Trendwende im zweiten Quartal Software AG kommt wieder auf Touren

Nach drei entbehrenden Jahren blickt die Software AG optimistischer in die Zukunft. Im zweiten Quartal steigt der Gewinn. Das Wartungsgeschäft und das margenstarke Produktgeschäft bringen den Konzern wieder auf Kurs.
Update: 23.07.2015 - 11:51 Uhr Kommentieren
Die Software AG blickt wieder optimistischer in die Zukunft. Quelle: dpa
Es sieht wieder freundlicher aus

Die Software AG blickt wieder optimistischer in die Zukunft.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Software AG hat nach mehr als drei Jahren ihren Gewinnschwund gestoppt. Dank eines Rekordbeitrags ihres hochprofitablen Wartungsgeschäfts und nach dem Abschied von der Beratung für SAP-Software schaffte das Darmstädter Unternehmen im zweiten Quartal unter dem Strich einen Gewinnsprung von 40 Prozent auf 19,9 Millionen Euro. Umbau und Kostensenkungen trügen Früchte, sagte Konzernchef Karl-Heinz Streibich am Donnerstag. „Wir freuen uns, heute den Ausblick zu bestätigen.“ Die Anleger dankten es und hievten die Aktie im TecDax zeitweise um neun Prozent hoch auf 27,65 Euro.

Die Software AG hatte vor zwei Jahren umgesteuert. Um mehr Gewinn rauszuholen, konzentrierte sich Deutschlands zweitgrößter Software-Hersteller nach SAP auf seine eigene Produktsparte einschließlich des Wartungsservices. Im Fokus der Darmstädter liegen seither Firmen-Software und Dienste, die die immer komplexeren IT-Systeme von Unternehmen integrieren (Digital Business Platform DBP). Lange stotterte das Geschäft mit dieser Integrationssoftware, und erst spät beugte sich das Management dem Trend zu Mietsoftware über das Internet (Cloud-Software), während das angestammte Datenbankgeschäft (Adabas & Natural) weiter an Umsatz verlor.

Die 10 führenden IT-Dienstleister Deutschlands
Platz 10: Dimension Data
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Auf dem zehnten Platz landet Dimension Data (unser Bild zeigt die Firmenbroschüre) mit einem Umsatz von 440 Millionen Euro (2013: 224 Millionen). Die Zentrale des globalen Unternehmens liegt im südafrikanischem Johannesburg, in Deutschland ist Bad Homburg der Hauptstandort.

Das Managementberatungs-Unternehmen Lünendonk hat die zehn führenden IT-Service-Unternehmen in Deutschland zusammengestellt. Dazu hat es den Umsatz von mehreren Branchenvertretern im Jahr 2014 verglichen.

Platz 9: BWI Informationstechnik
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Auf Rang neun liegt die BWI Informationstechnik mit 643 Millionen Euro Umsatz (2013: 642 Millionen). Die Gesellschaft mit Rechtsform GmbH wurde im Jahr 2006 von Bundeswehr (49,9 Prozent Anteil), Siemens (50,05 Prozent) und IBM (0,05 Prozent) gegründet, um die nichtmilitärische Informations- und Kommunikationstechnik der Bundeswehr zu betrieben und zu modernisieren. Die BWI hat ihren Firmenhauptsitz in Meckenheim (Bild).

Platz 8: Fiducia
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Die Fiducia besetzt mit einem Erlös von 734 Millionen Euro den achten Rang (2013: 733 Millionen). Das Kerngeschäft der 1924 gegründeten Aktiengesellschaft sind IT-Dienstleistungen für Volksbanken und Raiffeisenbanken. Unter anderem betreibt die Fiducia ein Hochsicherheits-Rechenzentrum im Raum Karlsruhe (Bild).

Platz 7: GAD eG
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Auf Platz sieben liegt die GAD eG mit einem Umsatz von knapp 774 Millionen Euro (2013: 761 Millionen). In IT-Fragen betreut sie Volks- und Raiffeisenbanken, Zentralinstitute sowie weitere Unternehmen in der genossenschaftlichen FinanzGruppe, etwa Schwäbisch Hall, Union Investment und R+V. Ihren Firmensitz hat die eingetragene Genossenschaft in Münster (Bild).

Platz 6: Atos
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Auf Rang sechs landet Atos (unser Bild zeigt die Homepage des Unternehmens) mit einem Erlös von 992 Millionen Euro (2013: 1,1 Milliarden). Die als Societas Europae registrierte Firma bedient unter anderem Kunden aus den Bereichen Verteidigung, Finanzdienstleistungen, produzierendes Gewerbe und Medien.

Platz 5: HP
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Hewlett Packard Deutschland Services erwirtschaftete 1,34 Milliarden Euro, das entspricht dem fünften Rang (2013: 1,37 Milliarden). Die Zentrale der US-Firma liegt im kalifornischen Palo Alto (Bild), die deutsche Hauptniederlassung befindet sich in Böblingen.

Platz 4: Computacenter
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Computacenter belegt mit einem Erlös von 1,45 Milliarden Euro Platz vier (2013: 1,5 Milliarden). Das Unternehmen berät Organisationen hinsichtlich ihrer IT-Strategie. Zudem errichtet und betreibt es Netzwerk- und Rechenzentren. Die deutschen Geschäftstellen der britischen Firma befinden sich in Kerpen, Berlin und Ratingen.

Doch im zweiten Quartal wuchs das Geschäft mit Integrationssoftware. „Der Wechsel zum Digital Business war notwendig“, sagte Vertriebs- und Kundenvorstand Eric Duffaut. Bis eine solche Änderung Wirkung zeige, dauere es. „Aber wir werden besser, von Tag zu Tag, von Monat zu Monat, von Quartal zu Quartal.“ Auch im Datenbankbereich legten die Darmstädter zu. Insgesamt übersprangen deshalb insgesamt die wiederkehrenden Erlöse aus dem Wartungsgeschäft, die langfristig Einnahmen sichern, erstmals die 100-Millionen-Euro-Marke in einem Quartal. Sie legten 14 Prozent auf 103,6 Millionen Euro zu. Der Konzernumsatz wuchs um fünf Prozent auf 205,6 Millionen Euro, das verkaufte Geschäft mit Beratung für SAP-Software nicht eingerechnet um zehn Prozent. Das war mehr, als Analysten erwartet hatten. Auch der operative Gewinnanstieg um 33 Prozent überraschte die Experten positiv.

Zuversichtlich zeigte sich der Vorstand, Umsatz- und Margenziele für dieses Jahr zu erreichen. Demnach soll die Datenbanksparte acht bis 14 Prozent weniger erlösen als im Vorjahr. Sechs bis zwölf Prozent mehr Umsatz soll hingegen das Integrationsgeschäft liefern. Die operative Rendite erwartet der Vorstand zwischen 27,5 und 28,5 Prozent.

  • rtr
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