Trends der Gamescom Gaming wird zum Breitensport

Angela Merkel eröffnet heute die Gamescom. Gezockt wird längst nicht mehr allein: Social Gaming und E-Sports sind zwei der großen Trends der Spielemesse in Köln. Doch auch die Politik spielt eine Rolle. Ein Überblick.
Update: 22.08.2017 - 14:53 Uhr 10 Kommentare

„Wir wollen deutschen Entwicklern neue Möglichkeiten bieten“

KölnZehntausende Gamer und eine Kanzlerin: Diese ungewöhnliche Kombination zeigt die große Bandbreite der Computer- und Videospielmesse Gamescom in Köln auf, die am heutigen Dienstag von Angela Merkel eröffnet wird und mit einem Fachbesuchertag beginnt: Die Messe ist einerseits Treffpunkt für Fans, die Spiele-Neuheiten entgegenfiebern und sich sogar im Stile ihrer Helden verkleiden. Aber sie ist auch eine Plattform für politische Diskussionen.

In ihrer Rede an die Gamer-Community zitiert Merkel dann nicht etwa einen Digitalstrategen der Gegenwart, sondern einen der bedeutendsten Dichter der Sturm-und Drang-Zeit des 18. Jahrhunderts, Friedrich von Schiller: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“

Diese Devise nehmen sich auch in diesem Jahr zahlreiche Spielbegeisterte zu Herzen. Mehr als 900 Aussteller aus über 50 Ländern bringen ihre Highlights mit. Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm wollen die Veranstalter unter dem Motto „Einfach zusammen spielen“ verschiedene Facetten digitaler Games ins Rampenlicht rücken. Die wichtigsten Themen im Überblick – von Social Gaming bis Jugendschutz.

Gemeinsam spielen: Social Gaming

Das Wort „sozial“ hat in der Welt des Digitalen mit Abnutzungserscheinungen zu kämpfen: Soziale Netzwerke, soziale Medien, soziale Plattformen. Nun hat auch die Spielebranche das Schlagwort für sich entdeckt: Social Gaming ist einer der bestimmenden Trends der Gamescom. Die Zeiten, in denen Computerspieler im abgedunkelten Raum alleine vor dem Bildschirm saßen, sind lange vorbei.

Heute taugen viele Spiele zum Partyspaß, wie es zum Beispiel schon „Guitar Hero“ vor Jahren vormachte. Die Hersteller setzen dabei vor allem auf Mehrspieler-Titel: Zu den erfolgreichsten Neuheiten der vergangenen Jahre zählten „Fifa 17“, „Grand Theft Auto 5“ oder „Mario Kart 8 Deluxe“. Sie alle verfügen über umfangreiche Mehrspieler-Modi, die überwiegend über das Internet genutzt werden – soziales Spielen eben.

Abtauchen in virtuelle Welten: Virtual Reality

Ein großes Thema ist wieder Virtual Reality. Das Abtauchen in programmierte Parallelwelten funktioniert mithilfe von Brillen, die von verschiedenen Anbietern bereitgestellt werden. Sie versprechen ein völlig neues Spielerlebnis: Dinosauriern ins Auge zu schauen oder in Mittelerde Jagd auf Orks zu machen - das wirkt fast beängstigend echt, wenn das Gerät über den Kopf gezogen wird.

Tatsächlich halfen die Versprechen der Hersteller bisher wenig – VR ist so etwas wie der ewige Trend, der nicht so recht vorankommen will. Dabei sind die Vorhersagen für die Holodeck-Technologie gar nicht schlecht: Der Marktforscher IDC schätzt, dass die Zahl der genutzten Geräte für Virtual und Augmented Reality von rund zehn Millionen 2016 auf rund 91 Millionen im Jahr 2021 steigen könnten – zum großen Teil für Computerspiele.

Dass sich die Technologie schwer tut, liegt nicht zuletzt an den hohen Preisen. Die Facebook-Tochter Oculus setzte im Rahmen einer Aktion auf eine drastische Preissenkung, kürzlich zog HTC nach. Am erschwinglichsten und wohl am weitesten verbreitet ist die Technologie von Sony, die sich zusammen mit der Playstation 4 nutzen lässt. Auf der Gamescom werden die Hersteller mit beeindruckenden Demonstrationen versuchen, die Spieler zu überzeugen – die gelten als „Early Adopter“ und sind bereit, für Technologie viel Geld auszugeben.

Unkaputtbares Nintendo
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10 Kommentare zu "Trends der Gamescom: Gaming wird zum Breitensport"

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  • Wie unschön, dass Sie meinen, dass alle und alles, was keinen ökonomischen Nutzen stiftet, keine Rendite bringt, ausgerottet, verschrottet, abgeschafft werden muss.

    Sie wollen jetzt ernsthaft aus den Aussagen eines Mannes, der vor - wie viel, knapp 400 Jahren? - gelebt hat, Weisheiten über das Ende der Menscheit durch künstliche Intelligenz ableiten ;-)? Der Mann hat noch nicht mal die erste industrielle Revolution erlebt und alle halbwegs kompetenten Leute sagen, dass die jetzt mit der Automatisierung kommende die Auswirkungen bei weitem übersteigt und kaum vergleichbar ist.
    Da können Sie ja auch gleich mit der Bibel kommen.

