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Telekommunikation Huawei kann weiter am Funknetz der Deutschen Bahn arbeiten

Huawei ist für den Ausbau des Funksystems der Bahn zuständig. Doch in der aktuellen Diskussion um den Technologieausrüster kommen Zweifel auf.
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Über das GSM-Railway-Kommunikationssystem wird der gesamte Schienenverkehr koordiniert. Quelle: dpa
ICE in Leipzig

Über das GSM-Railway-Kommunikationssystem wird der gesamte Schienenverkehr koordiniert.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEs war knapp. Noch einmal ist die Deutsche Bahn darum herumgekommen, einen schon vor Jahren geschlossenen Vertrag mit dem chinesischen Technologieausrüster Huawei auflösen zu müssen. Die Bundesregierung hatte letzte Woche den Plan verworfen, Huawei wegen Sicherheitsbedenken vom Ausbau des 5G-Netzes auszuschließen.

Stattdessen verschärfte sie die Sicherheitsprüfung für jeden Ausrüster. Ein Stopp für 5G hätte nach Einschätzung von Branchenkennern auch das Ende des millionenschweren Bahn-Auftrags bedeutet.

Huawei ist Mitglied eines Firmenkonsortiums, das für geschätzt eine knappe halbe Milliarde Euro ein neues Funksystem für die Bahn aufbauen soll – ein extrem sensibler Bereich. Über das GSM-Railway-Kommunikationssystem wird der gesamte Schienenverkehr koordiniert. Die Bahn beschafft gerade die zweite Generation des Funksystems.

Als der Auftrag 2015 an das Konsortium aus Huawei und Siemens für Norddeutschland vergeben wurde, jubelten die Beteiligten in einer Mitteilung: „Die Deutsche Bahn wird mit diesem Schritt zu einem internationalen Vorreiter, was die Zukunftsgestaltung des bahnbetrieblichen Funknetzes betrifft.“

Für die Chinesen gab es Lob: „Mit dem Konsortium vereint sich die Technologie eines der innovativsten und führenden Lieferanten für Telekommunikation, besonders im Bereich Mobilfunk.“ Den Vertragsteil von Siemens hat inzwischen der Softwarekonzern Atos übernommen.

Bahn sieht kein Sicherheitsrisiko

Doch seit Vertragsabschluss hat sich der Blick auf Huawei verändert. Die Darstellung der US-Regierung, Huawei könne keine Datensicherheit gewährleisten, hat auch in Deutschland heftigen Streit über die künftige Rolle des chinesischen Konzerns in der Ausrüstung mit Kommunikationstechnik ausgelöst. Von einem Sicherheitsrisiko will die Bahn aber nichts wissen, im Gegenteil: Das GSM-R-Funksystem sei schon aus Sicherheitsgründen ein geschlossenes System.

Die Ausrüster würden auf Herz und Nieren geprüft, heißt es im Unternehmen. Offiziell teilte die Bahn auf Anfrage mit, für die Erneuerung des europaweit standardisierten Funksystems im deutschen Eisenbahnnetz habe die Deutsche Bahn Leistungen „nach geltendem Recht ausgeschrieben und vergeben“.

Und: „Die Komponenten der Vertragspartner durchlaufen aktuell das umfassende Zulassungsverfahren der DB und der Aufsichtsbehörde. Hierbei wird der Einsatz im Eisenbahnsystem detailliert getestet und intensiv geprüft.“ Der Staatskonzern versichert auch, „sollte sich die Sicherheitseinschätzung bezüglich eines Lieferanten oder die Gesetzeslage ändern, so werden wir dies selbstverständlich berücksichtigen“. Neben dem Konsortium Atos/Huawei ist Nokia mit der Erneuerung im Süden Deutschlands beauftragt.

Noch sind die GSM-Funkanlagen der ersten Generation in Betrieb. Der Bahnfunk arbeitet zurzeit noch ohne Huawei-Technik. Genutzt werden die Systeme beispielsweise zur Kommunikation zwischen Lokführern und Leitstellen, aber auch zur Überwachung und Steuerung von Zügen.

Vor allem die geplante Digitalisierung des Eisenbahnnetzes dürfte kaum ohne die zweite Generation des GSM-R-Netzes realisierbar sein. Dann kommt dem Bahnfunk eine noch kritischere Bedeutung zu: Züge können dann ferngesteuert werden. Bei der Bahn rangiert das GSM-Netz daher unter Sicherheitsstufe eins.

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