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TV-Geräte Loewe rutscht noch tiefer in die Krise

Der Umsatz des einzigen deutschen Fernseherproduzenten schrumpft rasant, ein Verlust ist nicht mehr zu vermeiden. Die Frauen-WM war dabei keine große Hilfe.
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Ein Model posiert auf Ifa vor einem Loewe-Bildschirm. Quelle: ap

Ein Model posiert auf Ifa vor einem Loewe-Bildschirm.

(Foto: ap)

Kronach Der TV-Hersteller Loewe hat nach einem erneuten Umsatzeinbruch die Hoffnung auf einen Betriebsgewinn im laufenden Jahr begraben. Die Einnahmen des fränkischen Unternehmens seien im zweiten Quartal mit 57,2 Millionen Euro um ein Viertel niedriger ausgefallen als im Vorjahr, teilte die Firma am Mittwoch mit. Vor Steuern und Zinsen blieb wie im Vergleichszeitraum erneut ein Verlust von 4,9 Millionen Euro.

„Vor diesem Hintergrund ist die bisherige Zielsetzung von Loewe, für das Jahr 2011 ein moderates Umsatzwachstum und ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern zu erreichen, nicht mehr realistisch“, hieß es. Die Reaktion an der Börse folgte umgehend: Die Loewe-Aktie verlor bis zum Mittag mehr als acht Prozent.

Das Minus im ersten Halbjahr überstieg mit 7,8 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern bereits den Verlust im Gesamtjahr 2010 von sieben Millionen Euro. Deutschlands größter Fernseherhersteller leidet vor allem unter einem harten Preiskampf durch die asiatische Konkurrenz und der Absatzflaute in der Unterhaltungselektronikbranche. Der europäische Markt sei im vergangenen Quartal um ein Viertel geschrumpft, machte Loewe geltend.

Als Grund für den Umsatzrückgang nannte Seidl vor allem das Fehlen sportlicher Großereignisse, unter dem die gesamte Branche zu leiden habe. „So hat sich etwa die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen überhaupt nicht bemerkbar gemacht“, sagte Unternehmenssprecher Roland Raithel. Im vergangenen Sommer hatte noch die WM der Männer in Südafrika den Absatz angekurbelt.

Die Kronacher hoffen nun auf die Internationale Funkausstellung in Berlin und auf ein normales Weihnachtsgeschäft. Doch der Umsatz werde wohl nicht an den der zweiten Jahreshälfte 2010 heranreichen, hieß es. Aufgrund der negativen Entwicklung hatte das Unternehmen bereits Ende März Kurzarbeit für 300 der rund 1000 Beschäftigten angemeldet. Sie war zunächst bis Ende Juli befristet. Über eine mögliche Verlängerung solle erst nach dem Ende der dreiwöchigen Werksferien im August und der Funkausstellung entschieden werden, sagte Raithel.

Loewe-Chef Oliver Seidl versucht mit einer Produkt- und Vermarktungsoffensive gegenzusteuern. Das Unternehmen habe neue Vertriebspartner in Frankreich, Großbritannien und Italien gefunden und werde sein Lautsprecher- und Audio-Angebot ausweiten. Im zweiten Halbjahr will Loewe zudem die Werbetrommel rühren und erstmals seit langer Zeit auch wieder Fernsehwerbung schalten. Die Geräte sollen außerdem technisch einfacher und dadurch in der Herstellung günstiger werden.

  • rtr
  • dpa
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