    Welche Aufgabe habe denn Delfine? Oder Tauben? Und kommen Sie mir nicht mit dem Bio-Buch, fressen und kacken können wir Menschen auch sehr gut - warum sollten wir zur Berechtigung unserer Existenz mehr machen müssen, nur weil wir mehr können? Delfine können übrigens auch erheblich mehr.

    Nothing is certain. Except maybe that ;-). Ich bin auch sehr pessimistisch, was die Zukunft angeht, aber lag auch oft genug falsch, um eine große Bandbreite anderer Meinungen ernsthaft in Erwägung ziehen zu können.
    Und die Utopie im u. g. Buch gefällt mir sehr viel besser als meine Prognose.

  • Wie schön, daß sie meinen, daß man sie mit Spiel, Wein und Gesang seitens einer neuen Spezies versorgt obwohl ihre Aufgabe erledigt ist.

  • @Herr F. Gessw., 22.08.2017, 14:47 + 16:36 Uhr:

    Stimme Ihnen zu. Vor allem dem hier: "Aber es spricht nichts dagegen, dass eine KI im Falle der Machtübername dieses Problem empathisch und langfristig angeht, statt einfach alle umzubringen."

    Allerdings ist es immer noch der Mensch, der der KI auf die Sprünge helfen muss. Von nix kommt nix.

    Ist glaube ich auch besser für die Menschheit, wenn sie selbst aktiv werden muss (bzw. kann).

  • Herr F. Gessw.@Versuchen Sie es mit Leibniz, der erklärt das besser als ich. Es ist auf jeden Fall so, daß wenn so eine Maschine existiert die menschliche sich damit erledigt hat, die Maschine lebt selbst und vermehrt sich auch. Ein paar von uns dürfen in den Zoo als Studienobjekt für die Roboter.

  • @Peter Spiegel: Finde ich nicht zwingend schlüssig. Nur weil es sich so ergeben hat, dass der Mensch als bislang stärkste Spezies die schwächeren quasi systematisch (ok, sagen wir chaotisch, aber leider trotzdem effektiv) ausrottet, zu seinem Zweck ausbeutet, die Umwelt zerstört... Je mehr ich darüber nachdenke, desto eher würde ich annehmen, dass eine überlege Intelligenz das nicht tun würde.

    Der Mensch agiert, im globalen Kollektiv betrachtet, geradezu unfassbar dämlich. Und ja, wir sind viel zu viele. Aber es spricht nichts dagegen, dass eine KI im Falle der Machtübername dieses Problem empathisch und langfristig angeht, statt einfach alle umzubringen.

    Oder in Kürze: Nicht von sich selbst auf andere schließen ;)

  • Herr F. Gessw.@Warum sollte es nicht Spaß und Spiel sein?
    Weil die Existenz als solche damit nichts zu tun hat. Es ist eine reine Frage der Evolution, wann eine Spezies sich erledigt hat. Das ist im Falle Mensch mit der "Künstlichen Intelligenz" der Fall.

  • Vielleicht darf man hier eine Buchempfehlung weitergeben, die sowohl von Herrn Musk als auch von Herrn Zuckerberg kommt: "Iain Banks - The Player of games".

    Ko-Existenz von menschlicher und künstlicher Intelligenz, alle Arbeit ist automatisiert, allen Menschen geht es großartig. Ja, natürlich irgendwie von AI's Gnaden, aber warum denn nicht. Eine Maschine muss - scheinbar im Gegensatz zum Menschen, insbesondere BWL-Absolventen - doch nicht notwendigerweise den Drang entwickeln, alles weg zu rationalisieren, was sich nicht rentiert.

    Der "Sinn" des Menschen ist nicht, maximal ökonomisch zu sein. Warum sollte es nicht Spaß und Spiel sein?

  • Herr Toni Ebert@ Man kann es so sehen wie Sie aber es rentiert nicht. Wir kommen weg, die Maschinen werden besser und damit ist der Sinn des Menschen erledigt.
    Herr Musk u.s.w haben das erkannt.

  • Langsam steigt’s auf Bäume. Natürlich habe ich nichts gegen Spiele, aber für meine Begriffe ist das gesunde Gleichgewicht zwischen Ernst und Spiel längst gekippt.

    Und muss schleunigst wiederhergestellt werden, damit unsere Gesellschaft nicht vollends „abdriftet“.

    Noch eine Anmerkung dazu: Spiel und Spaß sind n i c h t dasselbe.

    Denn Spaß darf (im Gegensatz zum Spiel) immer sein.

    Ablenkung nicht.

     

  • In diesen Spielen steckt die Zukunft der Menschheit, auch wenn fast unerkannt.

    Mehr und mehr wird der Mensch und der Computer eine Einheit, sie verschmelzen und das zur Perfektion, wenn die Kommunikation über einen Gehirnchip ab gewickelt werden kann. Dazu wird dann noch Facebook-III angekoppelt und die VR-Matrix für die Aufnahme der Menschheit ist perfekt.

    500 Millionen werden wohl nicht in diese VR-Matrix abtauchen.

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