chance, frische T-Aktien zu erwerben. Dafür sind sie bereit, sage und schreibe 66,50 Euro zu zahlen. Der Gesamterlös aus der Erstnotiz der DT3-Aktie summiert sich damit auf 13 Milliarden Euro. Die Bevorzugung von Privatanlegern wird beim dritten Börsengang auch auf die USA, Kanada und Japan ausgeweitet.

(Foto: dpa)
31. Juli 2000
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Die UMTS-Mobilfunkauktion beginnt. Die Telekom ersteigert drei Wochen später eine von sechs Lizenzen und muss dafür mehr als 8,5 Milliarden Euro bezahlen.

(Foto: dpa)
21. Februar 2001
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Die Telekom korrigiert ihr Immobilienvermögen um zwei Milliarden Euro nach unten. Die Wertberichtigung löst eine Welle von Protesten und Klagen gegen den Vorstand aus. Anwälte vermuten, dass dieser Umstand dem Konzern bereits vorher bekannt gewesen sein muss. Vor allem Anleger des dritten Börsengangs fühlen sich getäuscht. Im selben Jahren erwirbt die Telekom die amerikanischen Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für circa. 39 Milliarden Euro (inklusive übernommener Schulden). Ein Preis, der die Schuldenlast der Telekom erheblich vergrößert. Anleger reagieren empört.

(Foto: dpa)

Wie schnell und wie tief derzeit bei der US-Tochter gebohrt wird, will Höttges nicht im Detail erklären. Seit in den USA eine wichtige Spektrumauktion im Frühling beendet wurde, wird heftig darüber diskutiert, ob und wenn ja wann, T-Mobile US nun mit dem Wettbewerber Sprint fusioniert. Weil solche Gespräche für den Zeitraum der Auktion verboten waren, war es knapp ein Jahr ruhiger um dieses Thema geworden.

Nun sagt Höttges auch beim Portfolio sei „unsere Haltung eindeutig.“ Man wolle Wert schaffen und das würde besonders gut in den USA gelingen. Es gebe inzwischen eine starke Brücke über den Atlantik, „mit tragenden Säulen auf beiden Kontinenten.“ Es gebe viele Möglichkeiten, erklärt er weiter. Später wird er Spekulationen noch einmal deutlich ablehnen und erklären, man habe alle Zeit der Welt.

„Die Telekom ist bodenständig und anständig“
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1 Kommentar zu "Telekom-Chef Höttges: „Die Telekomer wollen führend sein“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Deutsche Telekom, die sich bislang nur durch hohe Dividende als Anlage lohnte, hat diese auf ein Minimum zurückgefahren.

    Daher mein Tipp: Verkaufen und Geld in Telefonica Deutschland umschichten. Die wird immer eine hohe Dividende an Telefonica Spanien abführen müssen und der Kleinanleger kann als Trittbrettfahrer profitieren.

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