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Trotz Netzausbau Bund pocht auf Barauszahlung der Telekom-Dividende

Um die Unternehmenskasse während des Netzausbaus zu schonen, wollte die Deutsche Telekom ihren Aktionären statt einer Bar- eine Aktiendividende zahlen. Doch der größte Aktionär macht nicht mit: der Bund.
05.06.2013 - 19:09 Uhr 3 Kommentare
Rene Obermann wird beim Bund noch Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit der bei seinen Dividenden-Plänen mitspielt. Quelle: Reuters

Rene Obermann wird beim Bund noch Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit der bei seinen Dividenden-Plänen mitspielt.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/Berlin Der Bund kommt der Deutschen Telekom bei ihrem Breitbandausbau finanziell nicht so stark entgegen wie von dem Konzern erhofft. Das Bonner Unternehmen hatte seinen Aktionären - der größte ist der Bund mit einem Anteil von 32 Prozent - erstmals angeboten, für 2012 statt einer Bar- eine Aktiendividende zu zahlen, um angesichts der Milliardenkosten für den Netzausbau die Unternehmenskasse zu schonen. Das Bundesfinanzministerium zieht aber nicht mit. „Wir werden die Bar-Option wähle“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Der Bund hält direkt noch 15 Prozent an dem frühern Staatsunternehmen - weitere 17 Prozent sind bei der staatseigenen KfW geparkt. Diese hält sich zu den Details noch bedeckt, wird aber einen Teil der Ausschüttung in Aktien erhalten. „Die KfW wird sich an dem Wahlrecht beteiligen“, sagte eine Sprecherin.

Der Schritt hat Folgen für den Anteil des Bundes an der Telekom: Da die KfW neue T-Aktien aus einer Kapitalerhöhung erhält, steigt auch ihr Anteil an dem Bonner Unternehmen. Um die Dividende in T-Aktien zu erhalten, musste sich die Investoren in den vergangenen Wochen bei ihrer Bank melden, ansonsten werden wie in den Vorjahren 70 Cent je Titel als Dividende überwiesen. Für welche Variante sich die Anteilseigner entschieden haben, werde die Telekom am Montag veröffentlichen, sagte ein Konzernsprecher.

Aktionäre, die sich für die Ausschüttung in Aktien statt in bar entscheiden, erhalten für je 12,5 eigene Aktien eine weitere Aktie hinzu. Eine Sachdividende gilt als wenig populär, weil die zusätzliche Ausgabe von Aktien den Aktienkurs und den Gewinn pro Anteilsschein verwässert.

Die Telekom will mit dem Schritt eine Teil des Geldes für den teuren Netzausbau aufbringen. Allein vier Milliarden Euro steckt der Konzern in die Modernisierung des US-Mobilfunknetzes, weitere sechs Milliarden Euro stehen für den Breitband-Ausbau in Deutschland an. Zudem wurde die Ausschüttung für dieses und nächstes Jahr auf einen halben Euro je T-Aktie gekappt - das ist der niedrigste Stand seit knapp zehn Jahren.

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    3 Kommentare zu "Trotz Netzausbau: Bund pocht auf Barauszahlung der Telekom-Dividende"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Drosselung ist doch eine rein wirtschaftlich geprägte Haltung der Telekom und hat mit den tatsächlichen Möglichkeiten relativ wenig zu tun. Genau wie die Telekom über Jahre hinweg bei Fern- und Ortsgesprächen zu gelangt hat versucht sie dies beim Internet wieder einzuführen. Entgegen jeder Logik. Wer sich medienökonomisch damit auseinandersetzt erkennt relativ schnell die eigentlichen Gründe. Ganz nebenbei wird es niemand schaffen 40 Stunden am Tag (bisher ist die Dauer eines Tages auf 24 Stunden festgelegt) zu surfen. Was sich dabei erkennen lässt ist wie man alte Wirtschaftsmodelle auf eine Zeit und ein Mediennutzungsverhalten anzuwenden, das sich immer weiter ins Internet verlagert. Natürlich spielt auch die Demographie eine Rolle, die das Nutzungsverhalten beeinflusst. Die Tendenz ist hingegen eindeutig und das wird auch die Telekom nicht verändern.

    • Was ist denn eine Aktiendividende? Das ist doch lächerlich. Das ist nichts anderes als keine Dividende.
      Wenn ich 5 von 100 Aktien also 5% einer Firma habe, und dafür in Jahr X nichts ausgezahlt bekomme, ist das doch das gleiche, als wenn man mir in Jahr X eine tolle weitere Aktie gibt, den anderen Aktionären aber auch. Dann hab ich 6 von 120 Aktien. Also 5%.
      Wie kann man den glauben Aktionäre mit so einem Taschenspielertrick zu täuschen, ich wäre ja schon für den Täuschungsversuch beleidigt.

    • Warum sollen nicht weiterhin bei voll ausgelasteten Leitungen "normale" Gespräche unterbrochen werden, wenn jemand einen Notruf (110 / 112) absetzen möchte? Soll ein Notruf bei voller Auslastung warten, bis alle Leitungen wieder frei sind?
      Wieso sollen bei stark ausgelasteter Bandbreite eMails genauso schnell versendet werden wie die Pakete von Videos/Fernsehen/Fernwartung medizinischer Geräte über Internet? Wen stört es wirklich, wenn eine email 2 Sekunden später ankommt? Werden aber Filme um zwei Sekunden unterbrochen - und das eventuell mehrmals - dann ist dies deutlich spürbar.
      Früher - als ein "Ferngespräch" zwischen München und Hamburg noch noch 1,20 DM pro Minute kostete, gab es noch keine Datendienste, die das gleiche Netz nutzten. Aber "Quality of Service" stellte die Bevorrechtigung von Notrufen schon damals sicher. Heutzutage nutzen Telefonie, Daten und Fernsehen das gleiche Netz - und die Begriffe "Ortsgespräche" oder "Ferngespräche innerhalb Deutschlands" gibt es nicht mehr.
      Absolute Netzneutralität kann heute nur fordern, wer befürwortet, dass Notrufe, Rotes Telefon, Versorgungsdienste usw. nicht höher priorisiert werden dürfen als der Download von mehr als 60GB Kinderpornos im Monat - oder aber so naiv ist zu meinen, dass Netze, die keine Bandbreitenbeschränkung kennen, nichts kosten.

      Das Netz darf nicht neutral sein!!!

      Es muss deutlich unterschieden werden zwischen der pseudo-freiheitlichen Plattitüde einer Netzneutralität und der Tatsache, dass die Deutsche Telekom Daten frei ("flat") überträgt, aber ab dem Punkt, in den jemand mehr als 40 Stunden pro Tag surft, mehr als 2000 Fotos im Monat versendet, mehr als 100 Musikstücke pro Monat herunterläd oder mehr als 1 Video am Tag über das Internet ansieht: dies weiterhin gewährleistet aber die Geschwindigkeit reduziert ("drosselt").
      Netzneutralisten kümmern sich nicht um Freiheit, nicht um die Unterscheidung zwischen "wichtig" und "weniger wichtig", sondern zwischen Luxus mit und ohne Grenzen!

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