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TV-Sender CBS-Chef Moonves tritt nach Missbrauchsvorwürfen zurück

Der langjährige Geschäftsführer des US-TV-Senders CBS, Leslie Moonves, ist zurückgetreten. Gegen ihn kamen erneut schwere Vorwürfe ans Licht.
Update: 10.09.2018 - 18:55 Uhr Kommentieren
Mehrere Frauen haben schwere Vorwürfe gegen den 68-Jährigen erhoben. Quelle: AFP
Leslie Moonves

Mehrere Frauen haben schwere Vorwürfe gegen den 68-Jährigen erhoben.

(Foto: AFP)

New YorkDer Chef des US-Medienriesen CBS, Leslie Moonves, ist nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.

Am Sonntag kamen Vorwürfe von sechs Frauen in dem US-Magazin „New Yorker“ ans Licht, die den 68-Jährigen unter anderem beschuldigten, sie zum Oralsex gezwungen zu haben. Anklägerin Phyllis Golden-Gottlieb sagte in dem Artikel: „Er hat meine Karriere absolut zerstört.“

Kurz nachdem die Vorwürfe publik wurden, gab der TV-Sender CBS in einer Erklärung bekannt, dass Moonves mit sofortiger Wirkung als Vorsitzender, Präsident und CEO zurücktritt. Vorstandsmitglied Joseph Ianniello wird als kommissarischer Chef und Präsident übernehmen.

CBS erklärte, die Vorwürfe sehr ernst zu nehmen. Der Vorstand hatte bereits zuvor Ermittlungen gegen Moonves eingeleitet, seit im Juli Anschuldigungen von sechs anderen Frauen in einem anderen Artikel im „New Yorker“ publik wurden, die sich auf angebliche Vorfälle zwischen den 80er Jahren und den späten 2000-Jahren bezogen.

Moonves weist die Anschuldigungen zurück und nennt die jüngsten Berichte „entsetzlich“. Er habe seine Position „nie“ ausgenutzt, „um Fortschritte oder Karrieren von Frauen zu behindern“.

CBS gab bekannt, dass das Unternehmen und Moonves 20 Millionen Dollar (17,2 Millionen Euro) an Organisationen spenden würden, die die Bewegung #MeToo im Kampf gegen Sexismus unterstützen.

Die „Financial Times“ berichtete, dass Moonves zurücktritt, weil ihn dieser Schritt zu einem umfangreichen Abfindungspaket einschließlich Aktienoptionen berechtigen würde. US-Medien schreiben, dass sich das Rücktrittspaket für Moonves auf 100 Millionen Dollar belaufen könnte.

CBS gab jedoch bekannt, dass er keine Abfindungsleistungen bis zum Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung seines Verhaltens erhalten würde. Die Spende an Organisationen, die für die „Gleichstellung von Frauen am Arbeitsplatz“ kämpfen, werde von den Abfindungsleistungen abgezogen.

Moonves galt als einer der mächtigsten Manager in der US-Medienindustrie. Er trat CBS 1995 als Chef der Unterhaltungssparte bei und stieg 2006 zum Chef von CBS Corp auf.

Zuletzt machte er aber vor allem Schlagzeilen mit der Fehde mit der Familie des Eigentümers Sumner Redstone. Der Milliardär und seine Tochter Shari kontrollieren CBS über ihre Dachgesellschaft National Amusements, die eine Mehrheit der Stimmrechte hält. In wenigen Wochen sollte ein Prozess beginnen, in dem Moonves der Kontrolle durch die Redstones ein Ende setzen wollte – indem Aktien mit zahlreichen Stimmrechten für ungültig erklärt werden sollten.

Shari Redstone bestritt, hinter den Vorwürfen gegen Moonves zu stecken. Darüber, wie zurechnungsfähig der 95-jährige Patriarch Sumner Redstone ist, wird gestritten.

Als Teil der Einigung werden nun sechs Sitze im Verwaltungsrat neu besetzt – wodurch die Redstone-Seite etwas an Einfluss einbüßt. Allerdings wird CBS im Gegenzug auch nicht mehr versuchen, ihre Kontrolle über den Sender in Frage zu stellen. Die Führung von CBS übernahm nun kommissarisch Joe Ianniello, der bisher für das operative Geschäft zuständig war. Nach einem neuen dauerhaften Chef wird gesucht.

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