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Tochter E-Plus hat 9 Millionen Kunden KPN schwächelt im dritten Quartal

Gut verdient, aus Sicht der Anleger aber zu wenig. Der niederländische Mobilfunkbetreiber KPN hat die Börse mit seinen Zahlen für das dritte Quartal enttäuscht. Da hilft der leicht verbesserte Jahresausblick wenig.

HB AMSTERDAM. Die Muttergesellschaft des drittgrößten deutschen Mobilfunkbetreibers E-Plus teilte am Montag in Amsterdam mit, der Reingewinn sei auf 172 Mill. € von 38 Mill. € vor einem Jahr gestiegen. Von Reuters befragte Analysten hatten jedoch 206 Mill. € erwartet. Der Umsatz sei vor allem auf Grund von Kundenzuwachs in der Mobilfunksparte um 1,8 % auf 3,082 Mrd. € geklettert. Mehr als ein Fünftel der Konzernerlöse und das Gros des Kundenzuwachs steuerte die weiterhin rote Zahlen schreibende Tochter E-Plus bei. Die Geschäftsziele für das Gesamtjahr wurden zum Teil angehoben.

Bereits für das laufende Geschäftsjahr sollen die Aktionäre nach zwei dividendenlosen Jahren wieder eine Ausschüttung von 0,12 € je Aktie erhalten, was einer Dividendenrendite von derzeit rund 1,8 % entspricht. An der Börse wurde die vorzeitige Entscheidung für die Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen nicht honoriert. Die Aktien von KPN wurden bei insgesamt schwächer tendierenden Markt mit einem Abschlag von rund einem Prozent bei 6,63 € gehandelt.

„Ich bin erfreut, dass KPN in die Riege jener Unternehmen zurückkehrt, die eine Bardividende ausschütten“, erklärte KPN-Chef Ad Scheepbouwer. Dem Konzern sei im Kerngeschäft eine Steigerung der Umsätze gelungen. Wegen der unter anderem durch den Kauf von E-Plus verursachten hohen Verschuldung hatte KPN in den vergangenen beiden Jahren Schulden abgebaut und eine Restrukturierung eingeleitet. Allein im laufenden Jahr wurden mehr als 1500 Vollzeit-Arbeitsplätze gestrichen. Ende des dritten Quartals beschäftigte KPN knapp 19 000 Vollzeitkräfte.

Die deutsche Tochter E-Plus ist der Wachstumsmotor in KPN-Konzern und erwirtschaftete im abgelaufenen Quartal mit seinen knapp acht Mill. Mobilfunkkunden einen Umsatz von 630 Mill. € (plus 6,4 % zum Vorjahr). Weitere 6,2 Mill. Mobilfunkkunden zählt KPN in den Niederlanden und Belgien. Die schwache Rentabiltät der deutschen Tochter wird jedoch an der geringen operativen Gewinnmarge von 25 % deutlich. Die gesamte KPN-Mobilfunksparte (KPN Mobile) erzielte eine Ebitda-Marge von 34,5 %. Für das laufende und das kommende Geschäftsjahr hat E-Plus eine Ebitda-Marge von höchstens 25 % in Aussicht gestellt, da weiteres Geld in die Kundengewinnung fließen soll.

Das operative Ergebnis Ebitda (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) sank zum Vorjahr um zehn auf 158 Mill. €. Dies sind lediglich zwölf Prozent des Konzern-Ebitda. Zum Nettoergebnis von E-Plus macht KPN traditionell keine Angaben. Das Erreichen der Gewinnschwelle wird bei rund elf Mill. Kunden in den Jahren 2006/2007 erwartet.

Seine Geschäftsprognosen für das gesamte Geschäftsjahr präzisierte KPN erneut. Im Mobilfunk rechnet KPN mittlerweile mit einem Umsatzwachstum von neun Prozent statt bisher zehn Prozent zum Vorjahr. Dagegen wird mit mindestens zwölf Prozent Ebitda-Wachstum ein stärkeres Plus erwartet als bisher mit zehn Prozent. Auch die Erwartung für den Vorsteuergewinn (1,5 Mrd. €) hob der noch zu rund einem Fünftel im Staatsbesitz befindliche Konzern an.

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