Time Warner Der Hobbit fehlt dem US-Unterhaltungsriesen

Ende 2014 hatte Time Warner noch Blockbuster wie „Der Hobbit“ vorgelegt. Im abgelaufenen Quartal waren Kassenschlager allerdings Mangelware. Besser läuft es im TV-Geschäft.
Time Warner fehlte zum Jahresende ein Kassenschlager. Quelle: ap
Szene aus „Der Hobbit“

Time Warner fehlte zum Jahresende ein Kassenschlager.

(Foto: ap)

New YorkMangelnde Kinohits haben den US-Medienkonzern Time Warner zum Jahresende 2015 belastet. Im vierten Quartal sank der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar (6,3 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch in New York mitteilte. Vor allem beim Filmstudio Warner Bros. lief es nicht so rund. Während der Konkurrent Disney mit „Star Wars“ Rekorde brach, waren Kassenschlager bei Time Warner Fehlanzeige. Im Vorjahr hatte der Konzern noch Blockbuster wie „Der Hobbit“ abgeliefert.

Das Unternehmen konnte aber auf seinen erfolgreichen Bezahlsender HBO („Game of Thrones“) zählen. Zudem steigerte die TV-Tochter Turner die Erlöse, über die Time Warner an dem Nachrichten-Flaggschiff CNN oder dem Unterhaltungskanal TNT („The Big Bang Theory“) beteiligt ist.

Das war das Kinojahr 2015
„Fack Ju Göhte 2“
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Dieser Film dominiert das zurückliegende Kinojahr ganz klar: Die Schulkomödie „Fack Ju Göhte 2“ mit Elyas M'Barek und Karoline Herfurth brach zahlreiche Rekorde und zog innerhalb weniger Wochen mehrere Millionen Menschen ins Kino. Doch das war natürlich längst nicht alles - über die Sadomaso-Romanze „Fifty Shades of Grey“ etwa erhitzen sich die Gemüter, das Actionspektakel „Jurassic World“ holte weltweit so viele Zuschauer in die Kinos wie kaum ein anderer Film bisher, und im Dezember machte sich „Star Wars“ auf Rekordjagd.

Drohungen
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So etwas gab es in der Filmgeschichte wohl noch nie: Eine eher klamaukige Komödie führt zu politischen Spannungen und beherrscht damit tagelang die internationalen Nachrichten. Der Medienkonzern Sony zog schließlich die Reißleine und stoppte den geplanten US-Start der Satire „The Interview“, der von einem fiktiven Attentat auf den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un erzählt. Angeblich hatte es Terrordrohungen aus Pjöngjang gegeben. Die Aufregung legte sich aber bald wieder, und in Deutschland kam der Film mit James Franco und Seth Rogen dann wie geplant in die Kinos.

Erotik
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Auch „Fifty Shades of Grey“ sorgte für einigen Wirbel, war es doch die erste, langerwartete Verfilmung der weltweiten Bestseller-Reihe mit einigen Sexszenen. Eine junge, naive, bildschöne Frau trifft da auf einen emotionskalten, erfolgreichen Geschäftsmann, der auf Sadomaso-Praktiken steht. Trotz aller Klischees und der überraschend wenigen SM-Sequenzen entwickelte sich das Werk schnell zum Publikumserfolg mit über vier Millionen Zuschauern allein in Deutschland - und machte die laszive Hauptdarstellerin Dakota Johnson (Tochter von Melanie Griffith und Don Johnson) quasi über Nacht zum Star.

Kinder
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Kleine gelbe Wesen bevölkerten als „Minions“ die Leinwände und eroberten nicht nur die Herzen der Kinder. Schließlich verbreiten sie überall ein herrliches Chaos, plappern in einem überdrehten Kauderwelsch und sehen bei all dem auch äußerst putzig aus - damit stand der 3D-Animationsfilm wochenlang auf Platz eins der Kinocharts. Auch andere Geschichten feierten vor allem bei den Jüngeren große Erfolge, so etwa die britischen Knetfiguren um „Shaun das Schaf“ und der Pixarfilm „Alles steht Kopf“ mit der wunderbaren Innenansicht aus dem Kopf eines Mädchens.

Oscars
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Gleich vier Oscars gingen an die Hollywoodsatire „Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit“ von Regisseur Alejandro G. Iñárritu, darunter der Preis für den besten Film. Auch Wes Andersons Groteske „Grand Budapest Hotel“, eine deutsche Ko-Produktion, heimste vier Oscars ein - jedoch in Nebenkategorien. Als beste Hauptdarsteller konnten der Brite Eddie Redmayne (für seine Darstellung des Physikers Stephen Hawking in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“) und die Amerikanerin Julianne Moore (für das Alzheimer-Drama „Still Alice - Mein Leben ohne Gestern“) jubeln.

Deutschland
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Für Erfolge in Deutschland sorgten vor allem mehrere Männer: Matthias Schweighöfer führte bei „Der Nanny“ einmal mehr Regie und gab darin auch gleich noch einen fiesen Berliner Baulöwen, der seine Kinder von einem Nanny (Milan Peschel) beaufsichtigen lässt. David Wnendt verfilmte einen Bestseller und feierte mit der Hitlersatire „Er ist wieder da“ einen Publikumserfolg. Til Schweiger zeigte in „Honig im Kopf“ Dieter Hallervorden als Alzheimerkranken und zog damit mehr als 7 Millionen Zuschauer an, wofür es im Juni den Deutschen Filmpreis für den „besucherstärksten Film des Jahres“ gab. Und bei der Gala gewann der Echtzeit-Thriller „Victoria“ von Sebastian Schipper die Goldene Lola als bester Spielfilm - eine von sechs Trophäen des Abends.

Neuauflagen
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Für alte Heldenfiguren war es ebenfalls ein gutes Jahr. So durfte Arnold Schwarzenegger gut 30 Jahre nach dem ersten „Terminator“ erneut die muskelbepackte Kampfmaschine geben und rettete in „Terminator: Genisys“ einmal mehr die Welt. Auch ein anderer Action-Klassiker wurde neu aufgelegt: In „Mad Max: Fury Road“ rasten Tom Hardy und Charlize Theron durch ein apokalyptisches Inferno, und Regielegende George Miller bewies, dass man mit 70 noch einen der spektakulärsten Actionfilme eines Jahres vorlegen kann.

Während der Umsatz des Konzerns insgesamt überraschend niedrig ausfiel, legte der Gewinn im Schlussquartal stärker als erwartet zu. Time Warner steigerte den Überschuss von 718 auf 857 Millionen Dollar. Im gesamten abgelaufenen Jahr kletterten die Erlöse um drei Prozent auf 28,1 Milliarden Dollar. Time Warner verdiente unter dem Strich 6,9 Milliarden Dollar – 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Für 2016 stellte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn zwischen 5,3 und 5,4 Dollar je Aktie in Aussicht und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Das Management beschloss zudem eine Anhebung der Dividende um 15 Prozent auf 1,61 Dollar pro Anteilschein und Aktienrückkäufe im Wert von bis zu fünf Milliarden Dollar.

Dank „Star Wars“; Disney feiert Rekordquartal

  • dpa
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