Telekommunikationsbranche Verbindungen nach China – US-Abgeordnete fordern Überprüfung der Fusion von T-Mobile US und Sprint

Im Sog des Handelsstreits attackieren US-Abgeordnete die Sprint-Mutter Softbank. Deren Verbindungen nach China könnten zum Problem werden.
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Die Konzerne müssen in den USA für die Zustimmung zur Fusion werben. Quelle: Reuters
Logos von Sprint und T-Mobile

Die Konzerne müssen in den USA für die Zustimmung zur Fusion werben.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfEs gibt ein Thema, das die Weltwirtschaft überlagert: der Schlagabtausch zwischen den USA und China. Wenn die größte und die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt streiten, dann geraten viele Spieler in Bedrängnis.

„Es gibt derzeit viele Bewegungen, die schwer abzusehen sind“, warnte Kai Lucks, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Mergers & Acquisitions. Erst gerieten europäische Autobauer ins Visier. Jetzt könnte auch die US-Tochter der Deutschen Telekom zum Spielball im Kräftemessen werden.

US-Kongressabgeordnete fordern in einem Schreiben US-Finanzminister Steve Mnuchin auf, die geplante Fusion von T-Mobile US und Sprint einer besonders genauen Sicherheitsprüfung zu unterziehen.

Der Grund: Sprint-Mutter Softbank pflegt eine Partnerschaft zum chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Die Abgeordneten warfen der chinesischen Firma enge Beziehungen zu regierungsnahen Stellen vor und forderten daher eine „umfassende und strenge nationale Sicherheitsprüfung“, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg aus dem Schreiben, das in Washington kursiert.

In der Vergangenheit hatten US-Sicherheitsbehörden mehrfach Huawei sowie den zweitgrößten chinesischen Netzwerkausrüster ZTE als Risiko für die nationale Sicherheit der USA eingestuft. ZTE drohte zwischenzeitig der Ausschluss vom US-Markt, bis sich US-Präsident Donald Trump für eine Lösung in dem Konflikt einsetzte.

Gegen eine Strafzahlung von 1,3 Milliarden Dollar durfte ZTE das US-Geschäft wieder aufnehmen. Doch seitdem steht Trumps Administration in der Kritik, zu nachlässig mit chinesischen Firmen umzugehen.

Noch ist nicht abzusehen, wie der Konflikt um die Rolle von Huawei und Softbank in der Megafusion von T-Mobile US und Sprint ausgehen könnte, argumentierte Kai Lucks. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Deal wegen dieser Diskussion scheitert“, sagte Lucks. Schließlich hätten deutsche Firmen in den USA nach wie vor einen guten Stand, und große Fusionen, wie die Monsanto-Übernahme durch Bayer, seien zuletzt auch nicht von US-Behörden unterbunden worden.

T-Mobile US und Sprint brauchen für die 26 Milliarden Dollar schwere Fusion die Genehmigung mehrerer Behörden. Die entscheidende Hürde dürfte die Prüfung durch den Ausschuss für ausländische Investitionen (CFIUS) werden, die unter dem Vorsitz von Finanzminister Mnuchin steht.

Mehrere Senatoren hatten sich besorgt gezeigt, dass ein Zusammenschluss der Nummer vier und drei auf dem US-Markt zu höheren Preisen für die Verbraucher führen könnte. Den Bedenken waren der T-Mobile-US-Chef John Legere und Sprint-CEO Marcelo Claure vergangene Woche vor einem Ausschuss des US-Senats entgegengetreten.

Der Zusammenschluss werde Arbeitsplätze schaffen und nicht zu höheren Preisen führen, hatte Legere argumentiert. Auch für Sprint biete die Fusion große Chancen, hatte Claure ergänzt. Sprint habe in den vergangenen zehn Jahren 25 Milliarden Dollar Verlust gemacht, und die Zahl der Stellen sei von 40.000 im Jahr 2011 auf 30.000 im Jahr 2017 reduziert worden.

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