Telekommunikation Kabel-Deutschland gibt Tele-Columbus-Kauf auf

Nun ist es endgültig: Kabel Deutschland beendet die Pläne für den Kauf des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus. Die Übernahme hatte das Kartellamt verboten – das Unternehmen handelt jetzt aber aus einem ganz anderen Grund.
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Lieblingsprojekt beendet: Kabel-Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein hatte Deutschlands drittgrößten Kabelnetzbetreiber jahrelang im Visier und schlug im Mai 2012 zu. Quelle: Reuters

Lieblingsprojekt beendet: Kabel-Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein hatte Deutschlands drittgrößten Kabelnetzbetreiber jahrelang im Visier und schlug im Mai 2012 zu.

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FrankfurtKabel Deutschland gibt die langgehegten Pläne für den Kauf des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus endgültig auf. Die 600 Millionen Euro schwere Übernahme des kleineren Rivalen war Anfang des Jahres vom Kartellamt verboten worden - dagegen hat Kabel Deutschland geklagt.

Das Unternehmen habe die Beschwerde gegen die Untersagungsentscheidung des Kartellamts im Tele-Columbus-Verfahren zurückgenommen, sagte ein Kabel-Deutschland-Sprecher auf Anfrage von Reuters am Dienstag. Grund sei, dass Kabel Deutschland mittlerweile vom britischen Mobilfunkriesen Vodafone selbst übernommen worden sei. „Die Durchführung eines voraussichtlich zeitaufwändigen Gerichtsverfahrens ist vor diesem Hintergrund nicht länger sinnvoll."

Damit legt Kabel-Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein sein Lieblingsprojekt zu den Akten: Der Manager, der bei der deutschen Vodafone das gesamte Festnetz-Geschäft verantworten soll, hatte Deutschlands drittgrößten Kabelnetzbetreiber jahrelang im Visier und schlug im Mai 2012 zu.

Das Kartellamt, das Fusionen auf dem Kabelmarkt sehr kritisch sieht, nahm die Pläne daraufhin sehr genau unter die Lupe und beerdigte den Deal später. Eine Fusion hätte den Wettbewerb auf dem TV-Kabelmarkt vor allem in Ostdeutschland stark beeinträchtigt, argumentierten die Wettbewerbshüter.

Die Übernahme des Kabelmarktführers durch Vodafone für insgesamt 10,7 Milliarden Euro ist mittlerweile besiegelt. Letzter Baustein war Ende voriger Woche das Kartell-Okay der EU-Kommission. Zuvor hatte Vodafone mit seinem Kaufangebot mehr als drei Viertel der Kabel-Aktionäre auf seine Seite gezogen. Vodafone hatte 84,50 Euro je Aktie in bar geboten.

Dazu kommt eine Dividende von 2,50 Euro, die Kabel Deutschland schon in Aussicht gestellt, aber noch nicht ausgezahlt hat. Insgesamt sind das 7,7 Milliarden Euro. Darüber hinaus muss Vodafone drei Milliarden Euro Schulden von Kabel Deutschland schlucken. Durch die Fusion erwächst der Deutschen Telekom ein starker Konkurrent, der künftig Mobilfunk, superschnelle Internet-Verbindungen per Kabel und Telefon-Angebote aus einer Hand anbieten kann.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Telekommunikation: Kabel-Deutschland gibt Tele-Columbus-Kauf auf"

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  • Na hoffentlich geht Kabel Deutschland komplett in Vodafone auf, der Service und auch der Receiver von Kabel Deutschland sind erschreckend. Hoffe ich habe bald Vodafone TV statt Kabel Deutschland Müll.

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