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Till Behnke Burda will mit Nebenan.de expandieren

In der Coronazeit hat das soziale Netzwerk Nebenan.de viel Zulauf. Burda erhöht jetzt seinen Firmenanteil – und will die Plattform profitabel machen.
01.09.2020 - 04:27 Uhr Kommentieren
Nebenan.de: Burda will mit sozialem Netzwerk expandieren Quelle: nebenan.de
Gründerteam auf Expansionskurs

Die Gründer von Nebenan.de – Till Behnke, Ina Remmers und Christian Vollmann – kriegen teilweise neue Funktionen im Unternehmen.

(Foto: nebenan.de)

Düsseldorf Es klingt zu schön, um wahr zu sein: „Hallo liebe Nachbarn, wir haben einen großen Garten in Eimsbüttel, den wir gerne Familien mit Kindern zum Spielen zur Verfügung stellen möchten. Es gibt eine Sandkiste und viel Rasenfläche.“ Diesen Eintrag hat ein junger Mann aus Hamburg über das soziale Netzwerk Nebenan.de veröffentlicht. Bereits einen Tag später tobten Kinder durch seinen Garten. Ein Segen für stressgeplagte Eltern in der Coronazeit.

Mit Geschichten wie diesen bewirbt Nebenan.de seine Plattform. Seit fünf Jahren gibt es den Dienst, der zum Berliner Unternehmen Good Hood GmbH gehört. Inzwischen haben sich rund 1,7 Millionen Nutzer in mehr als 8000 Nachbarschaften Deutschlands angemeldet. Die Gründer Till Behnke und Christian Vollmann haben damit einen Gegenentwurf zum US-Netzwerk Facebook geschaffen: Während die Amerikaner bereits bekannte Menschen in aller Welt miteinander vernetzen, kommen bei Nebenan.de Leute ins Gespräch, die zwar nebeneinander wohnen, sich aber oftmals gar nicht kennen.

Eine Geschäftsidee mit Potenzial. Das findet zumindest das Münchener Medienunternehmen Hubert Burda Media („Focus“, „Bunte“) und investiert eine zweistellige Millionensumme, um die Mehrheit an Good Hood zu übernehmen. Seit 2016 hält Burda bereits einen Anteil und war bislang ein „signifikanter Minderheitsaktionär“, wie Burda-Vorstand Martin Weiss sagt.

Burda löst an dieser Stelle mehrere Finanzinvestoren ab, darunter auch das Risikokapitalunternehmen Lakestar, das vom Technologieinvestor Klaus Hommels gegründet wurde. Neben Burda bleiben die Deutsche Tele Medien GmbH, die Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft und der Venture-Arm der Mediengruppe Pressedruck Augsburg weiterhin in Nebenan.de investiert.

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    Aktuell macht Nebenan.de noch Verluste

    Anders als Lakestar versteht sich Burda als strategischer Partner von Nebenan.de. „Wir wollen Nebenan.de weiterentwickeln, da entsteht gerade etwas Unglaubliches“, sagt Weiss. Die Nachbarschaft sei der Ort der Selbstbestimmung, und Nebenan.de sei das dazugehörige Betriebssystem. Burda hat bereits Erfahrungen mit digitalen Netzwerken, auch das Karrierenetzwerk Xing gehört zu den Beteiligungen. Synergien zwischen den Unternehmen sehe er allerdings nicht, meint Weiss.

    Die Gründer bleiben als Gesellschafter der Good Hood GmbH weiterhin an dem Unternehmen beteiligt. Vollmann wechselt in den Beirat, während sein Kompagnon Behnke – zusammen mit Ina Remmers – in der Geschäftsführung bleibt. Der 41-Jährige hat große Pläne.

    Die Coronazeit habe die Neuregistrierungen in die Höhe schnellen lassen, erzählt Behnke. Bis heute sei das Aktivierungslevel der Mitglieder deutlich höher als noch vor der Krisenzeit. Vor allem ältere Menschen hätten Nebenan.de für sich entdeckt. Nachbarn boten sich an, den Hund auszuführen, Lebensmittel einzukaufen oder einfach nur für ein Schwätzchen vorbeizukommen.

    Zunächst hat sich das Netzwerk vor allem auf größere Städte konzentriert und dort organisierte Netzwerke aufgezogen. Statt Werbung zu machen, schult Nebenan.de seine Mitglieder. Nachbarn werden aufgefordert, Stammtische zu gründen und Zettel in Briefkästen zu verteilen. In Berlin kommunizieren sogar Bürgermeister über die Plattform mit den Bürgern. „Künftig wollen wir stärker den ländlichen Raum erschließen“, sagt Behnke.

    Noch schreibt Nebenan.de Verluste. Der Umsatz liegt im einstelligen Millionenbereich, näher will es Behnke nicht verraten. Ab 2023 will er mit seinem Unternehmen Gewinne schreiben, dafür will er die Monetarisierung vorantreiben. Behnke, der 2007 auch die Spendenplattform Betterplace gegründet hat, will lokale Unternehmen für Werbeplätze auf der Plattform suchen. Die Apotheke um die Ecke, der Goldschmied, der Gemüsehändler – Hauptsache, es passt zur Nachbarschaft.

    Mehr: Wie Digitalisierung im Kampf gegen das Coronavirus helfen kann.

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