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Huawei

Der chinesische Netzwerkausrüster wird von der US-Regierung kritisiert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Telekom, Vodafone, Telefónica Vorwürfe gegen Huawei: Deutsche Netzbetreiber rufen zur Zurückhaltung auf

Das harte Vorgehen der USA trifft nicht nur den chinesischen Netzausrüster schwer. Es schreckt auch Telekom, Vodafone und Telefónica auf.
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DüsseldorfKein chinesisches Unternehmen ist international so erfolgreich wie Huawei. Dem Netzwerkausrüster ist es über die vergangenen Jahre gelungen, zu einem der wichtigsten Partner der Mobilfunkbetreiber in vielen Ländern aufzusteigen. In Deutschland steckt Huawei-Technik in den Netzen aller drei Betreiber, also Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (O2).

Mehr noch: Huawei hat sich auch eine Spitzenposition für den nächsten Mobilfunkstandard 5G erarbeitet. Der Konzern will nicht nur die nötige Ausrüstung für die Netze liefern, sondern auch Endgeräte wie 5G-Smartphones produzieren.

Doch dieser Plan gerät zunehmend unter Druck. Die Verhaftung von Finanzchefin Meng Wanzhou, Tochter des Firmengründers, auf Bitten der US-Regierung in Kanada ist nur der jüngste Rückschlag. Angeblich soll das Unternehmen US-Sanktionen gegen den Iran verletzt haben.

Zuvor hatte Washington jedoch bereits seine internationalen Verbündeten aufgerufen, keine Netzwerktechnik von Huawei mehr einzusetzen. Laut Darstellung der US-Behörden sind die Geräte nicht sicher genug.

Aber stimmt der Vorwurf? „Wir haben bisher keine bösartigen Aktivitäten von Huawei oder anderen chinesischen Anbietern feststellen können“, sagte Mike Hart dem Handelsblatt. Er leitet als Vizepräsident die Geschäfte des auf Netzwerksicherheit spezialisierten Unternehmens Fire Eye in Zentral- und Osteuropa.

Für ihn sind die Geräte von Huawei genau so sicher oder unsicher wie die der europäischen Hersteller Nokia und Ericsson. „Was die Sicherheit angeht, glauben wir, dass alle Anbieter auf dem gleichen Niveau sind“, sagt Hart.

Das schließe jedoch nicht aus, dass etwa der chinesische Staat sich doch Zugang verschafft hat und bislang nur noch nicht erwischt wurde. „Wir haben in der Tat Hinweise, dass die „chinesische Mauer“ zwischen Wirtschaft und Staat in China deutlich durchlässiger ist als in anderen Ländern“, sagt Hart.

Deutsche Betreiber setzen auf mehrere Anbieter

Eine Warnung gegen Technik chinesischer Hersteller leitet er daraus nicht ab. Er rät vielmehr zu allgemeiner Skepsis. „Technische Komponenten sollten geprüft werden, egal aus welchem Land sie kommen“, sagt der Sicherheitsexperte.

Die deutschen Netzbetreiber rufen alle zur Zurückhaltung auf. Telekom, Vodafone und Telefónica setzen in ihrer Infrastruktur alle auf mehrere Anbieter. Neben Huawei werden auch Komponenten anderer Hersteller verwendet.

Der britische Telekommunikationskonzern BT hatte am Mittwoch angekündigt, Huawei nicht in seinem Kernnetz zu verwenden. „Andere europäische Netzbetreiber könnten folgen“, sagte Analyst Dhananjay Mirchandani vom US-Analysehaus Bernstein. Die Entscheidung von BT sei zwar nicht neu, sie werde jetzt jedoch konsequent umgesetzt.

In Deutschland verwendet Telefónica Huawei in seinem Kernnetz. „Wir arbeiten im Netzbereich grundsätzlich mit mehreren Dienstleistern zusammen“, sagte ein Sprecher. Die Telekom wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, ob auch Komponenten des chinesischen Ausrüsters in den zentralen Stellen der Infrastruktur verwendet werden. Von Vodafone hieß es, Huawei werde verwendet, allerdings nicht im Kernnetz.

Die USA und Australien haben Huawei vom Ausbau ihrer Netze verbannt. Die Telekom warnte vor einer ähnlichen Entscheidung in Deutschland.

„Mit Blick auf zeitnahe Ausbau- und Investitionsbedarfe wird man es sich in Deutschland aber nur schwer leisten können, leistungsstarke Zulieferer auszuschließen“, sagte ein Konzernsprecher. Von Seiten deutscher Sicherheitsbehörden gebe es „keine belastbaren Hinweise auf sicherheitskritische Eigenschaften von Komponenten einzelner Zulieferer“.

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