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Telekombranche Freenet will mit Internetfernsehen deutlich wachsen

Freenet hat die Millionenmarke im Visier. Auch mittels Übernahmen soll die Zahl der Internetfernsehkunden schnell gesteigert werden.
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Das Unternehmen aus dem schleswig-holsteinischen Büdelsdorf ist der größte Mobilfunkanbieter ohne eigenem Netz in Deutschland. Quelle: dpa
Freenet AG

Das Unternehmen aus dem schleswig-holsteinischen Büdelsdorf ist der größte Mobilfunkanbieter ohne eigenem Netz in Deutschland.

(Foto: dpa)

HamburgDer Telekomanbieter Freenet setzt für das künftige Wachstum auf Internetfernsehen. „Ziel ist es, möglichst schnell auf eine Million Kunden zu kommen“, sagte Freenet-Finanzchef Joachim Preisig im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Dann werde Freenet von Netflix und Apple als „Partner auf Augenhöhe“ wahrgenommen. Aktuell zahlen rund 133.000 Menschen für waipu.tv, das beispielsweise in Amazons Fire Stick integriert, aber bisher nicht beim Apple-TV-Angebot zu finden ist.

„In den nächsten drei bis vier Jahren wollen wir auf zwei bis drei Millionen Kunden und einen Betriebsgewinn zwischen 60 und 70 Millionen Euro kommen“, kündigte der Schweizer an. Um beim Vertrieb noch weiter zu kommen, „müssen wir vielleicht noch zukaufen“.

Freenet aus dem schleswig-holsteinischen Büdelsdorf ist der größte Mobilfunkanbieter ohne eigenem Netz in Deutschland. Das Unternehmen kauft den Netzbetreibern Telefon-Minuten und Daten-Pakete ab und vermarktet diese unter eigenem Namen sowie über seine Marken (Mobilcom-Debitel, Klarmobil.de).

Ihr Geschäft baute die im TecDax notierte Firma mit dem Kauf des Kölner Rundfunkbetreibers Media Broadcast um digitales Antennenfernsehen (DVB-T) sowie durch die Beteiligung an Exaring um Internetfernsehen aus. Weiteren Akquisitionen steht Preisig offen gegenüber: „Natürlich schauen wir uns in Deutschland nach Übernahmekandidaten um, wir haben auch genügend Kapital, um loszulegen, aber nicht um jeden Preis.“

Freenet hält sich für alle Möglichkeiten bereit, die sich durch den Kauf des Kabelanbieters Unitymedia durch den britischen Mobilfunker Vodafone ergeben. „Wir haben damals auch überlegt, ob wir Kapazitäten beim Kauf von E-Plus durch Telefónica übernehmen, uns aber letztlich dagegen entschieden“, sagt Preisig, der den rund 18 Milliarden schweren Deal im Gegensatz zur Deutschen Telekom für „wettbewerbsfördernd“ hält.

„Ich glaube, dass die Auflagen der Behörden am Ende des Tages gut für den Wettbewerb und damit für uns sein werden. So könnte für uns ein besserer Zugang zu Produkten herausspringen.“

Im laufenden Jahr rechnet Freenet damit, dass die Erlöse bei rund 3,5 Milliarden Euro stagnieren und der Betriebsgewinn (Ebitda) leicht zulegt. Preisig verspricht für die Zukunft mehr: „Wir werden in den nächsten Jahren Umsatz und Betriebsgewinn steigern.“ In die Prognosen fließt die Minderheitsbeteiligung am zweitgrößten Schweizer Telekomkonzern Sunrise nicht mit ein.

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