Telekom-Prozess Hauptangeklagter könnte Ricke und Zumwinkel belasten

Der Telekom-Prozess könnte der Spitzel-Affäre eine neue Wende geben. Bisher sind der damalige Telekom-Aufsichtsratchef Klaus Zumwinkel und Vorstandschef Kai-Uwe Ricke nicht angeklagt. Doch vor Gericht sagt nun der Hauptangeklagte aus, der bisher über mögliche Auftraggeber schwieg.
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Die Ex-Telekom-Manager Kai-Uwe Ricke und Klaus Zumwinkel könnten durch Aussagen des Hauptangeklagten im Spitzel-Prozess belastet werden. Quelle: ap

Die Ex-Telekom-Manager Kai-Uwe Ricke und Klaus Zumwinkel könnten durch Aussagen des Hauptangeklagten im Spitzel-Prozess belastet werden.

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DÜSSELDORF. Mehr als zwei Jahre haben die Staatsanwälte ermittelt. Sie haben Bürogebäude und Privatwohnungen durchsucht und zig Lastwagenladungen Unterlagen beschlagnahmt. Morgen beginnt der Prozess in der Spitzelaffäre der Deutschen Telekom, der Anfang 2008 die Republik erschütterte. Damals kam heraus, dass der Konzern in den Jahren 2005 und 2006 Telefonate von Aufsichtsräten, Journalisten und Gewerkschaftern ausspioniert hat.

Der Prozess jedoch wird nicht gegen die vermeintlichen Drahtzieher der Affäre geführt, den damaligen Telekom-Aufsichtsratchef Klaus Zumwinkel und den Vorstandschef Kai-Uwe Ricke. Sie hat die Staatsanwaltschaft zwar ebenso wie sechs weitere Personen verdächtigt. Angeklagt hat sie aber nur vier - drei ehemalige Telekom-Mitarbeiter und einen externen Dienstleister.

Der Prozess könnte der Affäre jedoch eine neue Wende geben: Der Hauptangeklagte, Klaus Trzeschan, will sich vor Gericht erstmals äußern. "Mein Mandant wird umfänglich aussagen", sagt sein Anwalt, Hans-Jörg Odenthal, dem Handelsblatt. "Gegenüber der Staatsanwaltschaft hat er bislang zur Frage der Datenerhebung keine Aussagen gemacht." Dazu habe kein Anlass bestanden, weil die Ermittler Trzeschan nicht nur in der Spitzelaffäre, sondern wegen Untreue angeklagt und über Weihnachten 2008 deswegen sogar vier Monate ins Gefängnis gesteckt hätten.

In Ermittlerkreisen heißt es, Trzeschan habe offenbar nicht damit gerechnet, dass das Gericht den Untreuevorwurf in gleich drei Fällen zulässt. Damit drohen ihm mehrere Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft Trzeschan neben dem Verstoß gegen den Datenschutz und das Fernmeldegeheimnis vor, Firmengelder von insgesamt rund einer Million Euro veruntreut zu haben.

Trzeschan gilt als Schlüsselfigur in der Affäre und könnte Zumwinkel und Ricke schwer belasten. Der ehemalige Abteilungsleiter der Telekom-Konzernsicherheit soll die Daten der Telefongespräche beschafft und auswerten gelassen haben.

Sein Ziel war, diejenigen zu finden, die Interna an die Presse gegeben haben. Fest steht, dass Ricke den Auftrag erteilt hat, die undichten Stellen zu suchen. Unklar ist, in wieweit er oder Zumwinkel von der illegalen Datenerhebung wussten.

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